FLORIDA / LONDON (IT BOLTWISE) – City Labs bringt mit BOHR den ersten kommerziellen, kernenergiegestützten CubeSat in den Orbit. Der 1U-Satellit nutzt eine Betavoltaik-Batterie, die aus dem Zerfall von Tritium Strom erzeugt. Entscheidend: Die Mission passiert den neuen FAA-Prozess für nukleare Starts als erste kommerzielle Kernmission dieser Art. Für Anwendungen mit Dauerbetrieb ohne Sonnenlicht könnte das den nächsten Schritt zu dauerhaft aktiven Sensoren und Spezialmissionen auf dem Mond markieren.

Der Start ist noch kein kommerzielles Kernkraftwerk im Weltraum, aber er verschiebt die Schwelle, an der sich bisher fast alles „nuklear“ im Orbit abgespielt hat: Bisher waren kernenergiegetriebene Raumfahrzeuge überwiegend Sache von Regierungsprogrammen. Jetzt hat die Miami-basierte City Labs mit dem BOHR-Satelliten (Betavoltaic Orbital High-Reliability) einen kleinen, aber symbolisch wichtigen Meilenstein erreicht. BOHR ging am Dienstag auf einer SpaceX-Rideshare-Mission mit rund 80 weiteren Nutzlasten in eine Umlaufbahn zwischen 350 und 400 Meilen Höhe. Für dauerhafte Mess- und Kommunikationsaufgaben ist das Timing besonders relevant, weil viele Ziele nicht zuverlässig von der Sonne „verwöhnt“ werden.
Technisch setzt City Labs auf Betavoltaik statt auf klassische radioisotopische Wärmeerzeugung. Bei der Methode entsteht Elektrizität aus dem Zerfall von Tritium, einem radioaktiven Wasserstoffisotop. Der BOHR-CubeSat ist nach Angaben des Unternehmens auf einer 1U-Plattform aufgebaut und damit größenmäßig in der Größenordnung eines kleinen Kubik-Satelliten – vergleichbar mit etwa der Dimension eines Softballs. Wichtig ist aber weniger die Geometrie als die Energiecharakteristik: Betavoltaik-Batterien sind für Niedrigleistungsanwendungen ausgelegt, bei denen eine lange Laufzeit und ein stabiler Betrieb ohne aufwendige Batteriewechsel wichtiger sind als maximale Leistungsdichte.
City Labs unterscheidet dabei klar zwischen dem, was im Demonstrator-Modus passiert, und dem Alltagsbetrieb. Das NanoTritium-System soll in einer experimentellen Betriebsart Energie für eine an Bord befindliche Nutzlast bereitstellen. Für „reguläre“ Funktionen nutzt der Satellit hingegen weiterhin Solarenergie, also Photovoltaik als primäre Energiequelle. Diese hybride Architektur wirkt wie eine pragmatische Ingenieursentscheidung: Sie senkt das Risiko für die Mission, weil der CubeSat nicht vollständig von einer neuen Energieform abhängig ist, demonstriert aber gleichzeitig die Kernenergiekomponente unter realen Raumfahrtbedingungen. Genau solche Zwischenstufen haben sich in anderen Bereichen bewährt, etwa bei schrittweiser Umstellung von Antrieb oder Funkstandards.
Marktseitig ist BOHR auch deshalb ein Signal, weil es den regulatorischen Pfad für kommerzielle Nuklearmissionen erstmals konkret nutzt. Die Mission wurde als erstes kommerzielles nukleares Raumprojekt durch den neuen FAA-Prozess für nukleare Starts genehmigt; City Labs erhielt die Startfreigabe bereits im September. Der Unterschied zu früheren, staatlich geprägten Missionen: Unternehmen müssen nicht nur Hardware-Parameter erfüllen, sondern auch Sicherheitsnachweise und Freigaben für die Handhabung radioaktiver Materialien erbringen. Die Menge an Tritium im BOHR-Satelliten ist zudem klein, und Tritium zerfällt schneller als andere häufig genannte Nuklidfamilien wie Plutonium oder Uran. Dadurch reduziert sich das Risikoprofil, ohne dass der technologische Kernnachweis ausfällt.
Beim Wettbewerb lohnt ein zweigleisiger Blick: Einerseits gibt es die „große“ Tradition nuklearer Raumfahrttechnik, etwa radioisotopische Thermoelektrik-Generatoren (RTGs), die seit Jahrzehnten als verlässliche Stromquellen für Missionen im äußeren Sonnensystem dienen. Andererseits existieren zunehmend kommerzielle Ansätze für langlebige Stromversorgung über extrem niedrige Leistungen – nur eben meist ohne Kernmaterial. BOHR stellt die Betavoltaik-Schiene in den Fokus, die speziell für Instrumente und Sensorik interessant ist, bei denen geringe Wattzahlen genügen. Genau das adressiert City Labs auch in seinen Zielbildern: persistente Sensorik, sichere Kommunikations- und Messsysteme in abgelegenen Gebieten sowie langfristige Instrumentierung. Branchenanalysten sehen darin vor allem eine Möglichkeit, Grenzfälle zu öffnen, in denen Sonnenenergie wegen Schattenzonen, Nachtzyklen oder Ausrichtungskonflikten zu kurz greift.
Historisch betrachtet ist das „Neue“ an BOHR weniger die Existenz von Tritium-basierten Energiequellen als ihre Systemfähigkeit in einem kommerziellen Start- und Missionsumfeld. Bereits zuvor hat die öffentliche Hand die Nutzung nuklearer Quellen untersucht, etwa im Kontext von Sensor-Netzwerken auf dem Mond. In den Planungen von NASA und späteren US-Verteidigungsprogrammen ging es wiederholt darum, dauerhaft aktive Sensoren in dauerhaft schattige Kraterregionen zu bringen, um Ressourcen wie Wasser-Eis zu identifizieren. City Labs berichtet zudem von Forschungskontrakten durch US Air Force und Space Force, einschließlich Entwicklung eines experimentellen Tritium-AA-Batterieformats für kryptografische Geräte sowie eines selbstgespeisten drahtlosen autonomen Abbildungssensors. Dass der Satellit zudem Heizfunktionen für Mikroelektronik in rauen Umgebungen adressiert, unterstreicht, dass nicht nur „Strom fürs Funkgerät“ im Vordergrund steht, sondern auch Temperatur- und Systemstabilität.
Für die Zukunft hängt viel an dem nächsten Skalierungsschritt: In künftigen Missionen wird mehr nukleares Material nötig sein, um höhere Leistungsbedarfe abzudecken. Das ist jedoch nicht einfach nur „mehr Radioisotop“, sondern gleichzeitig eine Frage von Transport-, Abschirmungs- und Sicherheitskonzepten. Die US-Regulierungslogik macht hier einen Unterschied zwischen schwacher Betastrahlung und höher durchdringenden Emissionen; Tritium wird typischerweise als relativ risikoarm beschrieben, unter anderem weil die Strahlung in Luft nur eine geringe Reichweite hat und die Abschirmanforderungen abgeleitet werden. Wenn City Labs den Weg von einem Demonstrator zu wiederholbaren kommerziellen Missionen schafft, könnte das Entwicklerteams über neue Use-Cases anziehen: von dauerhaft aktiven Explorationssensoren bis hin zu hochsicheren Edge-Geräten. Im Ergebnis wird BOHR weniger als „Leistungsrekord“, sondern mehr als Startup-ähnlicher Validierungsbeweis wahrgenommen werden – und genau damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass 2026 bis 2030 stärker skalierte Systeme folgen.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- NIEDLICHER BEGLEITER: Eilik ist der ideale Begleiter für Kinder und Erwachsene, die Haustiere, Spiele und intelligente Roboter lieben. Mit vielen Emotionen, Bewegungen und interaktiven Funktionen.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "City Labs startet ersten kommerziellen Kernenergie-Cubesat im All" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "City Labs startet ersten kommerziellen Kernenergie-Cubesat im All" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »City Labs startet ersten kommerziellen Kernenergie-Cubesat im All« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!