FRANKFURT / LONDON (IT BOLTWISE) – Der Stromverbrauch von Künstlicher Intelligenz wird oft als exorbitant angesehen. Doch eine genauere Betrachtung zeigt, dass der tatsächliche Energiebedarf überraschend gering ist. Neue Studien und Vergleiche mit alltäglichen Geräten verdeutlichen, wie effizient KI tatsächlich arbeitet.

Der Stromverbrauch von Künstlicher Intelligenz (KI) wird häufig als hoch und problematisch dargestellt. In den USA sind zahlreiche neue Rechenzentren in Planung, die den Bedarf an Energie weiter steigern könnten. Doch eine detaillierte Analyse zeigt, dass der tatsächliche Energieverbrauch von KI-Anwendungen oft geringer ist als angenommen. Eine einfache Anfrage an einen KI-Chatbot benötigt beispielsweise nur etwa 0,3 Wattstunden, wie sowohl Google als auch OpenAI berichten.
Vergleicht man diesen Verbrauch mit alltäglichen Geräten, wird das Ausmaß deutlicher. Ein moderner Fernseher im Standby-Modus verbraucht täglich etwa zwölf Wattstunden, was dem Energiebedarf von 40 KI-Anfragen entspricht. Komplexere Aufgaben, wie die Erstellung eines umfassenden Berichts durch KI, benötigen zwar mehr Energie, doch selbst hier bleibt der Verbrauch im Rahmen. Ein solcher Bericht könnte etwa 30 Wattstunden erfordern, was dem Stromverbrauch eines Laptops in einer Stunde entspricht.
Interessanterweise ist die Produktion der KI-Chips weniger energieintensiv als deren Betrieb. Der eigentliche Stromverbrauch wird vielmehr durch alltägliche Aktivitäten wie Verkehr und Heizung bestimmt. Eine Minute kürzer duschen kann beispielsweise 140 Wattstunden einsparen, was dem Energieverbrauch von fünf Stunden Laptop-Nutzung entspricht. Diese Vergleiche verdeutlichen, dass der Stromverbrauch von KI im Kontext betrachtet werden sollte.
Ein weiterer Aspekt ist der Wasserbedarf von Rechenzentren, der oft zur Kühlung genutzt wird. Während Google von 0,26 Millilitern Wasser pro Anfrage spricht, schätzt eine Studie der University of California den Bedarf auf bis zu 16 Milliliter. Im Vergleich dazu benötigt eine Minute Duschen etwa zehn Liter Wasser. Diese Zahlen zeigen, dass der Wasserverbrauch von KI-Anwendungen im Verhältnis zu alltäglichen Aktivitäten gering ist.
Die Entwicklung neuer KI-Modelle ist hingegen energieintensiver. Schätzungen zufolge könnten bis zu 50 Gigawattstunden für das Training eines neuen Modells erforderlich sein. Diese Energie entspricht etwa einem Drittel des täglichen Energiebedarfs der Lufthansa. Dennoch haben Gutachter ihre Prognosen für den Strombedarf bis 2030 gesenkt, da die energieintensive Industrie mit anderen Herausforderungen konfrontiert ist.
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