BRÜSSEL / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Europäische Kommission untersucht derzeit eine Sicherheitsverletzung, bei der ein Angreifer Zugang zur Amazon-Cloud-Umgebung der Kommission erlangte. Der Vorfall, der mindestens ein AWS-Konto der Kommission betraf, wurde schnell entdeckt, und das Cybersicherheitsteam der Kommission hat die Ermittlungen aufgenommen. Der Angreifer behauptet, über 350 GB Daten gestohlen zu haben, darunter mehrere Datenbanken und Informationen von Mitarbeitern der Kommission.

Die Europäische Kommission, das Hauptorgan der Europäischen Union, sieht sich mit einer ernsthaften Sicherheitsverletzung konfrontiert, nachdem ein Angreifer Zugang zur Amazon-Cloud-Umgebung der Kommission erlangt hat. Obwohl die Kommission den Vorfall noch nicht öffentlich gemacht hat, wurde bekannt, dass mindestens ein AWS-Konto betroffen ist. Ein Sprecher von AWS betonte, dass es bei AWS selbst zu keinem Sicherheitsvorfall gekommen sei und die Dienste wie vorgesehen funktionierten.
Quellen, die mit dem Vorfall vertraut sind, berichteten, dass der Angriff schnell entdeckt wurde und das Cybersicherheitsteam der Kommission nun die Ermittlungen aufgenommen hat. Der Angreifer, der die Verantwortung für den Angriff übernommen hat, behauptet, über 350 GB an Daten gestohlen zu haben, darunter mehrere Datenbanken. Er lieferte BleepingComputer Screenshots als Beweis dafür, dass er Zugang zu Informationen von Mitarbeitern der Europäischen Kommission sowie zu einem von diesen genutzten E-Mail-Server hatte.
Interessanterweise erklärte der Angreifer, dass er nicht beabsichtige, die Kommission mit den angeblich gestohlenen Daten zu erpressen, sondern plant, die Daten zu einem späteren Zeitpunkt online zu veröffentlichen. Diese Sicherheitsverletzung folgt auf einen weiteren Vorfall im Februar, bei dem die Kommission entdeckte, dass die Plattform zur Verwaltung mobiler Geräte ihrer Mitarbeiter gehackt worden war. Der Vorfall im Januar scheint mit ähnlichen Angriffen auf andere europäische Institutionen in Verbindung zu stehen, die Schwachstellen in der Ivanti Endpoint Manager Mobile (EPMM) Software ausnutzen.
Diese jüngsten Sicherheitsverletzungen ereignen sich kurz nach dem Vorschlag der Kommission vom 20. Januar für neue Cybersicherheitsgesetze, die die Abwehr gegen staatlich unterstützte Akteure und Cyberkriminalitätsgruppen, die auf die kritische Infrastruktur Europas abzielen, stärken sollen. In der vergangenen Woche hat der Rat der Europäischen Union auch drei chinesische und iranische Unternehmen sanktioniert, die Cyberangriffe auf die kritische Infrastruktur der Mitgliedstaaten orchestriert haben.
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