BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Ukraine hat ihre Botschaft in Kuba geschlossen und die Regierung in Havanna wegen angeblicher Komplizenschaft bei der Entsendung von Truppen zur Unterstützung Russlands im Krieg gegen die Ukraine verurteilt. Diese Entscheidung folgt auf ein kürzlich unterzeichnetes militärisches Kooperationsabkommen zwischen Russland und Kuba sowie auf US-Geheimdienstberichte, die darauf hindeuten, dass bis zu 5.000 Kubaner an der Front kämpfen könnten.

Die Ukraine hat ihre diplomatischen Beziehungen zu Kuba erheblich herabgestuft, indem sie ihre Botschaft in Havanna geschlossen hat. Diese drastische Maßnahme ist eine Reaktion auf Vorwürfe, dass Kuba aktiv daran beteiligt ist, Bürger zur Unterstützung der russischen Kriegsanstrengungen in der Ukraine zu rekrutieren. Die Vorwürfe kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Russland und Kuba ein militärisches Kooperationsabkommen unterzeichnet haben, das die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern weiter vertieft.
Ukrainische Regierungsvertreter, darunter Außenminister Andrii Sybiha, haben Kuba beschuldigt, Tausende seiner Bürger als Söldner in den Krieg gegen die Ukraine zu schicken. Diese Anschuldigungen werden durch US-Geheimdienstberichte gestützt, die darauf hinweisen, dass bis zu 5.000 Kubaner an den Frontlinien kämpfen könnten. Die kubanische Regierung hat diese Vorwürfe jedoch vehement zurückgewiesen und erklärt, dass keine staatliche Unterstützung für solche Aktionen existiere.
Die Entscheidung der Ukraine, die Botschaft zu schließen, fiel zeitgleich mit einer historischen Abstimmung bei den Vereinten Nationen, bei der die Ukraine erstmals gegen eine Resolution zur Aufhebung des US-Embargos gegen Kuba stimmte. Diese Abstimmung unterstreicht die wachsende Kluft zwischen den beiden Ländern und die Entschlossenheit der Ukraine, gegen die vermeintliche Unterstützung Kubas für Russland vorzugehen.
Berichten zufolge wurden kubanische Bürger unter falschen Versprechungen nach Russland gelockt, wo ihnen gut bezahlte Baujobs in Aussicht gestellt wurden. Stattdessen wurden ihre Pässe konfisziert, und sie wurden gezwungen, Verträge mit dem russischen Militär zu unterzeichnen. Russische Behörden haben inzwischen zwei Frauen festgenommen, die hinter diesem Rekrutierungsschema stehen sollen.
Die Beziehungen zwischen Kuba und Russland haben historische Wurzeln, die bis in den Kalten Krieg zurückreichen. Kuba hat in der Vergangenheit seine Bürger in Kriege geschickt, die mit den politischen Zielen der Führung übereinstimmten, insbesondere in anti-kolonialen Kämpfen in Afrika. Angesichts der aktuellen geopolitischen Spannungen und der wirtschaftlichen Abhängigkeit Kubas von Russland ist die Rolle Havannas in diesem Konflikt von besonderem Interesse.
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