LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie zeigt, dass ein emotional ansprechendes Video Rassenvorurteile verringern und die Großzügigkeit gegenüber Afroamerikanern erhöhen kann. Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass gezielt gestaltete Medien eine praktikable Möglichkeit bieten könnten, Vorurteile in großem Maßstab zu bekämpfen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die neurologische Reaktion auf ein Video die Einstellung und das Verhalten einer größeren Bevölkerungsgruppe vorhersagen kann.

In einer kürzlich veröffentlichten Studie im Journal PLOS One wurde untersucht, wie ein spezifisches, emotional ansprechendes Video Rassenvorurteile verringern und die Großzügigkeit gegenüber Afroamerikanern erhöhen kann. Die Ergebnisse legen nahe, dass Medien, die das Gehirn gezielt ansprechen, eine praktische Möglichkeit bieten könnten, Vorurteile in großem Maßstab zu bekämpfen.
Die Wissenschaftler Yilong Wang und Paul J. Zak suchten nach einer weit verbreiteten Methode zur Reduzierung von Vorurteilen gegenüber Außengruppen. Diese Tendenz, Menschen der eigenen sozialen Gruppe zu bevorzugen und andere zu meiden, hat evolutionäre Wurzeln, schränkt jedoch in der modernen Gesellschaft soziale Verbindungen ein und schadet Gemeinschaften. Wang und Zak wollten testen, ob ein kurzes Video, das anhand biologischer Messungen ausgewählt wurde, Einstellungen und Verhaltensweisen effektiv über das Internet verändern kann.
In ihrem ersten Experiment rekrutierten die Forscher 62 Teilnehmer, die fünf kurze Videos über die negativen Auswirkungen von Rassenvorurteilen ansahen. Anstatt die Teilnehmer einfach zu fragen, welches Video ihnen am besten gefiel, maßen die Forscher ihre neurologische Immersion. Diese wurde mit optischen Sensoren an den Unterarmen der Teilnehmer gemessen, die Variationen in den Herzrhythmen verfolgen, die die Aktivität der Hirnnerven widerspiegeln.
Ein Video erzielte die höchste Immersion bei den Zuschauern: eine animierte Geschichte über Dr. Ronald McNair, einen afroamerikanischen Astronauten, der 1986 bei der Challenger-Katastrophe ums Leben kam. Das Video erzählte von McNairs Bruder, wie der zukünftige Physiker trotz schwerer Kindheitsrassismen in South Carolina schließlich einen Doktortitel am Massachusetts Institute of Technology erwarb.
Im zweiten Experiment testeten die Wissenschaftler dieses hoch immersive Video in größerem Maßstab. Sie rekrutierten eine repräsentative Stichprobe von 1.097 erwachsenen US-Bürgern, die zufällig entweder das Video über Dr. McNair oder ein neutrales Kontrollvideo mit Naturaufnahmen und entspannender Musik ansahen. Vor und nach dem Ansehen der Videos beantworteten die Teilnehmer einen Fragebogen, der ihre positiven und negativen emotionalen Zustände sowie ihre Einstellungen gegenüber Afroamerikanern maß.
Die Ergebnisse zeigten, dass das Video die durchschnittlichen selbstberichteten negativen Einstellungen gegenüber Afroamerikanern um elf Prozent im Vergleich zur Kontrollgruppe reduzierte. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass das Video positive Emotionen in den Zuschauern steigerte, was zu dieser positiven Veränderung der Perspektive beitrug. Darüber hinaus zeigte das Video eine 104-prozentige Steigerung der Großzügigkeit in einem ökonomischen Spiel, wenn die Teilnehmer mit einem Partner mit einem häufigen afroamerikanischen Namen gepaart wurden.
Die Forscher hoffen, dass dieser Ansatz auch bei anderen sozialen Problemen helfen könnte. Sie planen, zu testen, ob ähnliche Videos Vorurteile gegenüber Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen, Nationalitäten, Geschlechtern oder Religionen verringern können. Darüber hinaus schlagen sie vor, die Auswirkungen von Virtual Reality oder Augmented Reality zu testen, um zu sehen, ob immersivere Technologien noch stärkere Reduzierungen von Vorurteilen bewirken können.
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