LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Umfrage zeigt, dass 73% der Unternehmen bei einem großen Cyberangriff morgen nicht „voll bereit“ wären. Besonders kritisch sind fehlende Abstimmung zwischen Fachbereichen, späte Einbindung von Legal und Kommunikation sowie unzureichende Sicht auf laterale Bewegungen. Gleichzeitig berichten viele Organisationen bereits von wiederkehrenden Angriffen, darunter Cloud- und Ransomware-Fälle. Die Studie macht klar: KI kann helfen, ersetzt aber nicht klare Entscheidungsrechte und getestet funktionierende Prozesse.

Die Mehrheit der Unternehmen hat zwar Incident-Response-Pläne, Security-Tools und spezialisierte Teams aufgebaut, aber der entscheidende Härtetest fehlt offenbar: der Moment, in dem unter Zeitdruck viele Rollen gleichzeitig handeln müssen. Laut „The State of Incident Response Readiness 2026“ basiert die Erhebung auf einer Befragung von 600 leitenden IT- und Security-Entscheidern, die im Januar und Februar 2026 durchgeführt wurde. 73% der Befragten geben demnach an, bei einem „signifikanten“ Cyberangriff nicht vollständig bereit zu sein, wenn er unmittelbar bevorstünde. Genau diese Lücke beschreibt die Studie als Abstand zwischen vorhandenen Fähigkeiten und deren Wirksamkeit unter realem Druck.
Was „einsatzfähig“ in der Praxis bedeutet, geht heute weit über technische Eindämmung hinaus. Eine reife Response-Organisation muss laut Studie gleichzeitig Krise steuern, juristische und regulatorische Abstimmung koordinieren, Stakeholder-kommunizieren, das gesamte Unternehmen in der Untersuchung abdecken und anschließend sauber remediieren, wiederherstellen sowie die Lage nach dem Vorfall weiter überwachen. Auffällig ist dabei nicht nur die Frage, ob Bausteine existieren, sondern ob sie als zusammenhängendes System funktionieren. Weniger als 40% der Teilnehmenden bewerten zentrale Komponenten wie dokumentierte Pläne, Tabletop-Übungen, Threat Hunting, digitale Forensik und 24/7-Monitoring als „hoch wirksam“. Genau dort entsteht Reibung: Teams können zwar technisch arbeiten, aber operative Abläufe geraten ins Stocken, sobald Entscheidungen schnell und zugleich abgestimmt fallen müssen.
Die Studie identifiziert eine besonders teure Fehlerquelle: interne Koordinationsprobleme. 90% der Organisationen erwarten Schwierigkeiten dabei, während eines größeren Vorfalls Stakeholder abzustimmen. Wenn Legal, Kommunikation, Security, IT und die Unternehmensleitung nicht bereits vor dem Ereignis ausgerichtet sind, entsteht eine typische Verzögerungskette: Technische Teams untersuchen und enthalten den Angriff, während Führungskräfte für größere Aktionen erst Updates einfordern, rechtliche und kommunikative Rollen häufig zu spät in die Bewertung gezogen werden und Entscheidungen zu Disclosure, Kundenkommunikation und Eskalation nachgelagert kommen. 75% der Befragten stimmen zudem zu, dass Verzögerungen oder Unklarheit rund um die Beteiligung von Legal- und Kommunikationsteams die Entscheidungsfindung während Cybervorfällen verlangsamen. Ergänzend nennen 89% eine zu geringe Einbindung von Executive- oder Board-Ebene in Bereitschaft und Entscheidungsprozess, was in Live-Situationen die Autorisierung beschleunigt eher behindert als beschleunigt.
Neben dem organisatorischen Problem verschärft eine zweite Schwachstelle das Risiko wiederholter Vorfälle: fehlende Sicht auf die Angriffswege. 78% der Befragten stimmen der Aussage zu, dass „Blind Spots“ im Umfeld einen dauerhaften Zugang für Angreifer ermöglichen und die Wahrscheinlichkeit erneuter Vorfälle erhöhen. Diese blinden Bereiche können On-Premise-Infrastruktur, Public Cloud, Endpoints, SaaS-Plattformen, Identitätssysteme und sogar Umgebungen der Operational Technology umfassen. Entscheidend ist dabei nicht nur, dass einzelne Telemetriedaten fehlen, sondern dass sich zentrale Fragen im Einsatz nicht zuverlässig beantworten lassen: Wo ist der Angreifer eingestiegen, welche Systeme wurden tatsächlich erreicht, hat sich der Zugriff lateral ausgebreitet, sind privilegierte Konten kompromittiert, wurde Malware oder Persistenz wirklich entfernt – und kann der Angreifer nach der Wiederherstellung zurückkehren. Ohne diese Klarheit enthält man häufig nicht den vollständigen Vorfall, sondern nur Teilabschnitte, wodurch sich das Risiko „nach dem Shutdown“ wieder aufbauen kann.
Gerade dort, wo Unternehmen mit OT- und ICS-Umgebungen arbeiten, wirkt das Sicht- und Koordinationsproblem besonders geschäftskritisch. 84% der Befragten äußern die Sorge, dass Angreifer von Corporate-IT in Operational Technology oder Industrial Control Systems wechseln. Für Branchen wie Fertigung, Energie, Gesundheitswesen, Transport und kritische Infrastruktur ist das mehr als ein IT-Thema: Wenn Angriffe in OT/ICS übergehen, kann die Wirkung über Datenabfluss und digitale Betriebsstörung hinausreichen. Dann geht es um Produktionsfähigkeit, Sicherheitsaspekte, Servicebereitstellung und realistische Wiederherstellungszeiträume. Die Studie legt nahe, dass viele Organisationen diese Verwundbarkeit zwar erkennen, aber weiterhin eine einheitliche Sicht über Umgebungen hinweg vermissen, die Cross-Environment-Bewegungen schnell detektiert und stoppt.
Dass Incident Response kein theoretisches Planspiel ist, zeigt auch die Häufigkeit der Vorfälle: 76% der Organisationen berichten, im vergangenen Jahr mindestens einen Cyberangriff erlebt zu haben, 32% sogar mehr als einen. In der Schadensbilanz treten konkrete Konsequenzen hervor – unter anderem Betriebsstillstände, Datenverlust, Reputationsschäden, Kundenverluste, entgangener Umsatz sowie erhebliche Unterbrechungen für die Führung. Die Betroffenheit variiert nach Sektor: Händler berichten überdurchschnittlich oft von Betriebsstillständen und Umsatz- beziehungsweise Gewinnverlusten, während Fertigung und Finanzdienstleister häufiger Datenverluste nennen. Kryptobezogene und dezentral organisierte Finanzstrukturen wiederum weisen in der Erhebung die höchste Angriffshäufigkeit aus, und im privaten Gesundheitswesen äußern viele eine besondere Sorge rund um Verzögerungen bei Legal und Kommunikation. Auch regional werden unterschiedliche Schwerpunkte sichtbar: Nordamerika nennt die höchste Angriffshäufigkeit, APAC verzeichnet häufiger Daten- und Reputationsschäden sowie Kundenverluste, und Europa hat insgesamt weniger Vorfälle, aber bei bestehenden Vorfällen häufiger direkte Umsatz- oder Profitfolgen.
Für die Zukunft entsteht daraus ein drohendes Muster: Es gibt nicht „die eine“ dominante Bedrohung, sondern ein dichtes Bündel. Als führende Sorgen werden Ransomware und Angriffe auf Cloud-Umgebungen genannt, dennoch bereiten sich Unternehmen auf mehrere Pfade vor – darunter Cloud-Kompromittierung, Missbrauch von Identitäten, Third-Party-Risiken, KI-unterstützte Angriffe, Ransomware und Bewegungen über hybride Umgebungen hinweg. Genau deshalb wird Bereitschaft schwer als statische Liste definierbar; Unternehmen müssen auf unterschiedliche Angriffspfade reagieren können, nicht nur auf ein einzelnes Szenario. Gleichzeitig steigt die KI-Nutzung in der Detection und Incident Response: Rund ein Drittel meldet umfangreiche KI-Anwendung in den meisten oder allen Aktivitäten, im Vergleich zu 25% im Vorjahr; bis 2027 erwarten 63% die Einbettung von KI in diesen Bereichen. Die Studie stellt dabei aber klar, dass KI Governance, Sichtbarkeit und disziplinierte Ausführung nicht ersetzt: Sie kann Triage, Threat Hunting und Untersuchung beschleunigen, löst jedoch nicht automatisch unklare Entscheidungsrechte, fragmentierte Stakeholder-Koordination oder Lücken in der Telemetrie.
Praktisch folgt daraus eine Neubewertung der Betriebsmodelle. Viele Organisationen prüfen laut Erhebung den Wechsel externer Unterstützung im Incident Response Umfeld und im Managed-Detection-and-Response-Bereich, um proaktivere Readiness-Unterstützung zu erhalten, breitere Abdeckung für IT, OT, Cloud und Hybrid zu erreichen und in komplexen Lagen schnellerere Antworten zu bekommen. Inhaltlich lassen sich mehrere Hebel ableiten, ohne dass sie sich auf „Tooling“ allein reduzieren: Unternehmen sollten Entscheidungsrechte vor dem Ernstfall definieren und Eskalationspfade sowie Genehmigungsschwellen mit allen relevanten Rollen einüben; Tabletop-Übungen müssen sowohl technische als auch nicht-technische Stakeholder einbeziehen; Sichtbarkeit sollte systematisch in Endpoints, Identität, Cloud, SaaS, On-Premise und OT durch Simulationen wie Threat Hunting, Attack Simulation, Red- oder Purple-Teaming überprüft werden. KI und Automatisierung sollten dabei in klaren Workflows mit menschlicher Aufsicht eingebettet sein, damit sie beschleunigen und nicht Entscheidungen verwischen. Am Ende entscheidet nicht die Existenz von Plänen oder Tools, sondern ob sie im Zusammenspiel funktionieren, wenn Angreifer schneller über Cloud, IT, Identität, SaaS und OT navigieren.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- NIEDLICHER BEGLEITER: Eilik ist der ideale Begleiter für Kinder und Erwachsene, die Haustiere, Spiele und intelligente Roboter lieben. Mit vielen Emotionen, Bewegungen und interaktiven Funktionen.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "73% der Unternehmen: Cyber-Notfallpläne reichen nicht für den Ernstfall" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "73% der Unternehmen: Cyber-Notfallpläne reichen nicht für den Ernstfall" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »73% der Unternehmen: Cyber-Notfallpläne reichen nicht für den Ernstfall« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!