LONDON (IT BOLTWISE) – Neue Studien zeigen, dass der gefürchtete Jo-Jo-Effekt weniger schädlich ist als bisher angenommen. Bewegung und innovative Medikamente spielen eine entscheidende Rolle beim langfristigen Gewichtserhalt. Forscher betonen die Bedeutung von körperlicher Aktivität und neuen Ansätzen zur Unterstützung der Gewichtsregulierung.

Der Jo-Jo-Effekt, ein Phänomen, bei dem nach einer Diät das verlorene Gewicht schnell wieder zugenommen wird, galt lange als gesundheitlich bedenklich. Doch aktuelle Forschungsergebnisse entzaubern diesen Mythos. Eine Analyse im renommierten Fachmagazin The Lancet zeigt, dass zyklische Gewichtsschwankungen nicht eigenständig Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern. Wissenschaftler der Universität Kopenhagen und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung fanden keine ausreichenden Belege für eine langfristige Schädlichkeit. Vielmehr kehrt das Risiko nach einer Gewichtszunahme lediglich auf das ursprüngliche Niveau zurück.
Ein zentraler Aspekt zur Stabilisierung des Gewichts ist die körperliche Aktivität. Eine Studie der European Association for the Study of Obesity (EASO) zeigt, dass tägliche Bewegung, gemessen in Schritten, signifikant zum Gewichtserhalt beiträgt. Teilnehmer, die täglich rund 8.500 Schritte gingen, konnten 4,39 Prozent ihres Gewichts verlieren, während die Kontrollgruppe nur 1,25 Prozent erreichte. Pro zusätzliche 1.000 Schritte ließ sich mehr vom ursprünglichen Gewichtsverlust konservieren.
Der Körper arbeitet nach einer Diät oft aktiv gegen das neue Gewicht, ein Phänomen, das als Adipositas-Gedächtnis bekannt ist. Zwei vielversprechende Ansätze, um diesem entgegenzuwirken, wurden in der Fachzeitschrift Nature Medicine vorgestellt. Die Orforglipron-Tablette zeigte deutliche Effekte: Probanden hielten nach einem Jahr 75 bis 80 Prozent ihres Gewichtsverlusts. Auch das Darmmikrobiom, insbesondere das Bakterium Akkermansia muciniphila, rückt in den Fokus als potenzielles Mittel gegen den Jo-Jo-Effekt.
Ein weiterer Ansatz zur Gewichtsregulierung ist das Heilfasten, das nicht nur zur Gewichtsabnahme, sondern auch zur Aktivierung zellulärer Reinigungsprozesse dient. Dr. Matthias Riedl erklärt, dass extreme Kaloriendefizite die Autophagie aktivieren können, was positive Effekte bei Diabetes Typ 2 und anderen Erkrankungen haben kann. Allerdings ist medizinische Begleitung hierbei Pflicht, da die Methode nicht für jeden geeignet ist.
Insgesamt zeigt sich, dass der Jo-Jo-Effekt weniger schädlich ist als angenommen, wenn er mit Bewegung und neuen medizinischen Ansätzen kombiniert wird. Die Forschung wird sich künftig noch stärker auf die Rolle des Mikrobioms und die genetischen Komponenten des Stoffwechselgedächtnisses fokussieren. Strikte Ernährungsdogmen weichen zunehmend flexiblen, aber wissenschaftlich fundierten Modellen wie der mediterranen Kost oder der Planetary Health Diet.
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