WASHINGTON / LONDON (IT BOLTWISE) – Die rasante Expansion von Datenzentren, angetrieben durch die Nachfrage nach KI-Technologien, trägt laut Jerome Powell, dem Vorsitzenden der US-Notenbank, zur Inflation bei. Während viele erwarten, dass KI die Produktivität steigert und die Preise senkt, zeigt sich in der Praxis ein anderes Bild. Die steigende Nachfrage nach Infrastruktur übertrifft derzeit die Produktivitätsgewinne, was zu höheren Kosten führt.

In einer kürzlichen Pressekonferenz äußerte sich Jerome Powell, der Vorsitzende der US-Notenbank, zu den Auswirkungen der KI-getriebenen Expansion von Datenzentren auf die Inflation. Er stellte fest, dass der Bau dieser Zentren in großem Umfang die Preise für die benötigten Güter und Dienstleistungen in die Höhe treibt. Diese Entwicklung widerspricht der weit verbreiteten Annahme, dass KI die Produktivität so stark steigern könnte, dass die Preise sinken.
Powell erklärte, dass die kurzfristigen Effekte der KI-Entwicklung eher zu einer Erhöhung des neutralen Zinssatzes führen, da die Nachfrage nach Infrastruktur die Produktivitätsgewinne übersteigt. Diese Einschätzung steht im Gegensatz zu der Erwartung, dass KI die Inflation senken und niedrigere Zinssätze rechtfertigen könnte. Die disinflationären Vorteile der KI bleiben laut Powell vorerst theoretisch.
Die Auswirkungen auf die Verbraucher sind bereits spürbar. Laut einer Analyse von Goldman Sachs könnten die Strompreise für Verbraucher zwischen 2026 und 2027 um 6 % steigen, teilweise aufgrund der Belastung des Stromnetzes durch Datenzentren. Diese Entwicklung trifft insbesondere einkommensschwache Haushalte hart, da die Versorgungsunternehmen Rekorderhöhungen der Tarife beantragt haben.
Ein Bericht von Wood Mackenzie zeigt, dass der Ausbau von Datenzentren nicht etwa wegen nachlassender Nachfrage, sondern aufgrund der Überlastung des Stromnetzes ins Stocken gerät. Nur ein Drittel der geplanten Projekte befindet sich in aktiver Entwicklung, und viele könnten nie realisiert werden. Powell betonte, dass die Fed seit Jahren eine signifikant höhere Produktivität beobachtet und erwartet, dass diese Entwicklung anhält, auch wenn die Auswirkungen der generativen KI noch nicht vollständig sichtbar sind.
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