LÜBBENAU / MÜNCHEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Der Ausbau von KI-Rechenzentren in Europa nimmt Fahrt auf, während die Schwarz-Gruppe und die Telekom neue Großprojekte in Deutschland starten. Diese Entwicklungen werfen Fragen über den steigenden Energieverbrauch und die damit verbundenen CO2-Emissionen auf. Experten diskutieren, wie der Einsatz erneuerbarer Energien und effizienter Technologien den ökologischen Fußabdruck dieser Zentren minimieren kann.

Der Ausbau von KI-Rechenzentren in Europa gewinnt an Dynamik, da Unternehmen wie die Schwarz-Gruppe und die Telekom in Deutschland neue Großprojekte starten. Diese Entwicklungen sind Teil einer breiteren europäischen Strategie, die darauf abzielt, die Abhängigkeit von asiatischen und amerikanischen KI-Infrastrukturen zu verringern. Die EU-Kommission hat den Bau von sogenannten KI-Gigafactories gefördert, um die technologische Souveränität Europas zu stärken.
Der Energieverbrauch von Rechenzentren ist ein zentrales Thema, da sie weltweit bereits 650 Terawattstunden pro Jahr benötigen. Diese Zahl übersteigt den gesamten Jahresverbrauch Deutschlands. Die Internationale Energieagentur prognostiziert, dass sich der Energiebedarf der Rechenzentren in den nächsten zehn Jahren verdreifachen könnte. Dies stellt eine erhebliche Herausforderung für die Energiewende dar, insbesondere wenn fossile Kraftwerke länger betrieben werden müssen, um den Bedarf zu decken.
In Deutschland gibt es bereits zahlreiche Anfragen für den Bau neuer Rechenzentren, insbesondere in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Das geplante Rechenzentrum der Schwarz-Gruppe in Lübbenau soll eine Anschlussleistung von 200 Megawatt erhalten, vergleichbar mit einer großen Autofabrik. Diese Projekte werfen jedoch Fragen zur Nachhaltigkeit auf, da der Bau solcher Zentren oft mit einem hohen Energie- und Wasserverbrauch verbunden ist.
Um den ökologischen Fußabdruck zu minimieren, fordern Experten den Einsatz erneuerbarer Energien. Eine Umfrage in mehreren europäischen Ländern zeigt, dass die Mehrheit der Befragten der Meinung ist, dass neue Rechenzentren verpflichtet werden sollten, zusätzliche Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien zu errichten. Dies könnte helfen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren und die Energiewende zu unterstützen.
Gleichzeitig bietet der Einsatz von KI auch Potenzial zur Energieeinsparung. KI kann in der Industrie zu erheblichen Innovationen und Effizienzsteigerungen führen. Spezifische KI-Systeme, die auf bestimmte Anwendungen zugeschnitten sind, könnten den Energieverbrauch weiter senken. Bernd Freisleben, Professor an der Universität Marburg, betont, dass nicht alle KI-Anwendungen auf stromhungrige generative Modelle angewiesen sind.
Die Transparenz in Bezug auf den Energieverbrauch von Rechenzentren ist ausbaufähig. In Deutschland existieren zwar Register für Energieeffizienz, doch sind nicht alle Daten öffentlich zugänglich. Eine bessere Transparenz könnte dazu beitragen, den ökologischen Fußabdruck von Rechenzentren zu überwachen und zu reduzieren.
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