MÜNCHEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Das Start-up SYPOX hat sich zum Ziel gesetzt, die chemische Industrie durch Elektrifizierung nachhaltiger zu gestalten. Mit einer innovativen Technologie ersetzt es fossile Brenner durch elektrische Heizelemente, um CO₂-Emissionen drastisch zu senken. Ein erster Großkunde ist bereits gewonnen.

Das Münchener Start-up SYPOX hat eine bahnbrechende Technologie entwickelt, die die chemische Industrie revolutionieren könnte. Anstatt auf fossile Brennstoffe wie Öl und Gas zu setzen, nutzt SYPOX elektrische Heizelemente, um die für chemische Prozesse notwendige Wärme zu erzeugen. Diese Innovation könnte die CO₂-Emissionen erheblich reduzieren und die Branche nachhaltiger gestalten.
Die Gründer von SYPOX, die sich an der Technischen Universität München kennengelernt haben, haben ihre Technologie ohne den üblichen Weg der Venture-Capital-Finanzierung entwickelt. Stattdessen bauten sie ihr Geschäft auf der Grundlage ihrer Technologie auf, was in der Tech-Start-up-Szene ungewöhnlich ist. Dieser Ansatz spiegelt die Philosophie des Unternehmens wider, das auf Bodenständigkeit und nachhaltige Wertschöpfung setzt.
Im Zentrum der SYPOX-Technologie steht ein Reaktor, der einem industriellen Druckbehälter ähnelt. Technisch gesehen handelt es sich um ein elektrisches Heizelement, das hinter Katalysatoren angeordnet ist. Diese Anordnung ermöglicht die Herstellung von Synthesegas, einer Mischung aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid, die für die Produktion von Methanol und Ammoniak unerlässlich ist. Bisher wurden für diesen Prozess fossile Brenner verwendet, die erhebliche CO₂-Emissionen verursachen. SYPOX ersetzt diese durch Strom, was die Emissionen drastisch senkt.
Die Idee zu dieser Technologie hatte CEO Dr. Gianluca Pauletto während seiner Promotion in Montréal. An der TUM fand er mit Prof. Johannes Lercher und Dr. Martin Baumgärtel die passenden Partner, um die Idee in die Tat umzusetzen. Unterstützt durch das TUM Venture Lab ChemSpace und das EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, wagten sie 2021 den Schritt in die Selbstständigkeit.
Ein bedeutender Durchbruch gelang SYPOX mit der Gewinnung des ersten Großkunden, unterstützt durch das Unternehmen Clariant. Ab 2026 plant der Endkunde, täglich rund 150 Tonnen Synthesegas mit der SYPOX-Technologie zu produzieren. Dies geschieht auf Basis erneuerbarer elektrischer Energie und mit bis zu 40 Prozent geringeren Emissionen. Diese Partnerschaft setzt neue Maßstäbe in der chemischen Industrie und zeigt das Potenzial der SYPOX-Technologie zur Dekarbonisierung.
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