LONDON (IT BOLTWISE) – NVIDIA berichtet für das zweite Quartal des Fiskaljahrs 2027 einen Umsatz von 96,2 Milliarden US-Dollar und steigert damit sowohl zum Vorquartal als auch zum Vorjahr deutlich. Die GAAP- und Non-GAAP-Bruttomargen liegen bei jeweils 75,0 %. Zusätzlich zahlt das Unternehmen 0,25 US-Dollar Dividende je Aktie und setzt die Rückkäufe fort. Für Q3 erwartet NVIDIA einen Umsatz von 108,0 Milliarden US-Dollar bei GAAP- und Non-GAAP-Gross Margins von 74,0 %.

NVIDIA hat seine Kennzahlen für das zweite Quartal des Fiskaljahrs 2027 deutlich über dem Niveau der Vorperioden eingeordnet. Der Umsatz kletterte auf 96,2 Milliarden US-Dollar, was laut Bericht einem Plus von 18 % gegenüber dem vorherigen Quartal entspricht und sogar 106 % gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Auch die Profitabilität bleibt dabei eng am oberen Rand: Sowohl GAAP- als auch Non-GAAP-Bruttomargen lagen bei 75,0 %. Entsprechend stark fielen die Erträge aus; bei GAAP nennt NVIDIA 2,46 US-Dollar Gewinn je verwässerter Aktie, bei Non-GAAP 2,22 US-Dollar.
Für Anleger und Technikteams ist die zweite Zahlenschicht ebenso wichtig wie die Topline: NVIDIA weist für das Quartal einen Operating-Überschuss von 63,7 Milliarden US-Dollar (GAAP) aus. Gleichzeitig stiegen die Operating expenses auf 8,4 Milliarden US-Dollar, während sie im Vergleichsquartal deutlich niedriger waren. Das Muster passt zu einem Umfeld, in dem nicht nur KI-Software skaliert, sondern auch die dafür nötige Hardware-Infrastruktur. Der Bericht ordnet das auch rhetorisch ein: NVIDIA sieht den Moment gekommen, in dem KI „nützliches Arbeiten“ in großem Stil ermöglicht, und verbindet das mit einer beschleunigten Nachfrage nach Rechenleistung. In der Unternehmenslogik wird damit „Compute“ selbst zur Umsatztreiber-Schicht.
Spürbar wird das anschließend in den Kapitalrückflüssen an die Aktionäre. NVIDIA nennt für das Quartal Rückgaben in Höhe von rund 26,0 Milliarden US-Dollar, die sich auf Aktienrückkäufe und Dividenden verteilen. Am Ende des zweiten Quartals verblieben zudem ungefähr 99,0 Milliarden US-Dollar im Rahmen der laufenden Rückkaufermächtigung. Als konkreter Termin steht die nächste Quartalsdividende fest: 0,25 US-Dollar je Aktie am 1. Oktober 2026 an Aktionäre, die am 10. September 2026 im Bestand sind. Parallel dazu veröffentlicht NVIDIA wie üblich auch eine detaillierte Abstimmung von GAAP auf Non-GAAP Kennzahlen und erwähnt Änderungen im Umgang mit aktienbasierten Vergütungen ab dem ersten Quartal des Fiskaljahrs 2027.
Die eigentliche Brücke in die Technik schlägt NVIDIA über die Ausrichtung „Data Center“ und die Produkt- und Plattform-Updates rund um die Vera Rubin-Generation. Für das zweite Quartal meldet NVIDIA bei Data Center Einnahmen von 89,0 Milliarden US-Dollar (+18 % zum Vorquartal, +117 % zum Vorjahr). Neben dem Hinweis, dass die Vera Rubin Plattform in die volle Produktion hochfährt und in Racks bei Partnern wie CoreWeave sowie großen Cloud-Anbietern läuft, nennt NVIDIA auch konkrete Komponenten: Spectrum-6 Switch Systeme, die pluggable und co-packaged Optics unterstützen, sollen breit in weltweit wachsenden „gigascale“ KI-Fabriken ankommen. Technisch betrachtet ist das für IT-Abteilungen relevant, weil Netzwerk und Optik in modernen KI-Clustern nicht mehr nur „Transport“ sind, sondern Engpässe oder Entlastungen bestimmen können.
Auch der Ausbau für KI-Agenten und Inferenz wird im Bericht konkret verknüpft. NVIDIA stellt mit „NVIDIA Vera“ den ersten CPU-Baustein speziell für KI-Agenten in den Vordergrund und beschreibt eine breitere Adoptionsplanung bei führenden Technologieanbietern. Ergänzend nennt NVIDIA Groq 3 LPX als interaktiven Inferenzbeschleuniger, der in voller Produktion ist, sowie Security-Innovationen für Vera BlueField-4 STX mit agentic AI Storage Processing inklusive In-silicon Security. Darüber hinaus skizziert NVIDIA mit der DSX-Plattform ein Bau- und Betriebs-Playbook für KI-Fabriken. Für Enterprise-Entscheider heißt das: Der Fokus verschiebt sich weg von „einzelnen GPU-Instanzen“ hin zu referenzierbaren Plattformen, die Betrieb, Sicherheit und Skalierung zusammen denken.
Auf Marktebene zeigt NVIDIA zudem, wie eng Finanzierungs- und Infrastrukturthemen bereits mit der KI-Beschaffung verknüpft sind. NVIDIA kündigt strategische Partnerschaften an, um unabhängige Compute-Finanzierungsplattformen aufzubauen, die über 500 Milliarden US-Dollar an Dritt-Kapital mobilisieren sollen, wobei das von endgültigen Vereinbarungen abhängt. Parallel dazu nennt NVIDIA Kapazitäts- und Standortmaßnahmen wie Land-, Strom- und Shell-Kapazitäten am PORTS-Pike Technology Campus in Ohio über eine Partnerschaft mit SB Energy, um Compute zu beherbergen. Diese Kombination aus Hardware-Auslieferung, Rechenzentrumsaufbau und Finanzierungsmechanik erklärt, warum die Umsatz- und Margeffekte in einem Quartal so stark ausfallen können: KI-Infrastruktur wird dadurch als kontinuierlicher Investitionsstrom abgebildet.
Für die unmittelbare Planung ist schließlich der Ausblick entscheidend. NVIDIA erwartet für das dritte Quartal des Fiskaljahrs 2027 einen Umsatz von 108,0 Milliarden US-Dollar, plus oder minus 2 %. Die GAAP- und Non-GAAP-Bruttomargen sollen bei 74,0 % liegen, ebenfalls mit einer Spanne von ±50 Basis-Punkten. Die Operating expenses taxiert NVIDIA für GAAP auf etwa 9,2 Milliarden US-Dollar und für Non-GAAP auf etwa 9,0 Milliarden US-Dollar. Für das Gesamtjahr nennt das Unternehmen GAAP- und Non-GAAP Steuerraten zwischen 16,0 % und 18,0 %, wobei discrete items und wesentliche Änderungen im Steuerumfeld ausgenommen sind.
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