OMAHA / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie der University of Nebraska Medical Center hat einen möglichen Zusammenhang zwischen der Einnahme bestimmter Medikamente während der Schwangerschaft und einem erhöhten Risiko für Autismus bei Kindern aufgedeckt. Die Forschungsergebnisse werfen Fragen zur Sicherheit gängiger Medikamente während der Schwangerschaft auf und fordern eine Neubewertung ihrer Anwendung.

In einer wegweisenden Studie haben Forscher der University of Nebraska Medical Center (UNMC) einen möglichen Zusammenhang zwischen der pränatalen Exposition gegenüber bestimmten Medikamenten und einem erhöhten Risiko für Autismus-Spektrum-Störungen (ASD) bei Kindern aufgedeckt. Die umfassende Untersuchung, die im renommierten Journal Molecular Psychiatry veröffentlicht wurde, basiert auf einer Analyse von über sechs Millionen Mutter-Kind-Gesundheitsakten aus der Epic Cosmos-Datenbank. Diese umfangreiche Kohorte repräsentiert etwa ein Drittel aller Geburten in den USA von 2014 bis 2023 und bietet eine solide Grundlage für die Entdeckung subtiler, aber signifikanter Zusammenhänge.
Der Kern dieser bahnbrechenden Arbeit liegt in der Identifizierung einer Klasse von Medikamenten, die die Sterol-Biosynthese beeinträchtigen – ein kritischer biochemischer Weg, der für die Cholesterinproduktion und -regulation verantwortlich ist. Im Gegensatz zu früheren Forschungsbemühungen, die pränatale Medikamente nach ihren klinischen Indikationen kategorisierten, verfolgte diese Studie einen neuartigen Ansatz, indem sie Medikamente nach ihrer gemeinsamen biochemischen Interferenz gruppierte. Zu diesen sterolbiosynthesehemmenden Medikamenten (SBIMs) gehören eine breite Palette von Arzneimitteln, die während der Schwangerschaft häufig verschrieben werden, darunter Antidepressiva, Antipsychotika, Anxiolytika, Betablocker und Statine.
Die Analyse zeigt eine auffällige statistische Korrelation: Schwangere, denen mindestens ein SBIM verschrieben wurde, hatten eine 1,47-fach erhöhte Wahrscheinlichkeit, ein Kind zu bekommen, bei dem später ASD diagnostiziert wurde. Noch alarmierender ist, dass dieses Risiko mit der Anzahl der verschriebenen Medikamente anstieg. Die gleichzeitige Verschreibung mehrerer SBIMs erhöhte das Risiko erheblich, was zu einem 2,33-fach höheren Risiko führte, wenn vier oder mehr solcher Medikamente gleichzeitig verabreicht wurden. Die Bedeutung dieser Ergebnisse erfordert dringende Aufmerksamkeit, insbesondere da die pränatale SBIM-Exposition während des fast zehnjährigen Studienzeitraums deutlich zunahm, von 4,3 % der Schwangerschaften im Jahr 2014 auf beachtliche 16,8 % im Jahr 2023.
Das Verständnis, warum die Störung der Sterol-Biosynthese tiefgreifende Auswirkungen auf die neuronale Entwicklung hat, erfordert ein Eintauchen in die Rolle von Cholesterin im fetalen Wachstum. Cholesterin ist unverzichtbar für die Entwicklung des fetalen Gehirns und anderer kritischer Organe, da es als grundlegender Bestandteil von Zellmembranen, Vorläufer für die Steroidhormonsynthese und Modulator von Signalwegen dient, die die neuronale Differenzierung steuern. Das fetale Gehirn beginnt etwa in der 19. bis 20. Schwangerschaftswoche mit der autonomen Sterolproduktion, einer kritischen Phase für die Synaptogenese und die Schaltkreisbildung.
Während die betroffenen Medikamente weit verbreitet und oft unerlässlich für die Behandlung chronischer Erkrankungen bei Schwangeren sind, fordern diese Ergebnisse eine Neubewertung ihrer Sicherheitsprofile während der Schwangerschaft. Die Autoren betonen, dass die Ergebnisse keine Angst auslösen oder zu einem abrupten Absetzen der verschriebenen Behandlungen ohne medizinische Anleitung führen sollten; vielmehr plädieren sie für eine erhöhte Wachsamkeit unter den Gesundheitsdienstleistern. Die Studie artikuliert einen dringenden Bedarf, die biochemischen Fußabdrücke bestehender und neuer Arzneimittel auf den Sterolstoffwechsel zu untersuchen, insbesondere da sich die Verschreibungsmuster entwickeln und die Prävalenz von Polypharmazie in der Schwangerschaft zunimmt.
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