DETROIT / LONDON (IT BOLTWISE) – Der amerikanische Automobilhersteller Ford befindet sich in Gesprächen mit der US-Regierung über mögliche Rüstungsaufträge. Diese Verhandlungen könnten die Rolle von Ford in der Verteidigungsindustrie erheblich erweitern, da das Pentagon plant, auf die Produktionskapazitäten der Autobauer zurückzugreifen, um Munitionslager aufzufüllen. Diese Entwicklung folgt Berichten zufolge auf die anhaltende Unterstützung der Ukraine und den Iran-Konflikt, die die Bestände der USA erschöpft haben.

Der amerikanische Automobilhersteller Ford steht derzeit in Verhandlungen mit der US-Regierung über mögliche Rüstungsaufträge. Diese Gespräche befinden sich noch in einem frühen Stadium, wie der Konzernchef Jim Farley in einer Telefonkonferenz mit Analysten mitteilte. Ford plant, seine Produktionskapazitäten und Mitarbeiter für Verteidigungsprojekte zur Verfügung zu stellen, um die Munitionslager der USA aufzufüllen, die durch die Unterstützung der Ukraine und den Iran-Konflikt stark beansprucht wurden.
Bereits vor einigen Wochen berichtete ein führendes Branchenblatt, dass die US-Regierung daran interessiert sei, Autobauer wie Ford und General Motors stärker in die Rüstungsproduktion einzubinden. Das Pentagon sieht in den Produktionskapazitäten dieser Unternehmen eine Möglichkeit, die durch die jahrelange Unterstützung internationaler Konflikte geleerten Munitionslager wieder aufzufüllen.
Ford selbst hat in den letzten Monaten positive Geschäftszahlen vorgelegt. Im vergangenen Quartal konnte der Konzern seinen Umsatz um sechs Prozent auf 43,3 Milliarden US-Dollar steigern. Besonders der Verkauf von großen und teuren Fahrzeugen trug zu diesem Wachstum bei. Der bereinigte operative Gewinn lag mit 3,5 Milliarden Dollar deutlich über den Erwartungen der Analysten, die mit 1,3 Milliarden Dollar gerechnet hatten.
Dennoch kämpft Ford in seiner Elektroauto-Sparte mit Herausforderungen. Trotz der positiven Gesamtbilanz verzeichnete das Unternehmen in diesem Bereich einen operativen Verlust von 777 Millionen Dollar. Dies zeigt, dass die Transformation hin zu nachhaltiger Mobilität noch mit erheblichen Investitionen und Risiken verbunden ist.
Jim Farley betonte zudem, dass Ford als großer Kunde die Verlagerung von Zulieferern in die USA fördern wolle, insbesondere im Bereich der Chips und Batterien. Dies könnte kurzfristig der größte Beitrag sein, den Ford zur Stärkung der US-Wirtschaft leisten kann. Die Verlagerung der Zulieferketten in die USA könnte nicht nur die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten verringern, sondern auch die nationale Sicherheit stärken.
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