LONDON (IT BOLTWISE) – XRP notiert rund 65% unter dem Allzeithoch, während die monatlichen Freigaben aus dem Escrow-Konto die verfügbare Tokenmenge fortlaufend erhöhen. Gleichzeitig zeigen Spot-XRP-ETFs seit September deutlich nachlassende Zuflüsse. In der Prognose werden bis 2036 drei Pfade durchgerechnet: etwa 0,50 US-Dollar, 3 US-Dollar und 10 US-Dollar. Entscheidend bleibt damit weniger nur die Kursfantasie, sondern vor allem wie stark Nachfrage über ETFs und Zahlungsvolumen tatsächlich wächst.

Rund ein Jahr nach dem Sprung auf neue Höchststände wirkt XRP wie ein Markttest für Geduld: Der Kurs liegt bei etwa 1,29 US-Dollar und damit deutlich unter dem Rekord von 3,65 US-Dollar. Aus Anlegersicht ist die Bruchstelle dabei weniger die einzelne Tagesvolatilität, sondern die Kombination aus sinkendem ETF-Interesse und einem Mechanismus, der das Angebot strukturell erweitert. Denn beim XRP Ledger sorgt die fortlaufende Freigabe aus einem Escrow-Konto dafür, dass die zirkulierende Menge nicht „stehen bleibt“, selbst wenn die Nachfrage gerade stagniert.
Wer eine Preisrange für das Jahr 2036 ableiten will, kommt an einer simplen, aber harten Rechenregel nicht vorbei: Der Marktwert einer Kryptowährung entspricht dem Preis multipliziert mit der Anzahl der Token im Umlauf. Im vorliegenden Szenario-Ansatz wird XRP grob mit einem Marktwert von 81,6 Mrd. US-Dollar verortet. Verglichen werden dabei auch die Größenordnungen von Bitcoin (1,62 Billionen US-Dollar) und Ethereum (286,4 Mrd. US-Dollar), wodurch die Ausgangslage klar wird: Selbst das „Base Case“-Ziel von 3 US-Dollar würde XRP auf einen Marktwert von rund 189,8 Mrd. US-Dollar heben und damit über Ethereum liegen, aber unter Bitcoin bleiben.
Die Szenarien selbst bilden drei unterschiedliche Erwartungsniveaus ab. Im Bear-Fall von 0,50 US-Dollar läge der Marktwert bei etwa 31,6 Mrd. US-Dollar, was eine erhebliche Kurskorrektur gegenüber dem aktuellen Niveau bedeuten würde. Der Bull-Case von 10 US-Dollar ist dagegen ein Anspruchsszenario: Hier würde sich der Marktwert rechnerisch auf 632,5 Mrd. US-Dollar belaufen, Ethereum zwar übertreffen, Bitcoin aber nicht zwingend einholen. Der entscheidende technische Knackpunkt steckt dabei in den Supply-Dynamics: Da Ripple einen großen Anteil in Escrow hält, muss der Preis langfristig bei wachsender Zirkulation „mehr“ leisten, als es in früheren Zyklusphasen nötig war. Ein historischer Bezugspunkt liefert der Hinweis, dass XRP im Januar 2018 über 3 US-Dollar gehandelt wurde, als weniger Token im Umlauf waren.
Untermauert wird diese Angebotslogik im Artikel über die Nachfrage-Seite, konkret über Spot-XRP-ETFs. Diese Fonds halten XRP direkt und können dadurch beim Zeichnen neuer Anteile Kaufdruck erzeugen. Stand Oktober 23 wird ein kumuliertes Netto-Plus von 1,80 Mrd. US-Dollar genannt, allerdings mit einem Muster, das für den Kursverlauf zentral ist: Viele Tage im Oktober verzeichneten laut Angaben „Null-Nettozufluss“. Ein Beispiel sind 0,7 Mio. US-Dollar am 21. Oktober und 3,5 Mio. US-Dollar am 22. Oktober, während an anderen Tagen keine Netto-Zuflüsse gemeldet wurden. Diese Flaute wird mit dem Kursverhalten verknüpft: Nach einer Phase mit höheren Zuflüssen im September startete XRP bei etwa 1,38 US-Dollar und endete bei rund 1,49 US-Dollar, ein Plus von 8,0%, während sich die Kursentwicklung in Oktober offenbar in die Richtung geringerer Zuflüsse mit eingependelt hat.
Neben ETFs rückt der Text auch die Marktbreite und die Rolle von Payment Growth in den Mittelpunkt. Für eine Kryptowährung wie XRP bedeutet das im Kern: Steigt das Volumen von grenzüberschreitenden Transaktionen, steigt potenziell der praktische Nutzwert der Token-Ökonomie. Der Artikel verweist dabei auf eine Remittance-Analyse, in der es darum geht, wie XRP bewertet werden könnte, wenn es einen relevanten Anteil am internationalen Zahlungsverkehr abbekommt. Ergänzend wird ein Blick auf die Markt-Rotation gelegt: Während Bitcoin in den letzten 90 Tagen laut den Angaben um 23,4% zulegte und sich um 80.500 US-Dollar bewegt, wuchs XRP in derselben Zeit nur um 15,6%. Das ist keine Garantie für die Zukunft, liefert aber ein Stimmungsbarometer dafür, wie schwer es XRP im Vergleich zu den „großen“ Tokens offenbar hat, temporär dieselbe Aufwärtsdynamik zu erreichen.
Für die Frage „Wo könnte XRP in 10 Jahren stehen?“ werden daraus konkrete Bedingungen abgeleitet. Am plausibelsten gilt in dem Ansatz das 3-US-Dollar-Ziel bis 2036, während 10 US-Dollar als deutlich unwahrscheinlicher beschrieben wird. Als Schwellenwerte werden dabei ein Umbruch auf das Niveau oberhalb von 0,99 US-Dollar genannt, verbunden mit der Rückeroberung von 1,53 US-Dollar als Referenzmarke aus Ende September. Darüber hinaus sollen die ETF-Zuflüsse wieder in die Nähe früherer Spitzenwerte kommen, etwa bei 22,6 Mio. US-Dollar pro Tag als Größenordnung aus dem September-Muster. Erst wenn auch die Tokenisierung und Zahlungsabwicklung auf dem XRP Ledger in diesem Zeitfenster ausreichend skalieren, kann die zusätzliche Tokenmenge durch Escrow-Freigaben ohne dauerhaften Angebotsdruck aufgenommen werden.
Für Unternehmen und Entwickler ergibt sich aus dieser Perspektive weniger ein „Kauft/verkauft“-Signal, sondern eine Checkliste für die Realität großer Blockchain-Plattformen: Nachfragetreiber müssen mit Supply-Mechaniken zusammenpassen. Selbst wenn sich die Technologie auf dem Ledger technisch weiterentwickelt, bleibt der Kapitalmarkt davon abhängig, ob reale Nutzung, Infrastrukturanbindung und finanzielle Vehikel wie ETFs einen nachhaltigen Zustrom erzeugen. In den nächsten Jahren wird sich daher weniger nur daran entscheiden, ob XRP Schlagzeilen schreibt, sondern ob Zahlungs- und Tokenisierungsfälle messbar wachsen – und ob das ETF-Nachfrageprofil den historischen „Fadenriss“ im Herbst wieder schließt. Genau darauf zielt letztlich die Logik der Szenarien: Nicht der eine Kursmoment zählt, sondern die Kombination aus Nachfrage, Umlaufmenge und breiterem Marktsetup.
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