MÜNCHEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Astronomen haben einen seltenen Einblick in die Entstehung eines neuen Sonnensystems erhalten. Mithilfe der Teleskope der Europäischen Südsternwarte konnten sie die Entwicklung von zwei Gasriesen um den jungen Stern WISPIT 2 beobachten. Diese Entdeckung bietet wertvolle Hinweise auf die Entstehung unseres eigenen Sonnensystems.

Die Entdeckung eines neuen Sonnensystems ist ein bedeutender Meilenstein in der Astronomie. Forscher der Europäischen Südsternwarte (ESO) haben die Möglichkeit, die Entstehung von zwei Planeten um den jungen Stern WISPIT 2 zu beobachten. Diese Beobachtungen bieten einen seltenen Einblick in die Frühphase von Planetensystemen und könnten Aufschluss darüber geben, wie unser eigenes Sonnensystem entstanden ist.
Das WISPIT 2-System ist erst das zweite bekannte System nach PDS 70, in dem zwei Planeten direkt während ihrer Entstehung beobachtet wurden. Besonders bemerkenswert ist die ausgedehnte Scheibe aus Gas und Staub um WISPIT 2, die markante Lücken und Ringe aufweist. Diese Strukturen deuten darauf hin, dass sich in der Scheibe weitere Planeten bilden könnten.
Der bereits im vergangenen Jahr entdeckte Planet WISPIT 2b besitzt etwa die fünffache Masse des Jupiters und kreist in großem Abstand um seinen Stern. Der neu bestätigte Planet WISPIT 2c befindet sich deutlich näher am Zentralstern und ist sogar etwa doppelt so massereich. Beide Planeten gehören zur Klasse der Gasriesen und befinden sich in klar erkennbaren Lücken der Scheibe.
Die Bestätigung von WISPIT 2c gelang durch hochpräzise Messungen mit dem Very Large Telescope sowie dem VLTI. Insbesondere das Instrument SPHERE lieferte ein direktes Bild des Objekts, während GRAVITY+ dessen planetaren Charakter bestätigte. Ohne diese technische Weiterentwicklung wäre ein so klarer Nachweis in Sternnähe kaum möglich gewesen.
Darüber hinaus entdeckten die Forschenden eine weitere, kleinere Lücke – möglicherweise ein Hinweis auf einen dritten, bislang unsichtbaren Planeten. Zukünftige Beobachtungen, etwa mit dem geplanten Extremely Large Telescope der ESO, könnten diesen Verdacht bestätigen und das junge System noch detaillierter sichtbar machen.
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