BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Angesichts steigender Krankenstände fordern deutsche Arbeitgeber eine Begrenzung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Rainer Dulger, schlägt vor, die Lohnfortzahlung auf sechs Wochen pro Jahr zu beschränken. Diese Forderung kommt inmitten einer Debatte über die steigenden Kosten und die Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Die Diskussion um die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall hat in Deutschland erneut an Fahrt aufgenommen. Angesichts der steigenden Krankenstände drängen die Arbeitgeber auf eine Begrenzung der Lohnfortzahlung auf sechs Wochen pro Jahr. Diese Forderung wird von Rainer Dulger, dem Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), in der “Welt” geäußert. Dulger argumentiert, dass großzügige Lohnfortzahlungen zu höheren Fehlzeiten führen, insbesondere bei leichten Erkrankungen.
Ein weiterer Punkt der Arbeitgeber ist die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Diese wurde während der Pandemie als Notlösung eingeführt, wird jedoch heute als potenzielles Einfallstor für Missbrauch angesehen. Stattdessen schlagen die Arbeitgeber Videosprechstunden als Alternative vor, um die Authentizität der Krankschreibungen zu gewährleisten.
Die Debatte wird durch einen Anstieg der Fehlzeiten befeuert. Laut dem Statistischen Bundesamt lag die durchschnittliche Anzahl der Krankheitstage pro Arbeitnehmer im vergangenen Jahr bei 14,8 Tagen. Dies stellt einen Anstieg von 3,6 Tagen seit 2021 dar, was teilweise auf die Einführung der elektronischen Krankschreibung zurückgeführt wird, die eine vollständigere statistische Erfassung ermöglicht.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind erheblich. Eine Schätzung des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) beziffert die Kosten für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall im vergangenen Jahr auf rund 82 Milliarden Euro. Neben den gestiegenen Fehlzeiten tragen auch die höhere Beschäftigung und die gestiegenen Löhne zu diesem Anstieg bei.
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