LONDON (IT BOLTWISE) – Vivo bringt mit dem X500 Pro Max eine neue Topkamera in die X500-Pro-Serie, erneut in enger Abstimmung mit Zeiss. Besonders im Video setzt das Smartphone mit 4K-Zeitlupe bis 240 fps Maßstäbe. Auf der Fotoseite kombiniert Vivo eine kompaktere Ultraweitwinkel-Kamera mit Multishot-Strategien und eine Hauptkamera auf Basis eines LOFIC-Sensors für mehr Dynamikumfang. Dazu kommt eine 6,85-Zoll-Anzeige mit Zeiss Master Color und bis zu 4400 Nits Spitzenhelligkeit.

Vivo positioniert die X500-Pro-Serie als Schritt unterhalb der Ultra-Linie, dreht aber gleichzeitig an mehreren Stellschrauben, die für Nutzer im Alltag spürbar sein sollen: Bildqualität, Video-Fokus und die Abstimmung von Display und Farbprofilen. Im Zentrum steht das Vivo X500 Pro Max, das als neues Topmodell drei Rückseitenkameras mitbringt und damit eine klare Linie innerhalb der Kooperation mit Zeiss fortsetzt. Vivo arbeitet nach eigenen Angaben bereits seit 2020 zusammen mit Zeiss; die neue Generation baut dabei nicht nur auf vertraute Optik-Begriffe, sondern auch auf Sensor- und Processing-Designs, die speziell bei schwierigen Lichtverhältnissen sowie beim Filmen wirken sollen.
Bei der Ultraweitwinkelkamera setzt Vivo auf einen 1/2,75-Zoll-Sensor mit 50 Megapixeln. Zum Vergleich nennt Vivo das eigene Flaggschiff Vivo X300 Ultra mit einem deutlich größeren 1/1,28-Zoll-Bildwandler. Das X500 Pro Max wählt zusätzlich ein lichtstarkes Objektiv mit f/2,0 und 15 mm (kleinbildäquivalent), was die Erwartungen an die Rauscharmut insbesondere bei hohen ISO-Werten nach oben schiebt. In den ersten Tests soll die Bildqualität trotz der kleineren Sensorfläche sehr gut ausfallen; Vivo führt das vor allem auf ein Multishot-Verfahren zurück, bei dem mehrere Aufnahmen zu einem Ergebnis zusammengeführt werden, statt allein auf eine einzelne Belichtung zu setzen. Genau hier liegt der technische Hebel: Multishot reduziert sichtbares Rauschen und erhöht effektiv den nutzbaren Signalanteil, auch wenn der Sensor physisch kleiner bleibt.
Für die Hauptkamera führt Vivo erstmals einen LOFIC-Sensor (Lateral Overflow Integration Capacitor) ein, entwickelt von Sony (Lytia 910) und mit 50 Megapixeln angegeben. Technisch interessant ist dabei der von Vivo beschriebene Mechanismus: Neben jeder Fotodiode sitzt ein Kondensator, der überschüssige Ladung zwischenspeichert und nicht einfach verloren gehen lässt. Das zielt auf einen erweiterten Dynamikumfang, also darauf, dass helle Bereiche (Himmel, reflektierende Flächen) weniger schnell ausbrennen und dunkle Details stabiler im Bild bleiben. Im Ergebnis geht es weniger um „mehr Schärfe“ als um eine robustere Tonwertwiedergabe über den kompletten Helligkeitsumfang hinweg, was gerade in Alltagsmotiven mit starken Kontrasten oder bei Gegenlicht relevant ist.
Die Telekamera übernimmt Vivo im Kernkonzept aus dem Vivo X300 Ultra: Sie kommt mit einem 1/1,4-Zoll-Sensor mit 200 Megapixeln (Samsung HP0) und einem vergleichsweise lichtstarken Setup (2,67/85 mm). Besonders für längere Brennweiten spielt außerdem die Stabilisierung die entscheidende Rolle, weil Verwacklungen bei Teleaufnahmen stärker durchschlagen. Vivo gibt hier eine Bildstabilisierung nach CIPA-Standard mit bis zu sieben Blendenstufen an. Die Mechanik der Erweiterung bleibt für Nutzer praktisch: Ein 85-mm-Objektiv wird über zwei Zeiss-Label-Telekonverter ergänzt, die die kleinbildäquivalente Brennweite auf 200 mm oder 400 mm verlängern. Das ist nicht nur eine Marketinglogik, sondern beeinflusst direkt, wie flexibel sich Motive aus größerer Distanz einrahmen lassen.
Beim Video macht Vivo den größten Sprung sichtbar. Das X500 Pro Max konnte laut Quelle zur Markteinführung als erstes Smartphone 4K-Zeitlupen mit 240 fps aufnehmen. Gleichzeitig beherrscht es 8K/30p über Haupt- und Telekamera; die Ultraweitwinkelkamera schafft maximal 4K/60p. Hinzu kommt ein umfangreiches Set an Filmwerkstatt-Funktionen: Dualview für parallele Aufnahmen mit Selfie- und Rückkamera, rotierende Filme sowie „Automatischer Bildausschnitt“, bei dem ein menschliches Motiv im Zentrum gehalten wird. Für die Postproduktion bietet Vivo ein flaches Log-Profil an und nennt in Kombination mit Farbstilen wie „Golden“ und „Vivid“ sowie dem Portrait-Video-Stil „Golden Hour“ einen Dynamikumfang von bis zu 17 Blendenstufen; außerdem erlaubt der Pro-Video-Modus manuelle Einstellungen und LUT-Anwendung. In der Praxis ist diese Mischung aus hoher Framerate und Farb-/Workflow-Optionen vor allem für Creator relevant, die Timing und Grading stärker kontrollieren möchten als mit reinen Automatikmodi.
Damit die Aufnahme- und Wiedergabekette konsistent bleibt, passt Vivo die gesamte Kette vom Sensor bis zum Display an. Zeiss Master Color Display mit 6,85 Zoll (3168 x 1440 Pixel) soll eine hohe Farbkonsistenz sicherstellen; außerdem nennt Vivo eine lokale Spitzenhelligkeit von 4400 Nits, was bei direktem Sonnenlicht entscheidend ist, wenn man Belichtungen und Farbnuancen beurteilen will. Die Bildwiederholfrequenz reicht adaptiv von 1 bis 144 Hertz, und das Display ist durch Armor-Glas gegen Kratzer geschützt. In der Kamera-App lassen sich zudem Bokeh-Effekte verschiedener Zeiss-Objektive simulieren (Biotar, B-speed, Sonnar, Planar, Distagon und Cinematic) sowie eine virtuelle Blende bis f/0,95 mit entsprechend starker Hintergrundunschärfe. Kombiniert man das mit dem Display, wird aus einer reinen „Kamerafunktion“ ein durchgängiger Workflow, in dem Vorschau und Ergebnis stärker zusammenpassen.
Für Fokus und Tracking setzt Vivo auf einen Laser-Focus-Sensor mit 1536 Punkten und eine X Track Engine für Haupt- und Telekamera, die Objekte mit einer Abtastung von 60 fps verfolgen kann (bei Videos bis 4K/120p). Laut Hersteller hält die Lock-On-Motivverfolgung für menschliche Motive den Fokus auch dann, wenn Personen kurzzeitig aus dem Bild verschwinden oder teilweise verdeckt werden. Die Rechenleistung liefert der neuste MediaTek-Prozessor Dimensity 9600 Pro; der Strom kommt aus einem 6750-mAh-Akku. Das Betriebssystem ist Android 17 mit OriginOS 7. Daneben startet auch das Vivo X500 Pro: Es kostet rund 200 Euro weniger, arbeitet mit einer kleineren Telekamera (64 Megapixel auf 1/2 Zoll, Sony Lytia 610) und deckt Zeitlupen bis maximal 4K/120 fps ab. In Deutschland ist die X500-Pro-Serie ab dem 27. Oktober im offiziellen Vivo-Store sowie über den offiziellen Vivo-Store auf Amazon erhältlich, mit einem X500 Pro Max bei rund 1600 Euro und dem X500 Pro bei rund 1400 Euro.
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