LONDON (IT BOLTWISE) – On-Chain-Daten zeigen: Wallets mit mindestens 10 Millionen XRP kontrollieren 68,5% des Gesamtbestands – so hoch wie seit November 2022 nicht mehr. Trotz dieser Ballung ist der Kurs von XRP seit Jahresbeginn um rund 29% gefallen. Für eine nachhaltige Erholung nennt der Markt technische Trigger wie ein klares Ausbrechen über den 50-Tage-Durchschnitt bei 1,40 US-Dollar. Zusätzlich soll dafür maßgeblich sein, dass ETF-Zuflüsse die zuvor genannte 1,804-Milliarden-Dollar-Marke übertreffen.

Die Zahl wirkt auf den ersten Blick wie ein Bullensignal: Wallets, die mindestens 10 Millionen XRP halten, kontrollieren aktuell rund 68,5% der gesamten Tokenmenge. Laut On-Chain-Auswertung durch Santiment markiert dieser Anteil den höchsten Stand seit November 2022. Gleichzeitig liefert der Kursverlauf jedoch den Gegenbeweis, denn XRP liegt trotz der großen Konzentration noch immer deutlich unter früheren Niveaus und ist im laufenden Jahr um etwa 29% zurückgegangen. Genau darin steckt die eigentliche Nachricht: Der Markt diskutiert nicht nur, wer wie viele Coins besitzt, sondern was dieser Besitzverlauf tatsächlich über zukünftige Nachfrage aussagt.
Technisch betrachtet misst die Kennzahl „Whale Ownership“ eine Verteilung von Wallet-Balances, nicht direkt Kauf- oder Verkaufsintentionen. Wenn Exchange-Cold-Wallets, ETF-verwahrende Stellen oder auch die Treasury eines Unternehmens als „Whale“-Kategorie in die Betrachtung fallen, kann eine scheinbar steigende Dominanz schlicht den Wechsel von Beständen widerspiegeln: Coins wandern von einer Aufbewahrungsform in eine andere, ohne dass daraus automatisch zusätzliche Markt-Kaufdruck entsteht. Diese Unterscheidung ist für das Kursverständnis entscheidend, weil ein hoher Whale-Anteil zwar Liquidität entziehen kann, die kurzfristige Preiswirkung aber auch ausbleiben kann, wenn die großen Halter nicht zusätzlich akkumulieren. Der Quellenkontext deutet zudem an, dass die 68,5%-Quote in erster Linie durch Speicher- und Verwahrbewegungen „verschoben“ sein könnte.
Auch auf der Chart-Seite ist die Lage damit ambivalent. XRP wird in der Quelle mit etwa 1,32 US-Dollar gehandelt und damit um rund 13,8% im Monatsverlauf sowie um 28,9% seit Jahresbeginn niedriger beziffert. Für eine Rückkehr Richtung 2 US-Dollar müsste XRP laut genanntem Szenario um 51,5% zulegen. Der nächste praktische Maßstab ist dabei nicht nur eine runde psychologische Marke, sondern ein technischer Schwellenwert: Ein „entscheidender Close“ über dem 50-Tage-Durchschnitt bei 1,40 US-Dollar soll erst den Ton für echte Nachfragewechsel angeben. Dieses Signal ist für viele Trader relevant, weil der 50-Tage-Durchschnitt häufig als Glättung für den mittelfristigen Trend dient und Breakouts darüber häufig mit Momentum- und Risikomanagement-Regeln zusammenfallen.
Darüber hinaus verweist die Quelle auf einen zweiten Hebel: ETF-Zuflüsse. Genannt wird, dass für ein bullishes Bild Zuflüsse über den vorherigen Hochpunkt bei 1,804 Milliarden US-Dollar hinausgehen müssten. Damit verschiebt sich die Debatte von der rein on-chain getriebenen „Halterstruktur“ hin zu einem Zusammenspiel aus institutionellem Fluss und Krypto-internen Besitzdaten. Historisch ist das Muster aus Sicht vieler Marktteilnehmer vertraut: Nach Tiefphasen brauchen Assets häufig nicht nur interne Stabilität, sondern auch externe Nachfrageimpulse. In der Quelle wird außerdem der zeitliche Rahmen skizziert, nach dem XRP im Oktober 2023 noch um 0,54 US-Dollar gehandelt wurde, bevor es im Juli 2025 ein Allzeithoch bei 3,65 US-Dollar erreichte.
Bemerkenswert ist dabei die Einordnung, weshalb der Whale-Anteil gerade jetzt wieder Aufmerksamkeit bekommt. Die Dominanz großer Wallets war bereits im Umfeld der Kryptowährungs-Tiefpunkte nach dem FTX-Kollaps im November 2022 hoch, also in einer Phase, in der viele Marktakteure eher Kapital sichern als aggressiv handeln. Ein ähnlich hoher Whale-Anteil heute kann daher zwei Lesarten erlauben: Entweder haben sich tatsächlich geduldige Langfristinvestoren weiter positioniert und entziehen dem Markt potenzielle Verkaufsangebote, oder die Quote spiegelt vor allem eine Umsortierung von Beständen wider, die kurzfristig keinen „neuen“ Nachfrageimpuls erzeugt. Dass die Quelle explizit zwischen „neuen Käufen“ und „Storage Shifts“ trennt, macht diese zweite Lesart sehr plausibel – und sie erklärt, warum ein hoher Whale-Anteil allein den Kurs nicht automatisch stützt.
Für Unternehmen, die Krypto-Assets oder Blockchain-Daten strategisch verfolgen, ist die wichtigste Schlussfolgerung weniger die Schlagzeile als die Methodik dahinter: Whale-Kennzahlen sollten stets gemeinsam mit Flussdaten und Markt-Triggern betrachtet werden. Praktisch heißt das, dass man Whale Ownership nicht als isolierten Indikator liest, sondern mit Blick auf Kategorien (börsennah vs. verwahrend vs. Treasury), Zeitverläufe und Preisreaktionen nach Breakout-Leveln. Der in der Quelle genannte Trigger-Katalog – ein Close über 1,40 US-Dollar (50 Tage) sowie ETF-Zuflüsse über 1,804 Milliarden US-Dollar – liefert dafür ein messbares Raster. Ob daraus tatsächlich eine Bewegung Richtung 2 US-Dollar entsteht, hängt dann an der Frage, ob die großen Halter „nur umpositionieren“ oder ob sich auf der Käuferseite im gleichen Zeitraum echtes Momentum aufbaut.
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