BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Neue Berechnungen zeigen: Die im Geb2de2udemodernisierungsgesetz vorgesehene Bio-Treppe kann die wirtschaftliche Tragf2alignkeit von Gasheizungen und Gasnetzen nicht bis weit in die Zukunft sichern. Besonders Biomethan soll laut den Projektionen bis 2045 deutlich teurer bleiben als Strom f2align2er den Betrieb von W2armepumpen. Das k2ann dazu f2u2hren, dass Netzbetreiber Gasinfrastruktur schrittweise einstellen m2ussen. Kommunen m22ussen deshalb die W2armewende fr22uh planen, bevor Kosten in den Netzen „sitzen bleiben“.

Bio-Treppe reicht offenbar nicht: Bis 2045 droht das Aus für Gasnetze
Bio-Treppe reicht offenbar nicht: Bis 2045 droht das Aus für Gasnetze (Foto: IT BOLTWISE)
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Die politische Idee hinter der „Bio-Treppe“ klingt nach einer Br22fcke: Eigent22umer sollen in den Heizungskellern vor22erst noch auf 22l und Gas setzen k22f6nnen, wenn ab 2029 ein steigender Anteil an „gr22fcnen“ Brennstoffen mit eingemischt wird. Neue Berechnungen stellen diese Br222fccke allerdings in Frage. Demnach ist es bis sp2222testens 2045 mit erheblichen wirtschaftlichen Risiken verbunden, Gasheizungen und die dazugeh222rige Netzbetreibung weiter aufrechtzuerhalten. Der Knackpunkt liegt weniger in der Technik als in den Kostenkurven f22fcr Biomethan, dem wahrscheinlichen Hauptbaustein der Beimischung.

Technisch betrachtet bleibt die Logik der Pfade eine Frage der Energietr22fager und der Infrastruktur: Gasnetze m22fcssen nicht nur heute, sondern auch in den n22e4chsten Jahren ausgelastet bleiben, damit Netzgeb222fchren und Investitionen finanzierbar sind. Die „Bio-Treppe“ legt einen konkreten Beimischungsfahrplan fest: ab 2029 zehn Prozent, ab 2030 15 Prozent, ab 2035 30 Prozent und ab 2040 dann 60 Prozent. In der Praxis d22fcrfte bei Gasheizungen vor allem Biomethan zum Einsatz kommen, weil Wasserstoff als Alternative kaum verf22fcgbar und dadurch kostenintensiv ist. Hinzu kommt eine zweite Ebene: eine m22f6gliche Gr22fcngasquote, die noch ohne Details bleibt.

Der wirtschaftliche Teil ist der Grund, warum die Br222fccke wackelt. Laut den zugrunde liegenden Szenarien schwankt der Biomethan-Preis stark zwischen etwa 7, 6 Cent pro Kilowattstunde und 23 Cent pro Kilowattstunde. Selbst der Medianwert von 12, 8 Cent/kWh deutet auf eine deutliche Differenz zu der Strombasis hin, die man f22fcr W2armepumpen ben22f6tigt. Bei einem typischen Jahresverbrauch von 20.000 kWh kann das f22fcr Biomethan schnell in einer Spanne von rund 1.520 Euro bis 4.600 Euro pro Jahr landen. Im Vergleich dazu zeigen die Projektionen, dass Haushalte bei einer Umstellung auf eine W2armepumpe bis 2045 mehr als 1.000 Euro j22e4hrlich einsparen k22f6nnten.

Damit verschiebt sich der Wettbewerb zwischen Heiztechnologien und Versorgungswegen vom „Ob“ zum „Wann“. W2armepumpen und Fernw2armel2f6sungen gewinnen in der Marktlogik, weil sie bei fallenden Emissionsh22e4ndels- und Beschaffungskosten tendenziell planbarer werden. Wer in Gas investiert, riskiert dagegen eine Art Kosten-Doppelbelastung: steigende Netzgeb22fchren durch sinkende Kundenzahlen und gleichzeitig teurer werdende Brennstoffe. Branchenanalysen deuten darauf hin, dass genau diese Kombination in den kommenden Jahren die entscheidenden Investitionsfilter pr22e4gen wird, besonders dort, wo Kommunen die W2armewende ohnehin priorisieren. Die Konsequenz w2are nicht zwingend ein sofortiges Stillstandsdatum, sondern ein schrittweiser R22fcckgang der Auslastung.

Historisch ist der Konflikt nicht neu. Schon fr22fchere Programme wollten die Energietransformation durch Mischquoten oder zeitlich befristete f6bergangsl2f6sungen abfedern. Die Erfahrung aus anderen Sektoren zeigt jedoch, dass Infrastrukturpfade vor allem dann stabil bleiben, wenn Auslastung, Kosten und regulatorische Signale gleichzeitig stimmen. Beim Gasnetz fehlt es an dieser „Dreifach-Planbarkeit“: Wenn Betreiber ihre Kundenzahl nicht mehr in ausreichendem Umfang halten k22f6nnen, lassen sich Fixkosten nur noch begrenzt auf Tarife umlegen. Dann wird aus der politischen dcbergangsl2f6sung ein finanzielles Risiko, das Netzbetreiber unter Druck setzt, fr22f6hzeitig Abschaltungen und Umr2ffcstungen vorzubereiten.

Die Markt- und Vollzugsperspektive kommt zus22e4tzlich durch die kommunale W2armplanung. In mehreren Gro22dfst22e4dten wird bereits explizit vorgesehen, dass Privathaushalte perspektivisch 22ber Fernw2armel2f6sungen oder W2armepumpen versorgt werden. Dort zielt die Planung nicht darauf, Gasnetze möglichst lange zu halten, sondern eine geordnete Stilllegung fr22fchzeitig zu koordinieren. Wenn Kommunen diese Pfade fest in die Quartiersentwicklung integrieren, wird die Entscheidung f22fcr Eigent222mer faktisch „entkoppelt“: Der Markt reduziert die Option, Gasheizungen wirtschaftlich durchzuhalten. Genau hier entsteht ein Geschwindigkeitsunterschied zwischen politischem Rahmen und tats22e4chlicher Investitionsrealit22e4t.

F22fcr Eigent222mer und Betreiber ist das regulatorisch relevant, weil sich Entscheidungen in der Anlagen- und Netzlebensdauer widerspiegeln. Wer heute eine neue Gasheizung installiert, schlie22f6t zwar potenziell Vertr2222e4ge 2f2cr die „Bio-Treppe“, muss sich aber auf Biomethan-Preisniveaus und deren Entwicklung verlassen. Sicherheit und Datenschutz sind dabei indirekt mit im Spiel: Der Umstieg auf W2armepumpen und digitale Steuerungskonzepte geht oft mit Mess- und Datenprozessen einher, etwa 2ber Smart-Meter-Umfelder und Energie-Management-Systeme. Ohne saubere Governance entstehen zus22e4tzliche Compliance-Themen. Die strukturelle Botschaft bleibt dennoch klar: Wirtschaftlichkeit entscheidet 2fcber Infrastruktur-Lebensdauer, nicht 2fcber Hoffnungen im Heizungskeller.

Der Ausblick f22f2r die n22e4chsten Jahre ist deshalb weniger „Ob“ als „Wie schnell“. Netzbetreiber stehen vor dem Dilemma, ob sie noch einmal gezielt investieren, obwohl die Lastkurven fr22f2h sinken. Aus den Berechnungen wird abgeleitet, dass eine fr22f2he Stilllegungs- und Umr2ffcstungslogik volkswirtschaftlich g22fcnstiger sein kann als sp22e4tere, teure Korrekturen. Kommunen sollten nach dieser Lesart die W2armewende jetzt zeitlich so verankern, dass Eigent222mer planbar umstellen k22f6nnen. F22f2r den Markt bedeutet das eine wachsende Nachfrage nach W2armepumpen-Installation, passenden Stromtarifen und Nahw2armel2f6sungen, w2e4hrend Gasnetzbetreiber ihre Transformation organisatorisch und finanziell absichern m22fcssen.


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