CHINA / LONDON (IT BOLTWISE) – Xiaomi startet mit dem Xiaomi 18 Fold in China ein neues Foldable im Format eines „Ultra“-ähnlichen, breiteren Foldables. Das aufgeklappte Gerät soll laut Hersteller nur 5,02 Millimeter tief sein, bei 219 Gramm Gesamtgewicht. Auffällig ist zudem der Wechsel zu einem eigenen 3-nm-Chip namens Xring O3 mit All-Big-Core-CPU-Design. Beim Kamerasystem setzt Xiaomi erneut auf Leica und nennt eine 200-Megapixel-Hauptkamera.

Mit dem Xiaomi 18 Fold verschiebt sich der Wettbewerb im Foldable-Segment spürbar weg vom reinen „Z-Formfaktor“ hin zu breiteren Hauptdisplays. Xiaomi positioniert das neue Gerät laut Hersteller als erstes Foldable der Xiaomi-18-Serie und tritt dabei direkt gegen etablierte Kandidaten wie das Samsung Galaxy Z Fold 8, Honor Magic V6 und Oppo Find N6 an. Genau dieser Zeitdruck ist im Markt spürbar: Während einige Hersteller weiterhin zwischen verschiedenen Formfaktoren iterieren, versucht Xiaomi mit einem klaren Design-Statement gleichzeitig Argumente bei Ergonomie und Technikdichte zu liefern.
Der Ansatz zeigt sich zuerst bei den harten äußeren Kennzahlen. Im aufgeklappten Zustand gibt Xiaomi für das Gehäuse eine Tiefe von nur 5,02 Millimetern bei 219 Gramm Gesamtgewicht an. Dazu kommt eine IP59-Zertifizierung, die vor allem für eine höhere Robustheit im Alltag werben soll – insbesondere bei Staub sowie starkem Wasserstrahl. Für den Praxisnutzen ist das relevant, weil Foldables konstruktionsbedingt mehr Angriffsfläche bieten: Gelenkbereich, Scharnierzone und Displaykanten sind kritische Stellen, an denen Hersteller typischerweise mit Material- und Dichtkonzepten nachschärfen.
Auch das Displaydesign folgt dem „breiter statt höher“-Gedanken. Auf der Außenseite nutzt Xiaomi ein 5,38-Zoll-Display, während das Hauptdisplay im geöffneten Zustand auf 7,58 Zoll kommt. Beide Panels sollen AMOLED sein und eine Bildwiederholrate von 120 Hz bieten, zudem nennt Xiaomi eine maximale Spitzenhelligkeit von bis zu 4.000 Nits. Besonders interessant ist hier die Abstimmung: Ein breiteres Format verändert nicht nur die Darstellung von Apps, sondern auch das Rendering-Verhalten bei UI-Elementen, weil sich Verhältnis, Textskalierung und Flächenlayout stärker unterscheiden als bei klassisch hohen Foldable-Panels.
Technisch rückt beim Xiaomi 18 Fold vor allem der Prozessor in den Fokus: Xiaomi setzt nicht auf den genannten Snapdragon-Flaggschiff-Ansatz, sondern auf den frisch vorgestellten Xiaomi Xring O3. Dabei handelt es sich laut Hersteller um einen 3-nm-Chip im All-Big-Core-Design. Die CPU-Konfiguration umfasst 2x ARM C1 Ultra mit 4,35 GHz, 4x C1 Premium mit 3,68 GHz und 4x C1 Pro mit 3,15 GHz; ergänzt wird das Ganze durch 16 GPU-Kerne. Aus Unternehmensangaben geht zudem hervor, dass der Xring O3 in ersten Benchmarks sowohl gegen den Tensor G6 als auch gegen den Snapdragon 8 Elite Gen 5 performen soll – in einem Szenario, in dem KI-lastige Workloads, Browser-Rendering und Gaming-Lastprofile mit ähnlichen Engpässen um Speicherbandbreite und thermische Budgets konkurrieren.
Die Energieversorgung ist dabei ebenso konkret angegeben wie die Leistungsseite: Für das Xiaomi 18 Fold nennt Xiaomi einen 6.000-mAh-Akku. Beim Laden setzt das Gerät auf kabelgebundenes Laden via USB-C mit bis zu 67 Watt sowie kabelloses Laden mit maximal 50 Watt. Für Foldables ist das mehr als nur Komfort, weil sich durch das größere Panel und die zwei nutzbaren Displaymodi die Momentlasten in unterschiedlichen Szenarien verschieben. Auch die Wärmesituation ist damit stärker in den Fokus gerückt: Wenn ein All-Big-Core-Design hohe Taktraten bereitstellt, muss das Thermal- und Power-Management im Betrieb besonders stabil skalieren.
Beim Kamerasystem bleibt Xiaomi im Premium-Kontext und arbeitet erneut mit Leica zusammen, wie es zuvor bereits beim Xiaomi 17 Ultra der Fall war. Die Hauptkamera basiert auf einem 200-Megapixel-Sensor (f/1,7; 1/1,56 Zoll) mit Leica-Optik. Xiaomi nennt für Video 8K bei 24 fps und Slow-Motion in 1.080p mit 960 fps. Dazu kommen eine 50-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera sowie ein 50-Megapixel-Periskop-Teleobjektiv (f/2,8) mit 3,5-fachem optischen Zoom; für Selfies ist eine 16-Megapixel-Frontkamera vorgesehen. Der technische Knackpunkt in der Praxis liegt weniger in der Zahl der Megapixel, sondern im Zusammenspiel aus Sensorgröße, Lichtstärke und Verarbeitung: Besonders bei Foldables, die im Alltag oft zwischen kurzen Momenten und längeren Foto-/Video-Sessions wechseln, entscheiden Stabilisierung, Autofokus-Tracking und die Bildnachverarbeitung über die tatsächliche Detailqualität.
Preislich bleibt Xiaomi zunächst auf den chinesischen Markt fokussiert. Die Basisversion mit 12 GB RAM und 256 GB Speicher startet bei 10.999 Yuan (etwa 1.400 Euro), während das Topmodell mit 16 GB RAM und 1 TB Speicher für 14.999 Yuan (etwa 1.920 Euro) verfügbar sein soll. Ein globaler Launch gilt bislang als unklar, und der Text nennt als Indiz, dass Xiaomi mehrere vergleichbare Modelle (etwa Mix Flip 2 und bestimmte Ultra- bzw. Fold-Varianten) in Deutschland bisher nicht veröffentlicht hat. Für europäische Käufer und IT-Verantwortliche, die Foldables in Rollouts berücksichtigen, bedeutet das: Planbar wird die Frage nach Verfügbarkeit, Service und langfristiger Softwarepflege erst, wenn Xiaomi eine Marktstrategie außerhalb Chinas konkret macht.
Unterm Strich zeigt das Xiaomi 18 Fold, dass sich Foldables längst zu „Allround-Notebooks auf Mobilniveau“ entwickeln – nicht nur wegen der großen Displays, sondern durch die Kombination aus Chip-Eigenentwicklung, hohen Helligkeitswerten und leistungsstarkem Laden. Gleichzeitig wirkt der Wechsel zu einem eigenen 3-nm-Prozessor mit All-Big-Core-Design wie ein Signal, bei Leistung und KI-nahen Workloads unabhängig vom jeweiligen Ökosystem zu werden. Für den Markt bleibt das spannend: Sobald weitere Hersteller ähnliche Displayformate und eigene Chip-Strategien gegeneinander ausspielen, wird das Feld weniger über „Formfaktor-Fragen“ und stärker über Plattformstabilität, Effizienz und Bildverarbeitung entschieden.
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