BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Deutsche Einzelhändler bangen um ihre Geschäfte: 79 Prozent nennen Kaufzurückhaltung als größte Herausforderung. Trotz eines leichten Aufwärtstrends bleibt die Konsumstimmung laut Befragungen auf dem Niveau des zweiten Corona-Lockdowns. Gleichzeitig verlagert sich der Umsatz sichtbar Richtung Onlinehandel, während asiatische Anbieter wie Temu und Shein den Preisdruck weiter verstärken.

Der deutsche Einzelhandel spürt die Kaufzurückhaltung gerade stärker als jede einzelne Schlagzeile über sinkende Inflationsraten. In einer Umfrage unter 600 Unternehmen nennt eine klare Mehrheit von 79 Prozent die Zurückhaltung beim Ausgeben als drängendste Herausforderung. Händler verbinden das nicht nur mit kurzfristiger Unsicherheit, sondern auch mit fehlendem Vertrauen in die Zukunft. HDE-Präsident Alexander von Preen ordnet die Lage als besonders ernst ein und verweist darauf, dass die Konsumstimmung aktuell dem Gefühl aus der Zeit des zweiten Corona-Lockdowns ähnelt.
Technisch lässt sich die Verschiebung im Einkaufsverhalten als mehr als reines „Rausgehen oder Drinbleiben“ betrachten. Onlinehandel ist für Verbraucher funktional anders: Einkäufe laufen sieben Tage die Woche, Preis- und Produktvergleiche sind automatisiert schnell abrufbar, und Retouren sind in vielen Fällen unkompliziert. Genau diese Mechaniken erhöhen die „Entscheidungsgeschwindigkeit“ und senken gleichzeitig die wahrgenommenen Risiken. So entsteht ein Markt, in dem stationäre Händler Frequenz verlieren können, während das Internet die Nachfrage zunehmend segmentiert und über kleinere Preisanker (Rabatte, Bundles, zeitnahe Lieferoptionen) aktiviert.
Marktseitig zeigt sich die Divergenz deutlich: Laut HDE-Prognose stagnieren die Umsätze im stationären Handel 2026 real, während der Onlinehandel um 3,5 Prozent zulegen soll. Bereits etwa ein Siebtel der Erlöse entfällt auf das Netz, mit steigender Tendenz. Neben dem US-Player Amazon drängen asiatische Plattformen spürbar in den Markt, wie ein Rekordwert für den zweiten Jahresabschnitt nahelegt: Im zweiten Quartal entfielen 5,3 Prozent der Onlinehandelsumsätze auf Anbieter wie Temu, Shein und AliExpress. Zwischen April und Juni stiegen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr dabei um mehr als 20 Prozent auf gut 1,1 Milliarden Euro.
Die Wettbewerbswirkung ist dabei nicht nur „mehr Anbieter“, sondern ein klarer Preismechanismus. Verbraucher gewichten Umfragen zufolge den Preis derzeit extrem stark; Schnäppchen und Rabatte wirken wie ein Filter über Qualitätsbedenken hinweg. Eine Studie des Marktforschungsunternehmens Appinio beschreibt, dass Temu und Shein trotz Sorge um Produktqualität bestellt werden. Parallel beziffert eine Untersuchung im Auftrag des HDE, wie stark der Handel durch diese Preiswirkung Jahr für Jahr Umsatz verliert: 2,5 Milliarden Euro werden demnach als entgangene Erlöse beziffert. Ein weiterer Effekt: Etwa ein Drittel des Onlinewachstums 2026 soll auf Temu und Shein entfallen.
Historisch betrachtet ist der „Polarization Trade“ im Einzelhandel nicht neu, nur die Geschwindigkeit ist in den letzten Jahren gestiegen. Schon während früherer Preiszyklen und der Verlagerung in den E-Commerce zeigte sich, dass mittlere Preispunkte unter Druck geraten, sobald aggressive Preisanker in großen Volumina verfügbar sind. Neu ist heute die Kombination aus Plattformökonomie und globaler Beschaffung: Das beschleunigt die Taktung von Angeboten und schwächt die Planbarkeit stationärer Lager- und Einkaufszyklen. Handelsexperte Kai Hudetz spricht in diesem Zusammenhang von einem „Verlust der Mitte“, während zunehmend Einstiegspreise sowie Premium- und Luxussegmente wachsen und mittlere Preislagen unter Druck geraten.
Regulatorik und Sicherheit spielen in dieser Phase eine indirekte, aber wachsende Rolle. Wenn Händler wegen rückläufiger Frequenz und steigender Kosten unter Druck geraten, wird Compliance in der Lieferkette oft zum Betriebsrisiko: Rückverfolgbarkeit, Produkthaftung, Retourenprozesse und Datenschutzanforderungen müssen trotzdem sauber funktionieren. Für Unternehmen bedeutet das praktisch: Wer den Onlinekanal ausbaut, muss nicht nur Logistik und Shop-Systeme optimieren, sondern auch Rechte- und Pflichtenketten entlang der Datenverarbeitung (Kundendaten, Zahlungsdaten, Tracking) enger führen. Besonders wichtig wird zudem die Governance bei Drittanbietern, weil Plattformen und Marktplätze Einkaufsentscheidungen stark beeinflussen.
Die wirtschaftlichen Folgen sind bereits sichtbar. Laut HDE-Umfrage berichten 63 Prozent der Händler von einer Verschlechterung der Geschäftslage im ersten Halbjahr (gegenüber 51 Prozent im Vorjahr). Zwei Drittel erwarten 2026 niedrigere Umsätze als 2025, lediglich 18 Prozent höhere. Jeder sechste Einzelhändler fürchtet inzwischen um die Existenz, so viele wie nie zuvor; die Zahl der Insolvenzen erreichte 2025 den höchsten Stand seit zehn Jahren, 2026 bleibt das Niveau hoch, schwächt sich aber leicht ab. Dass selbst bekannte Fälle wie Insolvenzanträge von Depot oder Hellweg die Diskussion prägen, passt in dieses Bild. Der HDE erwartet für 2026 zudem eine Zahl von unter 300.000 Händlern, nach rund 372.000 Ende 2015.
Für die nächsten Monate dürfte entscheidend sein, ob stationäre Akteure die Gründe der Kaufzurückhaltung adressieren und gleichzeitig gegen den Preiswettbewerb bestehen. Der HDE nennt als mögliche Entlastung zwei Hebel: ein Ende internationaler Krisen und steuerliche Verbesserungen, also mehr Netto vom Brutto. Daneben fordert HDE-Präsident von Preen eine Lockerung der Regeln für Sonntagsöffnungen, Unterstützung kommt aus der Industrie- und Handelskammer, die eine Grundgesetzänderung zur Klärung von verkaufsoffenen Sonntagen anstößt. Aus Entwicklersicht wird die Konsequenz klar: Wer Omnichannel ernst nimmt, braucht belastbare Datenflüsse für Prognosen, Retouren und Kundenansprache, sonst bleibt der Online-Erfolg eine Randnotiz statt eine nachhaltige Strategie.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- NIEDLICHER BEGLEITER: Eilik ist der ideale Begleiter für Kinder und Erwachsene, die Haustiere, Spiele und intelligente Roboter lieben. Mit vielen Emotionen, Bewegungen und interaktiven Funktionen.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Einzelhandel unter Druck: Kaufzurückhaltung trifft stationär, Online wächst" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Einzelhandel unter Druck: Kaufzurückhaltung trifft stationär, Online wächst" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Einzelhandel unter Druck: Kaufzurückhaltung trifft stationär, Online wächst« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!