BRÜSSEL / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine EU-Expertengruppe untersucht die Möglichkeit eines Social-Media-Verbots für Kinder und Jugendliche. Ziel ist es, bis Sommer 2025 konkrete Schutzmaßnahmen vorzuschlagen, die den digitalen Schutz junger Menschen verbessern sollen.

Die Europäische Union hat eine Expertengruppe ins Leben gerufen, die sich mit der Frage beschäftigt, ob ein Verbot von Social Media für Kinder und Jugendliche sinnvoll und umsetzbar ist. Diese Gruppe, die aus Fachleuten verschiedener Disziplinen wie Kinderrechte, Gesundheit und IT besteht, soll bis zum Sommer 2025 Vorschläge für Schutzmaßnahmen erarbeiten. Die EU-Kommission betont, dass der Schutz junger Menschen im digitalen Raum eine hohe Priorität hat.
Ein wichtiger Aspekt dieser Diskussion ist die technische Durchsetzbarkeit von Altersgrenzen auf Online-Plattformen. Da die EU-Kommission die alleinige Zuständigkeit für die Regulierung großer Plattformen hat, können Mitgliedsstaaten wie Deutschland keine zusätzlichen Pflichten zur Alterskontrolle auferlegen. Dies könnte die deutsche Debatte über ein Social-Media-Verbot für Kinder maßgeblich beeinflussen.
Die Leitung der Expertengruppe liegt in den Händen von Jörg Fegert, einem deutschen Forscher und ärztlichen Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Ulm, sowie der französischen Forscherin Maria Melchior. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die erste Sitzung eröffnet und betont, dass mehr getan werden müsse, um junge Menschen im Internet zu schützen und zu stärken.
Von der Leyen hat die Debatte um ein Mindestalter für soziale Medien im September 2025 angestoßen und sich für eine solche Maßnahme ausgesprochen. Sie zieht Parallelen zu Altersbeschränkungen beim Konsum von Alkohol und Tabak, um die Notwendigkeit eines solchen Ansatzes zu unterstreichen. Die Empfehlungen der Expertengruppe könnten daher weitreichende Auswirkungen auf die zukünftige Regulierung von Social Media in Europa haben.
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