WIEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Trotz eines unveränderten Körperschaftsteuersatzes von 23 Prozent sieht sich der österreichische Mittelstand ab 2026 mit einer steigenden Steuerlast konfrontiert. Neue Abgaben und verschärfte Regelungen bei internationalen Zahlungen tragen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei.

Die österreichische Wirtschaft steht vor einer Herausforderung: Trotz eines stabilen Körperschaftsteuersatzes von 23 Prozent wird die effektive Steuerlast für mittelständische Unternehmen ab 2026 erheblich steigen. Diese Entwicklung ist auf neue Abgaben und technische Änderungen im Steuerrecht zurückzuführen, die insbesondere grenzüberschreitende Zahlungen betreffen.
Eine der bedeutendsten Änderungen betrifft die Anhebung der Schwelle für die sogenannte Niedrigbesteuerung auf 15 Prozent. Diese Anpassung bringt Österreich in Einklang mit den globalen Mindeststeuerstandards, bekannt als Pillar 2. Für Unternehmen mit internationalen Verflechtungen bedeutet dies, dass Zins- und Lizenzzahlungen an verbundene Unternehmen im Ausland nicht mehr abzugsfähig sind, wenn der Empfänger weniger als 15 Prozent Steuern zahlt.
Besonders betroffen sind Unternehmen mit Tochtergesellschaften in osteuropäischen Ländern, wo die Steuersätze traditionell niedriger sind. Steuerexperten betonen, dass dies eine grundlegende Neubewertung aller konzerninternen Finanzierungs- und Lizenzvereinbarungen erfordert. Die Regierung hat zudem mit dem Budgetbegleitgesetz 2025 neue Belastungen eingeführt, darunter eine Umwidmungsabgabe von 30 Prozent auf Gewinne aus dem Verkauf von umgewidmeten Grundstücken.
Um den Druck auf kleinere Betriebe zu mindern, wurde die Basispauschalierung ausgeweitet. Ab 2026 liegt die Umsatzgrenze bei 420.000 Euro, ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Diese Maßnahme soll vor allem Start-ups und kleinen Gesellschaften in der Anfangsphase helfen. Dennoch bleibt die Bewältigung der unmittelbaren Belastungen für den Mittelstand eine zentrale Herausforderung.
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