CHENGDU / SHANGHAI / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein neues chinesisches Startup namens Gestala plant, die Gehirn-Computer-Schnittstelle ohne invasive Implantate zu revolutionieren. Mit Ultraschalltechnologie will das Unternehmen neuronale Aktivitäten stimulieren und lesen, um chronische Schmerzen und andere neurologische Erkrankungen zu behandeln.

In der dynamischen Welt der Gehirn-Computer-Schnittstellen (BCI) hat sich Gestala als ein vielversprechendes neues Unternehmen aus China positioniert. Das in Chengdu gegründete Startup, mit Büros in Shanghai und Hongkong, setzt auf nicht-invasive Ultraschalltechnologie, um das Gehirn zu stimulieren und letztlich auch zu lesen. Diese Technologie könnte eine bedeutende Weiterentwicklung in der Behandlung von neurologischen Erkrankungen darstellen, ohne dass invasive Implantate erforderlich sind.
Gestala plant, zunächst ein stationäres Gerät zu entwickeln, das fokussierten Ultraschall zur Behandlung chronischer Schmerzen einsetzt. Erste Pilotstudien deuten darauf hin, dass die Stimulation des anterioren cingulären Cortex, einer Gehirnregion, die mit der emotionalen Komponente von Schmerzen verbunden ist, die Schmerzintensität für bis zu eine Woche reduzieren kann. Diese Technologie könnte in Kliniken eingesetzt werden, wobei Patienten zur Behandlung kommen müssten.
Die zweite Generation der Geräte von Gestala soll ein tragbarer Helm sein, der es Patienten ermöglicht, die Behandlung zu Hause unter ärztlicher Aufsicht durchzuführen. Neben chronischen Schmerzen plant das Unternehmen, seine Technologie auf andere Indikationen wie Depressionen, Schlaganfall-Rehabilitation und Alzheimer auszudehnen. Die Vision von Gestala ist es, durch die Erkennung von Gehirnzuständen, die mit bestimmten Erkrankungen verbunden sind, gezielte therapeutische Stimulationen zu ermöglichen.
Im Gegensatz zu den meisten bestehenden Gehirn-Computer-Schnittstellen, die elektrische Signale von Neuronen aufzeichnen, plant Gestala, Veränderungen im Blutfluss des Gehirns zu messen. Diese Methode könnte theoretisch einen umfassenderen Zugang zum Gehirn bieten, da sie nicht auf bestimmte Regionen wie den motorischen Cortex beschränkt ist. Allerdings stellt die Interpretation neuronaler Aktivität durch Ultraschall eine technische Herausforderung dar, insbesondere da der Schädel die Signale schwächt und verzerrt.
Die Mitbegründer von Gestala, Phoenix Peng und Tianqiao Chen, bringen umfangreiche Erfahrung aus der Neurotechnologie und der Gaming-Industrie mit. Peng war zuvor CEO von NeuroXess, einem Unternehmen, das Gehirnimplantate entwickelt, während Chen die Shanda Interactive Entertainment gründete. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, die Gesundheit der neuronalen Funktionen zu verbessern, ohne auf invasive Methoden zurückgreifen zu müssen.
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