SAN DIEGO / LONDON (IT BOLTWISE) – Qualcomm kündigt die Übernahme des KI-Software-Startups Modular an und liefert damit den nächsten Angriff auf das NVIDIA-Ökosystem. Der Deal über rund 3,9 Milliarden Euro erfolgt als Aktientausch und soll im zweiten Halbjahr 2026 unter Kartellvorbehalt abgeschlossen werden. Mit Mojo und der MAX-Plattform will Qualcomm KI-Berechnungen hardwareübergreifend unterstützen. Gleichzeitig plant das Unternehmen mit weiteren Hardware-Offensiven, während der EU AI Act Unternehmen zur frühzeitigen Compliance zwingt.

Qualcomm stellt seine Strategie gegen NVIDIA spürbar um: Der US-Chipkonzern hat die Übernahme des KI-Software-Startups Modular mit einem Volumen von rund 3,9 Milliarden Euro (3,92 Milliarden US-Dollar) offiziell gemacht. Der Deal ist ein reiner Aktientausch, bei dem Qualcomm bis zu 19,2 Millionen eigene Aktien ausgibt. Modular wurde 2022 von Chris Lattner und Tim Davis gegründet, sammelte zuletzt im September 2025 Kapital ein und kam dabei auf eine Bewertung von etwa 1,6 Milliarden US-Dollar. Der Abschluss ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant, vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden.
Der technische Kern der Akquisition liegt weniger in einer einzelnen Bibliothek als in einem Ansatz für die KI-Programmierung. Qualcomm positioniert Modulars Programmiersprache Mojo und die zugehörige MAX-Plattform als Brücke zwischen Modelllogik und sehr unterschiedlicher Hardware. Während NVIDIA mit CUDA ein Ökosystem geschaffen hat, das Entwickler und Optimierungswerkzeuge stark an eine Plattform bindet, versucht Qualcomm, den Weg zu KI-Berechnungen zu abstrahieren: Kompilation und Ausführung sollen sich auf breiter angelegte Zielsysteme übertragen lassen. Damit erweitert der Konzern seine KI-Infrastruktur nicht nur um neue Softwarebausteine, sondern um einen Plan, der sich auch über mehrere Chipgenerationen hinweg ausrollen lässt.
Vergleicht man diese Bewegung mit früheren Branchenversuchen, wird der Unterschied deutlich. In den letzten Jahren haben sich viele Startups an „Open“-Versprechen versucht, scheiterten aber oft daran, dass Performance-Tuning, Toolchains und produktionsreife Deployments nicht zuverlässig aus einem Guss kommen. Qualcomm adressiert genau diese Lücke, indem es die Softwareebene an eine künftige Hardware-Roadmap koppelt. Laut Qualcomm-Planung soll der Transfer mittelfristig auch die Ausnutzung eigener Beschleuniger vereinfachen. Damit verschiebt sich die Konkurrenz nicht nur in Richtung Rechenleistung, sondern in Richtung Compiler, Laufzeit und Portabilität – also genau jene Komponenten, die in der Praxis oft den entscheidenden Zeit- und Kostenhebel bilden.
Auch Marktteilnehmer achten weniger auf die Schlagzeile als auf das „Integrationsrisiko“. Die Aktie reagierte am Tag der Ankündigung verhalten: Sie fiel um rund vier Prozent. Seit Jahresbeginn war sie zuvor bereits um fast 30 Prozent gestiegen. Analysten bleiben skeptisch, weil zwei Ebenen zusammenkommen: Softwarezuwachs für die KI-Entwicklung und gleichzeitig eine neue Hardware-Offensive. Ein Branchenkenner fasst das Risiko sinngemäß so zusammen: Qualcomm müsse vom Mobilfunk-Standbein stärker in Richtung Datenzentrum und KI-Beschleunigung rüberwachsen, ohne dass die Zukäufe technologische und organisatorische Reibung erzeugen. Das ist weniger eine Frage der Vision als der Ausführungsfähigkeit in M&A.
Dass Qualcomm diesen Kurs nicht nur theoretisch meint, zeigt die parallel berichtete Offensive Richtung weiterer Chip-Assets. Berichten zufolge verhandelt das Unternehmen in fortgeschrittenen Gesprächen zur Übernahme von Tenstorrent – je nach Quelle zu einem Preis zwischen 8 und 10 Milliarden Euro. Zusammen mit Modular läge das Investment damit bei über 14 Milliarden Euro. Tenstorrent setzt auf eine offene RISC-V-Architektur und verfügt mit dem „Blackhole“-Chip über ein konkretes Angebot. Der im April 2026 in Serie gegangene Prozessor adressiert mit 32 Gigabyte GDDR6, 664 TFLOPS Rechenleistung und einer Fertigung im 6-Nanometer-Verfahren von TSMC genau die Kategorie, in der Training und Inferenz in unterschiedlichen Workloads effizient laufen müssen.
Qualcomms Hardware-Roadmap soll diese Softwarepositionierung praktisch untermauern. Der Konzern hat mit Meta bereits einen ersten nennenswerten Kunden für den kommenden Datenzentrums-Prozessor Dragonfly C1000 gewonnen, auch wenn der Chip erst 2028 verfügbar sein wird. Dazwischen liegen schnellere Schritte: Noch 2026 sollen AI200-Beschleuniger ausgeliefert werden, 2027 folgt AI250. Ein AI300 ist zudem bereits angekündigt. Zusätzlich will Qualcomm noch in diesem Jahr erste kundenspezifische Chips für Hyperscaler ausliefern. Technisch bedeutet das: Qualcomm versucht, nicht nur Standardprodukte zu bauen, sondern Zielsysteme in der Cloud so zu konfigurieren, dass Toolchains und Compiler-Strategien möglichst glatt greifen.
Gerade hier berührt die Entwicklung auch regulatorische Themen. Der EU AI Act verschiebt die Compliance-Frage von „später, wenn es nötig wird“ hin zu „jetzt, beim Aufbau der Systemarchitektur“. Das betrifft insbesondere Hochrisiko-KI-Systeme, aber auch die organisatorischen Pflichten rund um Transparenz, Dokumentation und Qualitätssicherung. Für Unternehmen, die Modelle auf neuen Beschleunigern deployen, entsteht damit ein doppelter Takt: Neben der technischen Evaluierung von Performance und Latenz müssen sie nachweisbar machen, wie Trainings- und Inferenzpipelines gesteuert werden, wie Datenflüsse dokumentiert sind und wie Monitoring-Prozesse funktionieren. Neue Chip- oder Compiler-Stacks können diese Nachweise leichter oder schwerer machen – und die Verantwortung bleibt letztlich beim Betreiber.
Historisch betrachtet ist der Wettbewerb um KI-Infrastruktur kein reines Wettrennen um FLOPS gewesen, sondern ein Kampf um das gesamte Liefer- und Anpassungssystem. NVIDIA hat CUDA nicht nur als Programmierschnittstelle verstanden, sondern als Hebel für Optimierungen, Libraries und den gesamten Software-Lifecycle. Qualcomm versucht, dieses Muster zu durchbrechen, indem es Offenheit auf mehreren Ebenen adressiert: Hardware-Ansatz, Compiler und die Programmiersprache selbst. Die entscheidende Frage ist, wie schnell Entwicklerteams den Werkzeugkasten umstellen können, ohne dass Schulung, Testzyklen und Debugging eskalieren. Gleichzeitig wird damit die Marktdynamik für Cloud-Anbieter und Enterprise-Teams real: Wenn Portabilität tatsächlich besser gelingt, sinken Projektlaufzeiten und Abhängigkeiten von einer einzigen Plattform.
In der Summe wirkt Qualcomm aktuell wie ein Unternehmen, das den nächsten Ausbaupfad nicht über „kleine Verbesserungen“ sucht, sondern über die komplette Kette vom Code bis zum Chip. Die Aussicht auf Dragonfly C1000 ab 2028 plus Zwischenschritte 2026/2027, kombiniert mit Modulars Mojo/MAX und dem potenziellen Tenstorrent-Zug, kann den Wettbewerb in den Rechenzentren deutlich beschleunigen. Für Entwickler bedeutet das zusätzliche Optionen, aber auch die Notwendigkeit, Toolchain-Kompatibilität, Sicherheits- und Compliance-Dokumentation sowie Observability früh mitzudenken. Für den Markt heißt es: Selbst wenn NVIDIA heute dominant bleibt, kann die Landschaft schneller plural werden, als viele Anbieter in ihren Roadmaps bislang angenommen haben.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Qualcomm übernimmt Modular und setzt auf offene KI-Software, um NVIDIA herauszufordern" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Qualcomm übernimmt Modular und setzt auf offene KI-Software, um NVIDIA herauszufordern" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Qualcomm übernimmt Modular und setzt auf offene KI-Software, um NVIDIA herauszufordern« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!