LONDON (IT BOLTWISE) – Microsoft rollt Windows-11-Nutzern neue Startmenü-Optionen aus, die Größe und sichtbare Bereiche wieder einstellbar machen. Nach dem optionalen Update KB5120998 können Anwender bereits heute per Vivetool Anpassungen freischalten. Besonders relevant ist die Möglichkeit, Kategorien wie „Angeheftet“, „Empfohlen“ und „Alle“ gezielt zu deaktivieren, um Platz zu sparen. Für das vollständige Rollout wird ein Patchday im September ab dem 8. September genannt.

Das Windows-11-Startmenü hat viele Nutzer lange genervt – nicht wegen fehlender Funktionen, sondern wegen der Bildschirmfläche, die es im Alltag plötzlich beanspruchte. Ende des vergangenen Jahres veränderte Microsoft die Darstellung so stark, dass das Startmenü teils fast den gesamten Sichtbereich einnahm und damit andere Inhalte verdeckte. Umso spürbarer ist jetzt die Rückkehr zu dem, was Power-User von Windows 10 kannten: eine Personalisierung, bei der die Nutzeroberfläche wieder dem eigenen Arbeitsstil folgt statt umgekehrt.
Technisch gesehen geht es dabei nicht nur um „größer oder kleiner“, sondern um feinere Steuerung der Startmenü-Elemente. In den neuen Einstellungen unter „Einstellungen > Personalisierung > Start“ können Anwender festlegen, aus welchen Bestandteilen das Startmenü besteht. Microsoft bündelt dabei drei klassische Bereiche – „Angeheftet“, „Empfohlen“ und „Alle“ – und ermöglicht deren gezielte Deaktivierung. Damit lässt sich das Startmenü für Produktivarbeit wieder schlanker machen, etwa wenn ein Nutzer weder angeheftete Kacheln noch Empfehlungen dauerhaft sichtbar haben möchte.
Ein Detail, das in der Praxis schnell auffällt: Microsoft hat den Bereich „Empfohlen“ in „Zuletzt verwendet“ umbenannt. Das ist keine reine Kosmetik, sondern ändert vor allem die Erwartungshaltung: Nutzer sollen klarer erkennen, worauf die Inhalte basieren. Außerdem können sie Profilinformationen wie Namen oder Profilbild ausblenden, wenn beides nicht dauerhaft im Startmenü sichtbar sein soll. Ergänzend kommen neue Optionen zur Größe: „Automatisch (Standard)“, „Klein“ und „Groß“. Die automatische Variante passt die Größe an den Inhalt an – wer vor allem wegen eines zu großen Menüs zurückschreckt, wird daher eher „Klein“ als logische Wahl ansehen.
Was weiterhin fehlt, ist die komplett freie Größenanpassung per Ziehen an den Rändern. Genau diese Interaktion war in Windows 10 noch möglich, ist in Windows 11 laut der aktuellen Beschreibung nicht mehr als Option vorgesehen. Für Administratoren und IT-Abteilungen ist das ein wichtiger Punkt: Wer UI-Layouts in Teams oder im Schulungsbetrieb vereinheitlichen will, muss sich stärker auf die neuen, vordefinierten Schalter („Klein“, „Groß“, automatische Anpassung sowie das Ein-/Ausblenden von Bereichen) verlassen – die „freie“ Pixel-Feinjustierung bleibt dagegen aus. Unterm Strich zielt die Änderung damit weniger auf maximale Gestaltungsfreiheit, sondern auf besser planbares Verhalten im täglichen Betrieb.
Microsoft ordnet die Startmenü-Anpassungen zudem in eine breitere Leistungsarbeit rund um die Bedienbarkeit von Windows 11 ein. Bereits zuvor wurden Anpassungen eingeführt, die Start und Reaktion des Startmenüs sowie anderer Anwendungen beschleunigen sollen. Konkret ist von einem „Low-Latency-Profil“ die Rede, das im Juni für alle Nutzer ausgerollt und im August noch einmal verfeinert wurde. Für Endanwender äußert sich das typischerweise in dem Wunsch nach „snappiger“ UI-Reaktion – also weniger gefühlter Verzögerung zwischen Eingabe und sichtbarem Ergebnis – und passt damit zu der Rückkehr einer stärker steuerbaren Oberfläche.
Beim Rollout ist ebenfalls Tempo und Realismus gefragt: Die neuen Startmenü-Funktionen sollen voraussichtlich mit dem nächsten Windows-Patchday im September kommen, der auf den 8. September angesetzt ist. Da Microsoft schrittweise ausrollt, erhält nicht zwingend jeder Nutzer direkt ab Tag 1 die Änderungen. Wer früher testen will, kann laut der Quelle schon jetzt mithilfe von Vivetool aktiv werden, sofern vorher das optionale Update KB5120998 installiert wurde. Für Unternehmen ist das zweigeteilt: Einerseits können sie damit schneller evaluieren, ob das neue Startmenü die gewünschte Platzreduktion und Elementsteuerung liefert; andererseits müssen sie Rollout-Strategien und Support-Antworten entsprechend vorbereiten, weil Nutzergruppen mit unterschiedlichen Funktionsständen rechnen müssen.
Insgesamt ist die Richtung klar: Das Startmenü wird schneller wirken, besser reagieren und vor allem wieder personalisierbar, ohne dass das System die Bildschirmfläche „für sich“ beansprucht. Auch wenn Nutzer berichten konnten, dass die Anpassungen über ein längeres Zeitfenster hinweg fehlten, reduziert die jetzige Kombination aus UI-Steuerung und Performance-Verbesserungen den Reibungsverlust im Tagesgeschäft. Für Windows-11-User bedeutet das konkret: weniger Scrollen und mehr Übersicht im Startbereich, und für IT-Teams eine überschaubare Menge an UI-Optionen, die sich in Schulungen oder Rollout-Dokumentationen sauber abbilden lassen.
Offen bleibt damit vor allem eine Frage, die viele nach einem „echten“ Comeback von Windows 10-Interaktionen stellen: Ob Microsoft langfristig doch wieder eine freie Größenanpassung über den Rand zulässt. Aktuell bleibt es bei den festen Größenmodi und den ein- oder ausschaltbaren Bereichen. Wer bereits mit Vivetool experimentiert oder das optionale Update KB5120998 installiert hat, kann die Wirkung im eigenen Setup zeitnah bewerten; alle anderen sollten die Auslieferung zum Patchday im September im Blick behalten.
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