MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Neue Forschungen legen nahe, dass die explosiven Supernova-Tode massiver Sterne in der Nähe der Erde möglicherweise eine bedeutende Rolle bei der Auslösung von mindestens zwei Massenaussterben in der Erdgeschichte gespielt haben.

Die Vorstellung, dass Supernovae, die innerhalb von 60 Lichtjahren von der Erde auftreten, die Ozonschicht unseres Planeten zerstören könnten, ist beunruhigend. Diese hochenergetischen Phänomene könnten das Leben auf der Erde durch die Zerstörung der schützenden Ozonschicht und die damit verbundene erhöhte UV-Strahlung erheblich gefährden. Eine neue Studie von Astronomen, darunter Nick Wright von der Keele University, hat diese Hypothese untersucht.
Wright und sein Team nutzten Daten des Gaia-Satelliten, um die Positionen von über 24.000 der leuchtendsten Sterne im Universum zu analysieren. Ihr Ziel war es, neue Gruppen junger, massiver Sterne zu identifizieren und die Geschichte der Sternentstehung in der Nähe der Sonne zu rekonstruieren. Dabei stellten sie fest, dass die Häufigkeit von Supernovae in der Nähe der Erde mit den Zeitpunkten zweier bedeutender Massenaussterben übereinstimmt: dem späten Devon und dem Ordovizium.
Diese beiden Ereignisse, die vor 372 Millionen bzw. 445 Millionen Jahren stattfanden, führten zum Aussterben eines Großteils der damaligen Artenvielfalt, insbesondere im marinen Bereich. Frühere Forschungen haben bereits einen Anstieg des radioaktiven Isotops Eisen-60 in kosmischem Staub nachgewiesen, der nur auf interstellare Quellen wie Supernovae zurückzuführen ist. Diese kosmischen Strahlen könnten die Ozonschicht der Erde geschädigt haben, was wiederum zu einem Massensterben führte.
Die neue Studie zeigt, dass in Galaxien wie der Milchstraße etwa ein bis zwei Supernovae pro Jahrhundert auftreten. Innerhalb von 60 Lichtjahren von der Erde liegt die Rate bei zwei bis 2,5 pro Milliarde Jahre. Diese Schätzung stimmt gut mit der Anzahl unerklärter Massenaussterben auf der Erde überein, was die Möglichkeit nahelegt, dass nahegelegene Supernovae zu diesen Ereignissen beigetragen haben könnten.
Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass es keine endgültigen Beweise dafür gibt, dass diese Aussterben definitiv durch Supernovae verursacht wurden. Die Übereinstimmung der Raten macht es jedoch plausibel. Diese Erkenntnisse verdeutlichen, wie massive Sterne sowohl als Schöpfer als auch als Zerstörer von Leben wirken können. Supernova-Explosionen bringen schwere chemische Elemente in das interstellare Medium, die dann zur Bildung neuer Sterne und Planeten verwendet werden. Befindet sich jedoch ein Planet zu nah an einem solchen Ereignis, können die Auswirkungen verheerend sein.
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