MEXIKO / LONDON (IT BOLTWISE) – Tocvan Ventures meldet finale metallurgische Ergebnisse aus unabhängigen Säulenlaugungstests für das Projekt Gran Pilar. Die Resultate stützen nach Unternehmensangaben das Verfahren der Haufenlaugung für eine geplante Pilotanlage mit 50.000 Tonnen Kapazität. Das Unternehmen peilt die erste Produktion für das vierte Quartal 2026 an und nutzt die Daten zugleich für die technische Auslegung der Verarbeitungsstufe. Ergänzend berichten aktuelle Bohrergebnisse vom Korridor El Mezquite über verlängerte Vererzung in Richtung Norden.

Für Tocvan Ventures rückt mit den finalen metallurgischen Ergebnissen aus unabhängigen Säulenlaugungstests vor allem die nächste Projektphase in den Fokus: Nach der explorativen Arbeit soll die Pilotanlage auf dem mexikanischen Projekt Gran Pilar zeigen, ob die Laborparameter auch unter großtechnischen Randbedingungen funktionieren. Das Unternehmen verortet die Pilotkapazität bei 50.000 Tonnen und stellt dabei ausdrücklich die Haufenlaugung in den Mittelpunkt. Damit ist nicht nur eine Verfahrensentscheidung getroffen, sondern auch ein technischer Hebel adressiert, der sich direkt auf die spätere Anlagenlogik auswirkt: Wer auf das Laugungsverfahren setzt, kann auf energieintensive Mahlschritte vor der Laugung verzichten und den Prozessfluss entsprechend einfacher gestalten.
Die Säulentests liefen über 77 Tage im geschlossenen Kreislauf und liefern damit Daten aus einem kontrollierten, aber realitätsnahen Setup. Bei einer feineren Zerkleinerung des Gesteins erreichte das Verfahren eine Goldausbeute von bis zu 82,3 Prozent. Für die Projektierung ist das eine relevante Kennzahl, weil sich daraus sowohl die erwartbare Ausbeute als auch die Dimensionierung der nachgelagerten Prozessschritte ableiten lassen. Tocvan betont zudem, dass eine vorherige Agglomeration des Erzes die Ausbeute nicht wesentlich steigern konnte, sondern primär den Zyanidverbrauch erhöht. Diese Differenz ist in der Praxis entscheidend, weil sie die Wirtschaftlichkeit nicht nur über die Ausbeute, sondern auch über den Chemikalienbedarf und den Betrieb der Anlage beeinflusst.
Gerade bei Haufenlaugungsprojekten entscheidet die Prozessvereinfachung häufig darüber, wie schnell sich eine Pilotphase tatsächlich in Betrieb nehmen lässt. Tocvans Verzicht auf einen zusätzlichen Agglomerationsschritt bedeutet laut Unternehmensbeschreibung weniger Komplexität beim Aufbau der geplanten Verarbeitungsstufe. Für den späteren Betriebsablauf kann das potenziell niedrigere Kosten für Reagenzien und einen reduzierten technischen Aufwand vor Ort bedeuten. Das ist auch ein Argument für den Genehmigungs- und Errichtungsprozess, weil weniger Bau- und Prozessbausteine in der Pilotierung als Nachweisobjekte dienen müssen. Gleichzeitig bleibt die eigentliche Bewährungsprobe die Übertragbarkeit: Die Pilotanlage soll Material schrittweise beschicken, um Laborbefunde auf reale Durchsatzbedingungen, Materialheterogenität und Logistik vor Ort zu prüfen.
Parallel zur Verfahrensseite fließen auch Explorationsergebnisse in den Projektfortschritt ein. Bei der Gewinnung von Silber nennt das Unternehmen eine Quote von bis zu 58,0 Prozent, flankiert von Bohrergebnissen aus dem Korridor El Mezquite auf Gran Pilar. Eine Bohrung erreichte dort im Mittel 106,8 Meter Abschnittslänge bei einem Gehalt von 0,50 Gramm Gold pro Tonne. Solche Werte sind nicht nur ein isolierter Treffer, sondern erweitern die bekannte Vererzung nach Norden um 130 Meter. Tocvan beziffert die Gesamtlänge des erkundeten Korridors auf rund 1.400 Meter und weist zugleich darauf hin, dass die Struktur weiterhin in mehrere Richtungen offen bleibt. Genau diese Offenheit ist strategisch: Sie schafft den Spielraum, um sowohl Ressourcenplanung als auch die spätere Skalierung der Verarbeitungslogik zu stützen, falls die Pilotphase die technischen Annahmen bestätigt.
Auch an den Handelsplätzen hat die Bestätigung der verfahrenstechnischen Parameter für Rückenwind gesorgt. Nach Angaben im Bericht stieg die Aktie am Freitag um 1,7 Prozent und ging bei 0,4840 Euro aus dem Handel. Der Börsenwert wird mit 37,17 Millionen Euro beziffert. Für Anleger und Projektpartner sind solche Reaktionen oft ein Hinweis darauf, dass das Marktinteresse nicht mehr nur am geologischen Potenzial hängt, sondern an der konkreten Machbarkeit des metallurgischen Kernprozesses. Der nächste Zeithorizont ist damit klar umrissen: Tocvan strebt die erste Produktion im vierten Quartal 2026 an, also einen Zeitpunkt, an dem die Pilotierung die Brücke zwischen Testdaten und industrieller Umsetzung schlägt.
Technisch betrachtet steht bei Tocvan eine klassische Phase im Lebenszyklus eines Rohstoffprojekts an: vom Bohr- und Ressourcenbild hin zur Validierung der Prozesskette, konkret über Haufenlaugung und die daraus abgeleiteten Chemikalien- und Betriebsparameter. Die Angabe, dass frühere Prozessschritte wie Mahlvorgänge vor der Laugung entfallen können, ist dabei nicht nur ein Komfortvorteil, sondern verändert den gesamten Engineering-Ansatz für Energiebedarf, Anlagenlayout und Stoffströme. Im Wettbewerb um Kapital und Aufmerksamkeit bei Explorationsgesellschaften zählt dieser Schritt besonders, weil er messbar reduziert, was noch unklar ist. Für Unternehmen im Umfeld der Projektentwicklung bedeutet das: Sobald Pilotdaten belastbar sind, verschiebt sich die Diskussion von der Machbarkeit hin zur Skalierbarkeit – also zur Frage, wie zuverlässig sich Ausbeuten, Reagenzienverbräuche und Durchsatzparameter in einer größeren Anlage reproduzieren lassen.
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