Ein iPhone Pro verliert im Ankauf nach vier Generationen gut 60 Prozent seines Werts. Android-Modelle halten sich im ersten Jahr besser, fallen danach aber schneller. Durchschnittliche Ankaufpreise zeigen, wann sich der Verkauf lohnt und warum Reparatur und Wiederverkauf zusammengehören.
Wer sein Smartphone alle zwei bis drei Jahre ersetzt, finanziert das neue Gerät zu einem guten Teil mit dem alten. Wie viel dabei herauskommt, hängt weniger vom Hersteller ab als vom Zeitpunkt. Das zeigt ein Vergleich aktueller Ankaufpreise für gebrauchte Geräte im Bestzustand.
Trotzdem bleibt ein großer Teil der alten Geräte ungenutzt. In vielen Haushalten liegen zwei, drei oder mehr ausgemusterte Smartphones in Schubladen. Jeder Monat dort kostet Geld, denn der Wiederverkaufswert sinkt weiter, auch wenn das Gerät gar nicht benutzt wird.
Die Zahlen: Was du im Durchschnitt bekommst
Die Übersicht vergleicht jeweils die Version mit 256 GB Speicher über mehrere Modellgenerationen. Angegeben ist der durchschnittliche Ankaufpreis großer Ankaufsplattformen in Deutschland für ein Gerät im Zustand „wie neu“, Stand Oktober 2026.
| Alter | iPhone Pro | Samsung Galaxy S | Google Pixel |
|---|---|---|---|
| aktuell | 1.020 € (iPhone 18 Pro) | 440 € (Galaxy S26) | 485 € (Pixel 11) |
| 1 Generation | 860 € (iPhone 17 Pro) | 405 € (Galaxy S25) | 440 € (Pixel 10) |
| 2 Generationen | 645 € (iPhone 16 Pro) | 335 € (Galaxy S24) | 320 € (Pixel 9) |
| 3 Generationen | 495 € (iPhone 15 Pro) | 245 € (Galaxy S23) | 240 € (Pixel 8) |
| 4 Generationen | 395 € (iPhone 14 Pro) | 165 € (Galaxy S22) | nicht erfasst |
Die Preise stammen aus den Ankaufslisten von recanbo und weiteren großen Ankaufsplattformen, angegeben ist jeweils der Durchschnitt. recanbo ist eine Plattform für gebrauchte Elektronik mit Schwerpunkt Smartphones. Heute kauft recanbo Smartphones, Tablets und Smartwatches an, künftig verkauft die Plattform auch geprüfte Gebrauchtgeräte. Je nach Anbieter weicht das konkrete Angebot vom Durchschnitt ab, bei einzelnen Modellen um mehr als 100 Euro. Ein Vergleich vor dem Verkauf lohnt sich deshalb.
iPhone: Der Wert sinkt Jahr für Jahr deutlich
Beim iPhone ist schon der erste Schritt spürbar. Ein iPhone 17 Pro bringt im Schnitt rund 16 Prozent weniger als das aktuelle Modell. Danach geht es im ähnlichen Tempo weiter: Zwischen iPhone 17 Pro und iPhone 16 Pro liegen 215 Euro, also 25 Prozent. Die nächsten Generationen kosten jeweils noch einmal gut 20 Prozent.
Wer ein iPhone Pro zwei Jahre nutzt und dann verkauft, gibt also mehr Wert ab als im ersten Jahr. Nach vier Generationen bleiben beim iPhone 14 Pro im Schnitt noch 395 Euro, das sind knapp 40 Prozent des aktuellen Modells.
Dass iPhones trotzdem gefragt bleiben, hat Gründe: Apple versorgt seine Geräte viele Jahre mit Updates, und die Nachfrage nach gebrauchten Modellen ist hoch. Ein Vorjahresmodell ist für viele Käufer eine günstige Alternative zum Neugerät. Je weiter ein Modell zurückliegt, desto stärker rücken neue Funktionen wie bessere Kameras oder schnellere Chips in den Vordergrund, und der Preis fällt weiter.
Android: Ruhiger Start, steiler Fall
Bei Samsung ist das Bild anders. Ein Galaxy S25 bringt im Ankauf nur 8 Prozent weniger als das S26. Danach fällt der Wert immer schneller: minus 17 Prozent zum S24, minus 27 Prozent zum S23 und minus 33 Prozent zum S22. Nach vier Generationen bleiben knapp 40 Prozent, also ähnlich viel wie beim iPhone.
Googles Pixel folgt einem ähnlichen Muster. Pixel 10 und Pixel 11 liegen rund 9 Prozent auseinander, danach geht es mit 27 und 25 Prozent pro Generation deutlich bergab. Das Pixel 8 bringt nach drei Generationen nur noch die Hälfte des aktuellen Modells. Samsung und Google versprechen ihren neueren Modellen ab Galaxy S24 und Pixel 8 zwar sieben Jahre Updates. Den Preisrutsch ab dem zweiten Jahr verhindert das aber nicht.
Für Besitzer eines Android-Smartphones heißt das: Das erste Jahr nach dem Kauf ist das günstigste Fenster für einen Verkauf. Wer länger wartet, verliert ab dem zweiten Jahr deutlich schneller an Wert als zu Beginn.
Der beste Zeitpunkt im Jahr
Neben dem Alter spielt auch der Kalender eine Rolle. Apple stellt neue iPhones traditionell im September vor, Samsung die Galaxy-S-Reihe zu Jahresbeginn und Google neue Pixel-Modelle im Spätsommer. Kurz nach diesen Terminen rutschen die Vorgänger eine Stufe nach unten, und die Ankaufpreise passen sich an.
Wer ohnehin auf ein neues Modell wechseln will, verkauft das alte Gerät deshalb am besten vor der Vorstellung des Nachfolgers oder direkt nach dem Umstieg. Wochenlang beide Geräte parallel zu behalten, kostet bares Geld. Bei einem iPhone Pro macht eine einzige Generation im zweiten Jahr rund 200 Euro aus.
Was den Preis im Einzelfall bestimmt
Neben dem Alter entscheiden drei Faktoren über den Ankaufpreis:
- Speicher: Ein iPhone 16 Pro mit 1 TB bringt im Schnitt 885 Euro, mit 128 GB sind es 575 Euro.
- Zustand: Kratzer im Display oder am Rahmen führen zu Abschlägen. Die Preise oben gelten nur für Geräte ohne sichtbare Gebrauchsspuren.
- Akku: Bei iPhones zeigt die Akkukapazität in den Einstellungen, wie stark der Akku gealtert ist. Liegt sie unter 80 Prozent, ziehen viele Ankäufer etwas ab.
Wie stark der Akku den Preis drückt, zeigt eine Auswertung hier bei IT BOLTWISE: Bei einem iPhone-Akku unter 80 Prozent sinkt der Wiederverkaufswert um 10 bis 25 Prozent. Kleinere Schäden muss trotzdem niemand hinnehmen. Ein gesprungenes Display oder ein schwacher Akku lassen sich oft günstiger beheben, als der Preisabschlag ausmacht. Welche Lösungen es für typische Schäden an Display, Akku und Software gibt, zeigt ein Ratgeber bei techfacts.de. Ob sich die Reparatur vor dem Verkauf lohnt, hängt vom Modell ab: Bei einem iPhone 15 Pro mit rund 500 Euro Ankaufswert ist ein neuer Akku meist gut investiert, bei einem iPhone 11, das im Schnitt nur noch rund 65 Euro bringt, eher nicht.
Reparieren, weiterverkaufen, weiternutzen
Der Gebrauchtmarkt für Smartphones lebt davon, dass Geräte nach dem ersten Besitzer weiterlaufen. Dazu gehört eine fachgerechte Aufbereitung. Ein Akkutausch oder ein neues Display verlängert die Lebensdauer um Jahre und macht ein Gerät für den nächsten Nutzer attraktiv. Gerade bei teuren Pro-Modellen ist eine professionelle Reparatur deshalb oft wirtschaftlicher als ein Neukauf.
Genau dort setzen Plattformen wie recanbo an. Sie kaufen Geräte an, prüfen sie technisch, tauschen bei Bedarf Verschleißteile und bringen sie wieder in Umlauf. Für Verkäufer bedeutet das einen festen Preis ohne Anzeigen und Verhandlungen. Für Käufer entsteht ein Angebot an geprüften Gebrauchtgeräten, das deutlich günstiger ist als ein Neugerät. Mit dem geplanten Verkauf geprüfter Gebrauchtgeräte schließt recanbo diesen Kreislauf: Ein Smartphone, das heute angekauft wird, kann nach Prüfung und Aufbereitung beim nächsten Nutzer ein zweites Leben beginnen.
Vor dem Verkauf: Konten abmelden
Vor dem Verkauf müssen alle Konten vom Gerät entfernt werden. Bei Apple heißt das: „Wo ist?“ ausschalten und die Apple-ID abmelden. Bei Android gehört das Google-Konto entfernt. Sonst bleibt die Aktivierungssperre aktiv, und das Gerät ist für den Käufer nicht nutzbar. Anschließend werden Daten gesichert, das Gerät auf Werkseinstellungen zurückgesetzt und SIM-Karte oder eSIM entfernt.
Fazit: Nicht zu lange warten
Die Zahlen sprechen für einen frühen Verkauf. Wer sein altes Smartphone nach ein bis zwei Generationen abgibt, bekommt noch einen großen Teil des Werts zurück. Wer es drei oder vier Jahre in der Schublade liegen lässt, verschenkt bei einem iPhone Pro im Schnitt 500 Euro und mehr. Ein kurzer Vergleich aktueller Ankaufpreise lohnt sich deshalb, sobald das neue Gerät eingerichtet ist.
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