COLUMBUS / LONDON (IT BOLTWISE) – Cummins zieht sich aus dem verlustreichen Wasserstoffgeschäft für den Schienensektor zurück und konzentriert sich auf das boomende Lkw-Geschäft in den USA. Der Verkauf der Brennstoffzellen-Technik an Alstom markiert einen strategischen Rückzug, während der US-Markt für schwere Lastwagen eine starke Erholung zeigt. Analysten sehen in dieser Neuausrichtung Potenzial für weiteres Wachstum.

Der US-amerikanische Motorenhersteller Cummins hat sich entschieden, sein verlustreiches Wasserstoffgeschäft im Schienensektor aufzugeben und sich stattdessen auf sein profitables Kerngeschäft mit Lkw-Motoren zu konzentrieren. Diese Entscheidung folgt auf den Verkauf der Brennstoffzellen-Technik an den französischen Konzern Alstom, wodurch die Entwicklung und Produktion von wasserstoffbetriebenen Zügen in Deutschland, Frankreich und Italien in neue Hände übergeht.
Die Entscheidung, sich aus dem Wasserstoffgeschäft zurückzuziehen, ist Teil einer umfassenden Portfolio-Anpassung von Cummins. Im vergangenen Jahr musste das Unternehmen eine Abschreibung von 458 Millionen US-Dollar im Wasserstoff-Segment ‘Accelera’ hinnehmen. Mit einem Umsatzanteil von lediglich 1,4 Prozent am Gesamtkonzern blieb dieser Bereich ein Nischengeschäft, das nun zugunsten der profitableren Kernbereiche gestrafft wird.
Während Cummins sich von Randbereichen trennt, erlebt das traditionelle Geschäft mit schweren Lastwagen in den USA einen Aufschwung. Im März 2026 stiegen die Bestellungen für Lkw der Klasse 8 in den Vereinigten Staaten im Vergleich zum Vorjahr um über 130 Prozent. Marktbeobachter sehen in diesem vierten zweistelligen Zuwachs in Folge den Beginn einer breiten Erholung im Transportsektor, die durch steigende Frachtvolumina angetrieben wird.
Die Aktie von Cummins spiegelt diese Zuversicht wider und notiert mit 511,40 Euro nur knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Auf Jahressicht verzeichnet der Titel ein Plus von fast 89 Prozent. Institutionelle Investoren wie Stratos Wealth Partners nutzten bereits das vierte Quartal 2025 für Zukäufe, womit sich der Anteil professioneller Anleger auf über 83 Prozent summiert.
Analysten bewerten die Neuausrichtung von Cummins überwiegend positiv und verweisen auf die verbesserte Ertragslage im Kerngeschäft. Die Schätzungen für das laufende Jahr wurden zuletzt leicht angehoben. Die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2026 beinhalten ein Konsens-Kursziel von 588,93 USD und einen erwarteten Gewinn je Aktie von 26,01 USD. Die Konzentration auf industrielle Kernkompetenzen und der gleichzeitige Aufschwung im US-Transportmarkt bilden das aktuelle Fundament für die Bewertung.
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