BOCA CHICA, TEXAS / LONDON (IT BOLTWISE) – SpaceX hat die Vorbereitungen für Starship Flight 13 nach dem letzten Abbruch wieder hochgefahren und die Super-Heavy-Tests am Standort Starbase abgeschlossen. Für den nächsten Startversuch ist der 23. Juli vorgesehen, allerdings abhängig vom Wetter. Das Zeitfenster öffnet um 6:45 p.m. EDT (2245 GMT) und gibt dem Team 90 Minuten Zeit, um Countdown und Systemchecks sauber zu Ende zu bringen. Im Hintergrund laufen neue Zyklen rund um Treibstoff, Zündlogik und den Austausch einzelner Raptor-Triebwerke.

Starship Flight 13: Super-Heavy-Tests abgeschlossen, Startfenster am 23. Juli
Starship Flight 13: Super-Heavy-Tests abgeschlossen, Startfenster am 23. Juli (Foto: IT BOLTWISE)
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SpaceX treibt die Vorbereitung für Starship Flight 13 erneut voran: Am Starbase-Standort in Boca Chica/Texas hat das Unternehmen die zuständigen Tests am Super-Heavy-First-Stage-Bauteil abgeschlossen und peilt damit einen Start am Donnerstag, dem 23. Juli, an. Entscheidend ist dabei weniger die rein mechanische Integrationsarbeit als die Kette aus kurzzyklischen Checks, die genau dann „grünes Licht“ geben müssen, wenn Treibstoffzustände, Ventilsteuerungen und Zündsequenzen zusammenkommen. Das Unternehmen nennt als wesentlichen Beobachtungspunkt aktuell vor allem das Wetter, weil Regen, Windbedingungen oder Grenzwerte für Sicherheitszonen direkt in die Startfreigabe hineinspielen.

Für die Planung ist das Zeitfenster klar umrissen: Der Liftoff ist in einer 90-minütigen Startspanne angesetzt, die um 6:45 p.m. EDT (2245 GMT) beginnt. In der Praxis bedeutet so ein Fenster, dass alle nachgelagerten Prozesse—Treibstoffaufladung, Umleitungen und Sensorvalidierungen – so getaktet werden müssen, dass innerhalb der Zeitspanne kein kritischer Parameter außerhalb der zulässigen Grenzen landet. Genau hier wird aus dem „Start am gleichen Tag“ schnell ein „Start mit hoher Wahrscheinlichkeit“, weil Teams bei Bedarf innerhalb der Spanne in den Reset-Zustand wechseln können, etwa wenn ein Countdown-Abschnitt zwar technisch erreicht wurde, aber eine Freigabe noch nicht erteilt werden darf.

Technisch greift SpaceX für Flight 13 auf eine inzwischen bekannte Logik zurück: Nach dem letzten Versuch am 16. Juli kam es zu einem Abbruch direkt im Countdown, als die Zündung mehrerer Raptor-Triebwerke nicht wie geplant funktionierte. In der Berichterstattung wird konkret darauf verwiesen, dass beim Versuch, die 33 Raptor-Engine(s) der Super-Heavy-Stufe zu entzünden, mehrere Triebwerke ausblieben – der Abbruch erfolgte beim Zündzeitpunkt (T-0). SpaceX hat daraufhin zwei Raptor ausgetauscht und anschließend mit „additional preflight testing“ nachgezogen, um die Ursache der Nichtzündungen vor dem nächsten Versuch systematisch auszuschließen.

Parallel dazu laufen am Boden weitere Arbeiten, die für die Stabilität im Betrieb entscheidend sind. Im Text wird beschrieben, dass Booster 20 zurück auf die Rampe gelangt ist und am 22. Juli Tests auf dem Pad durchläuft. Außerdem taucht die Aussage auf, dass nach dem ersten Flight-13-Versuch mehrere Raptor-3-Engines ersetzt wurden, nachdem vier Engines beim T-0-Start nicht zündeten. Für die nächste Phase heißt das: Nicht nur die Motoren müssen stimmen, sondern auch die gesamte Kette aus Treibstofflogistik und dem Zusammenwirken der Steuerung mit den Hardware-Schnittstellen – von der Kryogenbereitstellung bis zur konkreten Zündfolge.

Ein weiterer Hinweis auf den praktischen Fortschritt ist, dass die Livestream-Abdeckung eine typische Abfolge erkennen lässt: Booster 20 befindet sich offenbar in einem Betankungs-Test und möglicherweise in einem Hot-Fire-Abschnitt nach dem Betankungsfenster. Wenn ein solcher Hot-Fire erfolgreich ist, dient er als Risikoabbau vor dem Stacken der beiden Starship-Komponenten. Im Text wird zudem erwähnt, dass dies den Weg für die Ankunft von Ship 40 am Pad ebnet und für das bevorstehende Stacken der Fahrzeuge vor dem Startversuch am Donnerstag. Damit rückt auch die Integrationsdisziplin in den Fokus: Ein Stack-Plan ist nur dann belastbar, wenn vorher klar ist, dass Treibstoff- und Zündsysteme sowohl einzeln als auch im Zusammenspiel funktionieren.

Historisch ordnet SpaceX den eigenen Flugkalender nicht nur nach technischen Meilensteinen, sondern auch nach symbolischen Daten ein. Im Umfeld der Planung wird darauf hingewiesen, dass der 20. Juli in der Raumfahrtgeschichte eng mit Apollo 11 verknüpft ist und auch die Mission Viking 1 an diesem Datum vor sieben Jahren auf dem Mars landete. Inhaltlich ändert das zwar nichts an den Triebwerks- und Wetterparametern, gibt dem Timing jedoch einen zusätzlichen Kontext, der im Live-Umfeld oft mit in die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit hineinspielt. Für das Engineering bleibt jedoch entscheidend, dass das System im Countdown nicht „annähernd“ funktioniert, sondern verlässlich zündet und stabil in den Flug übergeht.

Auch über den reinen Testflug hinaus ist Flight 13 strategisch: In den vorangehenden Planungshinweisen wird genannt, dass es um die Platzierung der nächsten Starlink-Startladungen geht – konkret wird auf „upgraded Starlink Version 3 satellites“ verwiesen, die im Rahmen des Missionsprofils erwartet werden. Damit trifft die Testkampagne gleich zwei Schwerpunkte: Erstens wird die Start- und Integrationskette von Starship in einer Konfiguration weiter erprobt (hier Version 3), zweitens werden parallel Missions-Lasten abgebildet, die später in operativen Abläufen relevant sind. Für Unternehmen mit Schnittstellen in der Startindustrie bedeutet das: Teststarts wie dieser sind weniger „nur Rocket Science“, sondern sie wirken direkt auf die Planbarkeit nachgelagerter Services und auf die Reife der Betriebsprozesse.

Für die nächsten Stunden und den Start am 23. Juli ist die Spannbreite der Erfolgsfaktoren relativ konkret. Das Wetter bleibt ein unmittelbarer Schalter; die Zündlogik und die Leistung der ausgetauschten Raptor-Komponenten sind die zweite kritische Achse. Wenn Booster 20 wie vorgesehen die geplanten Bodentests absolviert und das Stacken von Ship 40 ohne neue Auffälligkeiten über die Bühne geht, steigen die Chancen, dass Flight 13 nicht nur termingerecht anläuft, sondern technisch auch die „Abbruchkurve“ der letzten Versuche glättet. Genau diese Kombination aus laufender Fehlerbereinigung und striktem Countdown-Management wird darüber entscheiden, ob aus dem Startfenster diesmal ein sauberer Übergang in die Mission wird.


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