BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Zum Jahreswechsel 2026 verlieren Zehntausende Photovoltaikanlagen in Deutschland ihren Anspruch auf die gesetzliche Einspeisevergütung. Diese Entwicklung stellt viele Anlagenbesitzer vor die Frage, wie sie ihre Solaranlagen weiterhin wirtschaftlich betreiben können. Trotz des Wegfalls der Förderung gibt es mehrere Optionen, die den Weiterbetrieb der Anlagen attraktiv machen.

Zum Jahreswechsel 2026 endet für Zehntausende Photovoltaikanlagen in Deutschland die gesetzliche Einspeisevergütung. Diese Änderung betrifft insbesondere Anlagen, die vor über 20 Jahren in das Marktstammdatenregister eingetragen wurden. Laut einer Auswertung des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) fallen 44.232 PV-Anlagen aus der Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) heraus. Im Jahr 2026 wird diese Zahl auf über 66.000 Anlagen ansteigen, und bis 2030 sogar auf 188.811.
Besonders betroffen sind Anlagen in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. In Bayern endet die Förderung für 19.220 Anlagen, während es in Baden-Württemberg 9.979 und in Nordrhein-Westfalen 5.284 Anlagen betrifft. Diese regionale Verteilung zeigt, dass der Süden Deutschlands besonders stark von der Änderung betroffen ist.
Für Besitzer von sogenannten Ü20-Anlagen gibt es mehrere Optionen, um die Wirtschaftlichkeit ihrer Solaranlagen zu erhalten. Eine gängige Möglichkeit ist der Weiterbetrieb mit Umstellung auf Eigenverbrauch. Trotz des Wegfalls der Einspeisevergütung bleibt die Stromgewinnung durch die Module angesichts der hohen Stromkosten weiterhin rentabel. Studien belegen, dass die zusätzliche Nutzung eines Heimspeichers das Potenzial der Anlage voll ausschöpfen kann. Allerdings sind hierfür oft Modernisierungsmaßnahmen an der Elektroinstallation erforderlich, die bis zu 2.000 Euro kosten können.
Alternativ können Besitzer ihren Solarstrom weiterhin ins Netz einspeisen, jedoch zum sogenannten Jahresmarktwert, der auf Basis der stündlichen Preise an der Strombörse berechnet wird. Eine weitere Option ist die Direktvermarktung, bei der der Besitzer den Strom selbst an der Strombörse verkauft. Diese Methode lohnt sich jedoch meist nur für Anlagen mit großer Leistung und geringem Eigenverbrauch, da der Aufwand hoch ist und ein spezialisiertes Unternehmen beauftragt werden muss.
Einige lokale Stromanbieter bieten zudem spezielle Tarife für den eingespeisten Strom an, die einer Einspeisevergütung ähneln. Interessenten sollten sich bei ihren Anbietern über entsprechende Angebote informieren. Ein Anlagencheck kann helfen, die beste Option zu ermitteln. Dabei wird die Leistungsfähigkeit der Anlage überprüft, und gegebenenfalls sollte ein Repowering in Betracht gezogen werden, wenn die Anlage nicht mehr effizient arbeitet.
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