LONDON (IT BOLTWISE) – Strive hat laut Bericht 2.000 Bitcoin für rund 169 Millionen US-Dollar gekauft und damit den Bestand stark ausgeweitet. Der Zukauf liegt bei einem deutlich höheren Tempo als bei Strategy, das zuvor 334 Bitcoin angekündigt hatte. Insgesamt hält Strive demnach 29.462 Bitcoin und zahlt dabei einen durchschnittlichen Kaufpreis von 84.422 US-Dollar je Bitcoin. Im Hintergrund spielt die Kapitalstruktur über Vorzugsaktien und Dividendenzahlungen eine zentrale Rolle.

Strive erhöht seine Bitcoin-Bestände mit einem klar bezifferten Zukauf: Für die letzten Käufe sollen 2.000 Bitcoin in etwa 169 Millionen US-Dollar geflossen sein. Damit liegt der Betrag laut der vorliegenden Einordnung bei nahezu dem Sechsfachen dessen, was Strategy in einer jüngsten Aktion angekündigt hatte (334 Bitcoin). Entscheidend für die technische wie finanzielle Bewertung ist dabei weniger die Schlagzeile als der Mechanismus, über den das Kapital in die Kasse wandert: Strive nutzt offenbar eine Kapitalstruktur, die es ermöglicht, Bitcoin-Zukäufe in größeren Takten zu finanzieren, ohne auf andere Instrumente in dem Maße angewiesen zu sein, wie es beim Vergleichspartner zuletzt der Fall war.
Aus operativer Sicht lässt sich der Schritt gut über den Durchschnittspreis einordnen: In der Berichterstattung wird genannt, dass Strive diese 2.000 Bitcoin zu einem mittleren Preis von 84.422 US-Dollar pro Bitcoin erworben habe. Für den Treasury-Bereich ist das relevant, weil sich daraus unmittelbar Erwartungen ableiten lassen, wie stark das Unternehmen kurzfristig auf Kursbewegungen reagiert und wie die Bilanzpolitik (Gewinn-/Verlustrealisationen, Risikopuffer, Bewertung) zu diesen Einstiegskursen passt. Gleichzeitig wird der Bestand konkret beziffert: Strive halte demnach 29.462 Bitcoin und liege damit nur rund 6.000 Bitcoin oder etwas weniger hinter Marathon, das aktuell als nächstgrößter Bitcoin-Halter im Treasury-Umfeld beschrieben wird.
Der Wettbewerb um die „Bitcoin-Treasury“-Spitze ist allerdings nicht nur ein Wettlauf um Coins, sondern auch um die Kapitalflüsse. In der Einordnung fällt der Blick auf die Finanzierung über Vorzugsaktien und die Auswirkungen auf die laufenden Verpflichtungen. Es wird etwa erläutert, dass Seta bevorzugte Aktienverkäufe für 61,5 % des aufgenommenen Kapitals beigesteuert hätten und dass zusätzliche Mittel durch die Ausübung von Warrants (Optionsscheinen) in der Größenordnung von 56,7 Millionen zur Finanzierung der Bitcoin-Käufe beigetragen haben. Interessant ist die daraus abgeleitete Struktur: Strive verfüge demnach über rund 1,29 Milliarden US-Dollar an Vorzugsaktien und trage jährliche Dividendverpflichtungen von etwa 168 Millionen US-Dollar.
Hier zeigt sich die Kernlogik, die im Gespräch auch ausdrücklich betont wird: Strategy habe als Unternehmen zunächst „kreative“ Wege genutzt, um Kapital über Vorzugsaktien und Convertible Notes aufzunehmen, um damit Bitcoin zu kaufen. Strive habe dagegen die Möglichkeit gehabt, den bereits erkennbaren Playbook-Teil zu beobachten und die eigenen Entscheidungen selektiv darauf aufzubauen, dabei aber nicht dieselben „Fallen“ zu übernehmen. Die Rechnung wirkt aus Investorensicht zunächst bestechend, weil Strive öffentlich darauf setzt, „debt-free“ zu bleiben. Allerdings wird in der Analyse sauber getrennt: „Debt-free“ bedeute nicht automatisch „obligation-free“. Vorzugsaktionäre erhielten weiterhin Zahlungen vor den Inhabern Stammaktien, und die Dividendverpflichtung von 12 % plus wird als täglich anfallende Belastung beschrieben. Genau diese Differenz ist für das Risikoprofil entscheidend, weil das Unternehmen trotz fehlender klassischer Verschuldung laufende Cash-Abflüsse für Kapitaldienst wie Dividenden sicherstellen muss.
Auch der Verweis auf Marathon passt in diesen Kontext, selbst wenn er im Kern eher strategisch als buchhalterisch wirkt. Marathon wird als Bitcoin-Miner beschrieben, der zugleich in Richtung „AI Data Center“ pivotieren wolle. Daraus wird abgeleitet, dass Marathon potenziell seine Bitcoin-Exposition reduzieren könnte, während Strive die eigene erhöht. Für den Markt ist das bemerkenswert, weil es die Entkopplung von „Krypto-Treasury“ und klassischem Anlagen-/Betriebsmodell sichtbar macht: Unternehmen müssen nicht nur entscheiden, wie viele Bitcoin sie halten, sondern auch, welche Rolle diese Bestände in ihrer Gesamtstrategie spielen. Wenn Mining- und Rechenzentrumslogik stärker zusammenwachsen, verändert sich auch, wie flexibel ein Unternehmen beim Thema Bitcoin-Rebalancing ist.
Für technologieorientierte Anleger und für Unternehmen, die solche Strukturen prüfen, ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild. Auf der einen Seite steht die Cashflow-Hebelwirkung: Wer sich Kapital über Vorzugsaktien so organisiert, dass zusätzliche Bitcoin-Käufe schneller möglich sind als bei Wettbewerbern, kann in bestimmten Marktphasen eine dominante Treasury-Position aufbauen. Auf der anderen Seite steigt mit dem Dividendendienst die Notwendigkeit, die Liquidität auch bei schwankenden Bitcoin-Kursen stabil zu halten. Die Aussage „have and have nots“ am Ende der Einordnung fasst genau diese Dynamik zusammen: In der öffentlich gehandelten Bitcoin-Treasury-Landschaft entscheidet nicht allein der Bitcoin-Kauf selbst, sondern das Zusammenspiel aus Kapitalstruktur, Verpflichtungen und Geschwindigkeit der Umsetzung. Damit rückt KI zwar eher als Begleitstrategie ins Bild, wird aber für das übergeordnete Tempo der Unternehmensentwicklung indirekt mitbestimmen, weil Rechenzentrums- und Infrastrukturentscheidungen den Finanzierungsbedarf verschieben können.
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