PARIS / LONDON (IT BOLTWISE) – Frankreich hat ein vorübergehendes Fischereiverbot entlang seiner Atlantikküste eingeführt, um die Delfinpopulation im Golf von Biskaya zu schützen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die durch Beifang verursachte Sterberate der Delfine erheblich zu senken. Trotz der bereits erzielten Erfolge gibt es weiterhin Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Fischereiindustrie.

Frankreich hat ein temporäres Fischereiverbot entlang der Atlantikküste eingeführt, um die Delfinpopulation im Golf von Biskaya zu schützen. Diese Maßnahme, die von Januar bis Februar gilt, betrifft etwa 300 französische Fischerboote und zielt darauf ab, die Sterberate der Delfine durch Beifang erheblich zu reduzieren. Die französische Regierung reagiert damit auf Forderungen der EU und von Tierschutzorganisationen, die auf die hohe Zahl an Delfintoden durch ungewollten Beifang aufmerksam gemacht haben.
Das Umweltministerium berichtet, dass durch das Verbot die Zahl der getöteten Delfine bereits um 60 Prozent gesenkt werden konnte. Dennoch wurden im vergangenen Jahr noch immer geschätzte 1.890 Delfine als Verlust der Fischereitätigkeit registriert. Diese Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit weiterer Maßnahmen, um den Schutz der Delfine langfristig zu gewährleisten.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die betroffenen Fischer sind erheblich. Der entstandene Schaden wird auf etwa 35 Millionen Euro geschätzt, wobei die Regierung lediglich 80 Prozent der Umsatzeinbußen kompensiert. Dies hat zu Unmut unter den Fischern geführt, die nach langfristigen Lösungen suchen, um sowohl den Delfinschutz als auch ihre wirtschaftliche Existenz zu sichern.
Eine der diskutierten Lösungen ist der Einsatz technischer Hilfsmittel auf den Booten. Dazu gehören Geräuschabstrahlungen, die Delfine abschrecken sollen, sowie spezialisierte Signalgeber, die nur bei Delfin-Nähe aktiviert werden. Allerdings gibt es Zweifel an der Effektivität dieser Technologien. Laut dem Bioakustiker Prof. Olivier Adam von der Pariser Sorbonne-Universität besteht die Möglichkeit, dass sich Delfine an diese akustischen Signale gewöhnen oder aus ihren Nahrungsgebieten verdrängt werden.
Um den Delfinschutz langfristig sicherzustellen, sind weitere Forschungen und Testphasen erforderlich. Die Herausforderung besteht darin, eine Balance zwischen dem Schutz der Delfine und der wirtschaftlichen Lebensfähigkeit der Fischereiindustrie zu finden. Frankreichs Ansatz könnte als Modell für andere Länder dienen, die ähnliche Probleme mit Beifang und dem Schutz mariner Arten haben.
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