SAN FRANCISCO / LONDON (IT BOLTWISE) – Instacart hat sich bereit erklärt, 60 Millionen US-Dollar zu zahlen, um Vorwürfe der Federal Trade Commission (FTC) beizulegen. Die Behörde wirft dem Unternehmen vor, Verbraucher durch irreführende Werbung getäuscht zu haben. Diese Einigung erfolgt inmitten wachsender Kritik an Instacarts KI-gestütztem Preismodell, das zu unterschiedlichen Preisen für dieselben Produkte führen kann.

Instacart hat sich bereit erklärt, 60 Millionen US-Dollar zu zahlen, um Vorwürfe der Federal Trade Commission (FTC) beizulegen. Die Behörde wirft dem Unternehmen vor, Verbraucher durch irreführende Werbung getäuscht zu haben. Insbesondere kritisierte die FTC die Behauptung von Instacart, eine kostenlose Lieferung anzubieten, obwohl Kunden dennoch eine obligatorische Servicegebühr zahlen mussten, die bis zu 15 % des Bestellwerts ausmachen konnte.
Darüber hinaus stellte die FTC fest, dass das Versprechen von Instacart, eine „100% Zufriedenheitsgarantie“ zu bieten, irreführend sei. Kunden, die unzufrieden mit verspäteten Lieferungen oder unprofessionellem Service waren, erhielten oft keine vollständige Rückerstattung. Instacart habe zudem die Option zur Rückerstattung im „Self-Service“-Menü versteckt, was den Eindruck erweckte, dass nur ein Guthaben für zukünftige Bestellungen möglich sei.
Ein weiterer Kritikpunkt der FTC war die unzureichende Offenlegung der Bedingungen für die Mitgliedschaft bei Instacart+. Verbraucher, die sich für eine kostenlose Testversion anmeldeten, wurden nicht ausreichend darüber informiert, dass nach Ablauf der Testphase Gebühren anfallen würden. Diese Praktiken führten dazu, dass Instacart Kunden ohne deren informierte Zustimmung belastete, was nun durch Rückerstattungen im Rahmen der Einigung behoben wird.
In einem Blogbeitrag erkannte Instacart die Einigung an, bestritt jedoch jegliches Fehlverhalten. Das Unternehmen erklärte, dass es die Grundlage der FTC-Untersuchung für grundsätzlich fehlerhaft halte. Diese Einigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Instacart wegen eines kürzlich veröffentlichten Berichts unter Druck steht, der zeigt, dass sein KI-gestütztes Preismodell zu unterschiedlichen Preisen für dieselben Produkte führen kann. Instacart betonte, dass die Einzelhändler ihre Preise selbst festlegen und dass alle Preistests durch das KI-Tool zufällig und nicht durch Nutzerdaten beeinflusst seien.
Die FTC hat bereits eine Untersuchung des KI-Preismodells von Instacart eingeleitet. Diese Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, denen sich Online-Lieferdienste in einem zunehmend regulierten Marktumfeld gegenübersehen. Die Überwachung solcher Dienste durch die FTC zielt darauf ab, sicherzustellen, dass die Wettbewerber transparent in Bezug auf Preis- und Lieferbedingungen konkurrieren.
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