LONDON (IT BOLTWISE) – Die Bedrohung durch mobile Cyberkriminalität nimmt weltweit zu, mit einem Schaden von 21 Milliarden Euro allein in diesem Jahr. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg von Quishing-Angriffen, die sich auf Online-Banking-Nutzer konzentrieren. Experten warnen vor den Gefahren und raten zu erhöhter Vorsicht.

Die Bedrohung durch mobile Cyberkriminalität hat in diesem Jahr weltweit einen Schaden von rund 21 Milliarden Euro verursacht. Besonders alarmierend ist der Anstieg der sogenannten Quishing-Angriffe, bei denen Kriminelle QR-Codes mit Phishing kombinieren, um sensible Daten von Online-Banking-Nutzern zu stehlen. Allein im ersten Quartal stieg die Zahl dieser Fälle um 146 Prozent auf 18,7 Millionen.
Beim Quishing werden gefälschte Briefe verschickt, die das Branding bekannter Banken imitieren und QR-Codes enthalten, die auf manipulierte Webseiten führen. Diese Seiten sind so professionell gestaltet, dass sie kaum von den echten Portalen zu unterscheiden sind. Millionen Deutsche nutzen täglich Online-Banking per Smartphone, was ohne ausreichenden Schutz ein erhebliches Risiko darstellt.
Die Polizei warnt eindringlich davor, QR-Codes aus unbekannten Quellen zu scannen, und rät betroffenen Bankkunden, den Sperr-Notruf unter 116116 zu kontaktieren. Parallel dazu verzeichnen Ermittlungsbehörden vermehrte Erfolge von Betrügern, die sich als Bankmitarbeiter ausgeben. Ein aktueller Fall in Harthausen zeigt, wie ein Senior durch diese Masche seine EC-Karten und PIN verlor.
Um der eskalierenden Bedrohungslage zu begegnen, hat Google auf seiner Entwicklerkonferenz umfassende Neuerungen für Android angekündigt. Dazu gehört ein Schutz gegen Spoofing-Anrufe, bei dem eingehende Anrufe über installierte Banking-Apps verifiziert werden. Erkennt das System einen Betrugsversuch, legt es automatisch auf. Erste Partner für diese Funktion sind Institute wie Revolut und Nubank.
Trotz dieser Schutzmaßnahmen entwickeln Angreifer stetig neue Methoden. Seit Januar 2026 verbreitet sich der Android-Trojaner TrickMo.C verstärkt in Europa. Diese Malware tarnt sich als harmlose App und übernimmt die Kontrolle über infizierte Geräte. Auch staatlich akteurierte Gruppen wie ScarCruft sind weiterhin aktiv und verbreiten Malware über manipulierte Spieleplattformen.
Die Zunahme der Vorfälle führt auch auf politischer Ebene zu neuen Forderungen. In Österreich setzt sich die Arbeiterkammer für besseren Schutz bei digitalen Geldgeschäften ein. Fast jede fünfte Person hatte bereits Probleme mit Onlineüberweisungen, und die AK fordert, dass Banken bei Phishing-Angriffen haften sollten.
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