BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die geplanten strengeren Regeln für möblierte Wohnungen könnten den Markt erheblich beeinflussen. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig plant, den Möblierungszuschlag zu regulieren, um die Mietpreisbremse zu stärken. Experten warnen jedoch vor möglichen negativen Auswirkungen auf das Angebot an flexiblen Wohnformen.

Die Bundesjustizministerin Stefanie Hubig plant, den Markt für möblierte Wohnungen durch strengere Regeln zu regulieren. Im Fokus steht dabei der Möblierungszuschlag, der bisher von Vermietern genutzt wurde, um die Mietpreisbremse zu umgehen. Zukünftig soll dieser Zuschlag transparent ausgewiesen und staatlich begrenzt werden, um die Mieter besser zu schützen.
Experten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) warnen jedoch vor den möglichen Folgen dieser Regulierung. Die Nachfrage nach möblierten Apartments ist in den letzten Jahren gestiegen, insbesondere bei ausländischen Fachkräften und jungen Berufstätigen, die auf flexible Wohnformen angewiesen sind. Eine Begrenzung der wirtschaftlichen Anreize für Vermieter könnte dazu führen, dass das Angebot an solchen Wohnungen schrumpft, ohne den regulären Mietmarkt spürbar zu entlasten.
Während der Mietmarkt unter politischer Beobachtung steht, zeigt sich der Kaufmarkt stabiler. Der GREIX-Kaufpreisindex deutet darauf hin, dass die Preisdynamik nachgelassen hat. Im Jahresbeginn 2026 verzeichneten Bestands- und Neubauwohnungen leichte Preisabschläge, während Einfamilienhäuser sich nur geringfügig verteuerten. Ein stabileres Zinsumfeld mit moderaten Bauzinsen gibt Kaufinteressenten wieder mehr Planungssicherheit.
Ein weiterer wichtiger Faktor auf dem Immobilienmarkt ist die Energieeffizienz. Die neue EU-Gebäuderichtlinie, die bis Mai umgesetzt werden muss, erhöht die Anforderungen an Dokumentation und Ausweise. Immobilienbesitzer können hohe Investitionskosten steuerlich geltend machen, um ihre Liquidität zu schützen. Diese Maßnahmen beeinflussen direkt die Immobilienpreise, wobei modernisierte Objekte in Ballungsräumen wertstabil bleiben, während unsanierte Altbauten in ländlichen Regionen deutliche Abschläge hinnehmen müssen.
Die Pläne des Justizministeriums verdeutlichen das Spannungsfeld zwischen Mieterschutz und den hohen energetischen Auflagen, die Investitionen belasten. Branchenverbände betonen, dass Regulierung allein das Kernproblem des Wohnungsmangels nicht lösen kann. Deutschland benötigt jährlich rund 400.000 neue Wohnungen, doch derzeit wird nur etwa die Hälfte gebaut. Solange das Angebot der Nachfrage hinterherhinkt, bleibt der Druck in Metropolen wie München, Berlin oder Hamburg enorm hoch.
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