LONDON (IT BOLTWISE) – Ein neues Programm in Vietnam soll innovative Startups über die komplette Entwicklungskette begleiten. Es startet bei der Ideenfindung, umfasst Technologie- und Produktentwicklung, Markttests sowie Skalierung bis in den In- und Auslandskontext. Bis 2030 sind unter anderem mindestens 150 Startup-Produkte, -Dienstleistungen und -Lösungen für Tests und Anwendungen vorgesehen. Parallel sollen bis 2035 mindestens 500 Startups entstehen, die Forschungsergebnisse und geistiges Eigentum kommerzialisieren.

In Vietnam rückt die Unterstützung für innovative Startups stärker in den Fokus einer nationalen Strategie, die konkrete Engpässe bei Gründungen adressieren soll. Der Kern des Programms lautet: Fördermaßnahmen dürfen nicht bei der Finanzierung erster Schritte stehen bleiben, sondern müssen sich an den realen Bedürfnissen der Wirtschaft orientieren. Gleichzeitig setzt der Ansatz auf Marktnähe und Wachstum als Maßstab, gekoppelt an die sozioökonomische Wirksamkeit der geförderten Vorhaben.
Besonders deutlich wird die Systematik, wenn man sich die gesamte Entwicklungskette ansieht. Das Programm deckt mehrere Phasen ab – von der Ideenfindung über Technologieentwicklung, Produktverfeinerung und Markttests bis hin zu Beschleunigung, Skalierung und Marktentwicklung. Dabei richtet sich der Schwerpunkt nicht nur auf neue Unternehmen, sondern ebenso auf Organisationen und Einzelpersonen, die Forschungsergebnisse verwerten wollen. Ein zentraler Bestandteil ist die Förderung solcher Startups, die Technologien, Produkte und Rechte an geistigem Eigentum aus Forschung heraus in den Markt bringen – inklusive Netzwerkaufbau sowie Inkubations- und Beschleunigungsformaten zur Kommerzialisierung.
Technisch greift das Programm vor allem dort, wo aus Forschung produktionsfähige Lösungen werden müssen. In der Phase von der Technologieentwicklung zum Produkt wird die Unterstützung als sehr konkret beschrieben: Startups sollen Hilfe bei der Entwicklung von Produktionstechnologien und -linien erhalten, außerdem bei der Standardisierung technischer und technologischer Dokumentationen. Ergänzend geht es um die Berechnung und Festlegung von Betriebsparametern, die Konstruktion sowie Fertigung von Prototypen, Formen und neuen Produkten. Ebenso umfasst das Programm Prüf-, Inspektions- und Bewertungsleistungen zur Produktqualität sowie die Anpassung neuer Technologien und Produktionslinien – damit die Entwicklung nicht im Labor stecken bleibt.
Auch die Markt- und Zertifizierungsseite spielt im Design des Programms eine messbare Rolle. Vorgesehen sind Aufgaben zur Erprobung und praktischen Anwendung von Produkten, bei denen Unternehmen unterstützt werden sollen, kontrollierte Studien neuer Produkte und Dienstleistungen durchzuführen. Dazu zählen der Erhalt von Konformitätszertifizierungen sowie Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsprozesse für Produkt- und Warenqualität. Daneben nennt das Programm die Nutzung von Managementsystemen und -instrumenten, um Produktivität und Qualität zu verbessern, sowie die Registrierung von Produkten und Waren, damit diese überhaupt in den Verkehr gebracht werden können. Diese Kombination aus Technik-, Qualitäts- und Marktzugangsschritten erinnert in ihrer Logik an einen „Right-to-Scale“-Ansatz: Wer nur prototypisiert, scheitert später oft an Normen, Prozessen und Zulassungsfähigkeit.
Für den Markt stellt der Zeitplan eine zweite zentrale Dimension dar. Bis 2030 sollen im Rahmen des Programms mindestens 150 innovative Startup-Produkte, -Dienstleistungen und -Lösungen unterstützt werden, damit sie gemeinsam mit staatlichen Stellen, Kommunen, Unternehmen und Großunternehmen an Tests, Anwendungen und der Skalierung teilnehmen können. Mindestens 30 Unternehmen sollen dabei kontrollierte Versuche durchführen; weitere 150 Unternehmen sollen bei Prozessoptimierung und Prototypen für die Produktion Unterstützung erhalten. Bis 2035 folgt eine größere Streuung: mindestens 300 Produkte, Dienstleistungen und Lösungen sollen getestet, angewendet und skaliert werden; 60 Unternehmen sollen kontrollierte Versuche durchführen, während 300 Unternehmen Prozesse verfeinern und Prototypenprodukte für die Massenproduktion entwickeln.
Die Zielgrößen beziehen sich außerdem auf die Unternehmensentstehung und die Qualität der geförderten Firmen. Bis 2030 sollen mindestens 250 innovative Startups gegründet werden, die auf Erprobung und Weiterentwicklung von Technologien sowie auf Produktentwicklung und Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen und geistigem Eigentum setzen. Bis 2035 soll diese Zahl auf mindestens 500 Unternehmen steigen. In der Wachstumsphase liegt der Fokus auf etablierten Akteuren: Bis 2030 sollen mindestens 200 Startups in Inkubations- und Wachstumsphasen gefördert werden, bis 2035 mindestens 400. Mindestens 30 % dieser Unternehmen müssen in Hightech- oder strategischen Technologiesektoren aktiv sein, und 30 % der geförderten Unternehmen sollen innerhalb von 12 Monaten nach Programmende messbar Ergebnisse liefern – etwa Umsatzwachstum, Vergrößerung des Kundenstamms, weitere Investitionen oder die Erschließung internationaler Märkte.
Finanziert wird das Programm mit einem klaren Hebelziel für Kapital außerhalb des Staatshaushalts. Bis 2030 sollen die durch Programmaktivitäten und -aufgaben gewonnenen Investitionen mindestens 100 % des gesamten bereitgestellten Staatshaushalts erreichen; bis 2035 soll die Quote auf mindestens 120 % steigen. Operativ liegt die Umsetzung beim Nationalen Technologie-Innovationsfonds, der unter anderem Pläne, Managementvorschriften und Bewertungsindikatoren ausarbeitet, Anträge entgegennimmt und prüft, Verträge abschließt, Mittel zuteilt sowie Ergebnisse überwacht und bewertet. Die Finanzierung erfolgt dabei in Tranchen, gekoppelt an Evaluationsergebnisse während und am Ende des Förderzeitraums; Anpassungen oder ein Abbruch sind bei jährlichen Bewertungen oder unvorhergesehenen Ereignissen vorgesehen. Für die KI-Entwicklung bedeutet das: Wer Projekte einbringt, die sich am Markt messen lassen und früh in Zertifizierung, Qualitätsprozesse und Skalierungsplanung hineinführen, dürfte die bessere Passung zum Förderdesign haben.
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