BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen in Deutschland hat sich seit 2014 mehr als verdoppelt. Politiker kritisieren die Untätigkeit der Regierung und fordern neue Regelungen zum Schutz der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz. Eine Anti-Stress-Verordnung könnte dabei helfen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Belastung der Arbeitnehmer zu reduzieren.

Die steigende Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen in Deutschland ist alarmierend. Seit 2014 haben sich diese Zahlen mehr als verdoppelt, was auf eine zunehmende Belastung der Arbeitnehmer hinweist. Diese Entwicklung hat Politiker dazu veranlasst, die Regierung scharf zu kritisieren und konkrete Maßnahmen zum Schutz der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz zu fordern.
Aktuelle Auswertungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zeigen, dass Frauen im Jahr 2024 an 87,55 Millionen Tagen aufgrund psychischer und Verhaltensstörungen arbeitsunfähig waren. Im Jahr 2014 lag diese Zahl noch bei 43,51 Millionen Tagen. Auch bei Männern ist ein signifikanter Anstieg zu verzeichnen: 2024 waren es 60,39 Millionen Fehltage, verglichen mit 26,88 Millionen im Jahr 2014.
Die durchschnittliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit bei psychischen Erkrankungen bleibt mit gut 42 Tagen hoch. Diese Zahl hat sich seit 2019 kaum verändert, obwohl die Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2014 im Schnitt noch zehn Tage kürzer war. Zum Vergleich: Die allgemeine durchschnittliche Ausfallzeit über alle Krankheitsarten lag 2024 bei etwa zwölf Tagen.
Anne Zerr, Bundestagsabgeordnete der Linken, äußerte scharfe Kritik an der Bundesregierung. Sie bemängelt, dass trotz der Verdopplung der Ausfalltage in den letzten zehn Jahren keine konkreten Maßnahmen für den psychischen Arbeitsschutz ergriffen wurden. Zerr fordert eine ‘Anti-Stress-Verordnung’, die unter anderem Regelungen zur Arbeitszeit und -umgebung beinhalten soll, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Belastung der Arbeitnehmer zu reduzieren.
Die Forderung nach einer Anti-Stress-Verordnung ist nicht neu, gewinnt jedoch angesichts der aktuellen Zahlen an Dringlichkeit. Experten betonen, dass eine solche Verordnung helfen könnte, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die psychische Gesundheit der Arbeitnehmer zu schützen. Dies könnte auch dazu beitragen, die Produktivität zu steigern und die Kosten für Unternehmen zu senken, die durch krankheitsbedingte Ausfälle entstehen.
Insgesamt zeigt die Entwicklung, dass psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz ein ernstes Problem darstellen, das dringend angegangen werden muss. Die Einführung von Maßnahmen zum Schutz der psychischen Gesundheit könnte nicht nur den Arbeitnehmern zugutekommen, sondern auch den Unternehmen und der Gesellschaft insgesamt.
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