FRANKFURT / LONDON (IT BOLTWISE) – Die europäischen Aktienmärkte stehen erneut unter Druck, da steigende Energiepreise und die unsichere Lage im Nahen Osten die Anleger verunsichern. Der DAX verzeichnete einen Rückgang, während Rohstoffwerte besonders stark betroffen sind. Siemens Energy und DEUTZ gehören zu den größten Verlierern des Tages.

Die europäischen Aktienmärkte erlebten am Donnerstag einen weiteren Rückschlag, nachdem sie sich zuvor stabilisiert hatten. Der Ölpreis der Nordseesorte Brent, der am Mittwoch noch unter 100 Dollar gefallen war, stieg wieder auf über 106 Dollar an. Diese Entwicklung spiegelt die anhaltenden Inflations- und Konjunktursorgen wider, die durch den Iran-Konflikt verstärkt werden.
Stephan Innes von SPI Asset Management kommentierte, dass die Märkte ohne greifbare Ergebnisse der Diplomatie skeptisch bleiben. Die steigenden Energiekosten belasten die Wirtschaft zunehmend, was sich auch in der Verbraucherstimmung niederschlägt, wie Prognosen der Konsumforschungsinstitute GfK und NIM zeigen.
Der DAX, der deutsche Leitindex, fiel am Mittag um 1,3 Prozent auf 22.661 Punkte. Trotz der Verluste blieb er innerhalb der Schwankungsbreite vom Montag, als er aufgrund widersprüchlicher Nachrichten um 1.300 Punkte schwankte. Der Nahost-Konflikt bleibt ein zentrales Thema, da die US-Regierung dem Iran mit härteren Maßnahmen droht, sollte es keine Fortschritte in den Verhandlungen geben.
Besonders betroffen von den Konjunktursorgen sind die Rohstoffwerte, die zuletzt stark erholt waren. Der Stoxx Europe 600 Basic Resources verlor in den vier Wochen des Iran-Konflikts fast 19 Prozent. Auch die enttäuschenden Geschäftszahlen von Worthington Steel in den USA trugen zur negativen Stimmung bei. Am deutschen Markt fielen Aurubis, Salzgitter und thyssenkrupp durch Schwäche auf.
Siemens Energy verzeichnete im DAX den größten Verlust mit einem Abschlag von bis zu 4,5 Prozent. Im MDAX verloren DEUTZ nach enttäuschenden Geschäftszahlen zeitweise fast 9,5 Prozent, da das Profitabilitätsziel des Motorenbauers für 2026 nicht überzeugte. Ähnlich erging es Kontron, das mit einem Abschlag von rund 15 Prozent enttäuschte. Auch KSB und Medios verloren zweistellig.
Gewinner waren rar gesät, doch Eckert & Ziegler stachen mit einem Anstieg von bis zu 6,5 Prozent hervor. Der Spezialist für Strahlentherapie versprach moderates Wachstum bis 2026, was den Anlegern Hoffnung gab.
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