HERFORD / LONDON (IT BOLTWISE) – Beim ersten „StartUp Your Life“-Gipfel im Museum Marta in Herford überzeugten drei Schüler aus Löhne mit ihrer Startup-Idee „moduCare“ eine Jury aus regionaler Wirtschaft und Gründerszene. In einem ausgebuchten Forum stellten zehn Schulteams ihre Konzepte in kurzen Elevator-Pitches vor. Ziel war es, genau zu zeigen, welche Zukunftsskills Jugendliche heute für Berufsstart und Innovation aus ihrer Sicht brauchen. Für „moduCare“ reichte es am Dienstag, 21.07.2026, zum 1. Platz.

Ein ausgebuchtes Forum im Museum Marta in Herford hat am 21.07.2026 gezeigt, wie früh sich Zukunftskompetenzen praktisch einüben lassen: Beim ersten „StartUp Your Life“-Gipfel mussten Schüler ihre Ideen nicht nur erklären, sondern in kurzer Zeit auf den Punkt bringen. Genau darum drehte sich der Nachmittag, und zwar mit einer klaren Frage im Zentrum: Welche „Zukunftsskills“ brauchen Jugendliche heute? Dass die Antwort nicht abstrakt blieb, machte der Wettbewerb selbst sichtbar: Zehn Schulteams standen im Format der Elevator-Pitches, hörbar getaktet auf die Zeit, die ein echtes Pitch-Meeting auch im Startup-Alltag fordert.
Die Jury-Entscheidung fiel schließlich für ein Trio aus Löhne: Leonie Caesar, Ben Rohlfing und Charlotte Fiederle. Ihre Idee „moduCare“ überzeugte die Entscheider und sicherte ihnen den Jury-Preis, also den 1. Platz. Damit ist nicht nur ein Gewinnerteam benannt, sondern auch ein Signal: Schüler setzen in ihren Entwürfen offensichtlich auf Konzepte, die sie als relevant für den Alltag wahrnehmen. Dass das Projekt als medizinisches Assistenzsystem beschrieben wird, macht die Stoßrichtung deutlich – ohne dass die Veranstaltung hier bereits eine fertige Produktvision ausliefert. Im Wettbewerb ging es vielmehr darum, ein Problemfeld zu adressieren und in eine verständliche Lösungsidee zu übersetzen.
Organisatorisch war der Gipfel konsequent auf Entscheidungsfähigkeit ausgelegt. Laut offiziellen Angaben stellten die Teams in kurzen Vorträgen ihre Startup-Ansätze vor, „Elevator-Pitches“, gerichtet an berufsorientierende Jahrgänge und an die Jury aus der regionalen Wirtschaft und Gründerszene. Das ist mehr als ein Präsentationsformat: Es zwingt die Beteiligten, Annahmen sichtbar zu machen, Nutzen und Zielgruppe plausibel zu beschreiben und die Komplexität ihres Themas so zu reduzieren, dass Außenstehende in Minuten statt in Wochen ein Urteil bilden können. Für Jugendliche ist dieser Wechsel vom Schulmodus in den Pitch-Modus eine eigene Lernkurve, gerade wenn neben didaktischer Vorbereitung auch echte Verständlichkeit zählt.
Dass neben „moduCare“ weitere Teams genannt werden, zeigt zudem, wie breit die Bandbreite innerhalb eines solchen Wettbewerbs sein kann. Auf der Veranstaltungsfolie werden „NiceCatch“ und „RePluma“ als weitere Macherinnen-Teams aufgeführt, die zwar nicht den 1. Platz erreichten, aber dennoch im gleichen Rahmen präsentierten. Diese Parallelität ist wichtig, weil sie den Wettbewerb weg von der Einmaligkeit bringt: Nicht ein Einzelprojekt wird zur Ausnahme, sondern ein Gesamtformat schafft Vergleichbarkeit. Gerade für Schulen und Koordinatoren ist das relevant, denn sie können im Nachgang nachvollziehen, wie unterschiedliche Projektansätze bei einer Jury funktionieren – etwa in der Art, wie Probleme formuliert, Risiken angesprochen oder Nutzen in den Vordergrund gestellt werden.
Im Bildkontext der Berichterstattung wird auch der Ablauf der Preisentscheidung greifbar: Auf den Fotos sind Jurymitglieder beim Gratulieren zu sehen. Genannt werden Thomas Lanh, Charlotte Otte, Oliver Flaskämper und Jan Hüttner. Ebenso wird das Ergebnis im Teamkontext gezeigt, inklusive der Sieger-Schüler aus Löhne und der weiteren Teams im Hintergrund. Solche konkreten Namen und Rollen helfen, die Veranstaltung als ernsthafte Instanz in der lokalen Gründungslandschaft einzuordnen: Wenn Entscheider aus Wirtschaft und Gründerszene anwesend sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Kriterien wie Umsetzbarkeit, Zielgruppenbezug und Klarheit der Argumentation tatsächlich zählen – und nicht nur die reine Präsentationsroutine.
Für die betriebliche Praxis in Unternehmen und für Gründungsprogramme lässt sich daraus eine klare Lehre ableiten: „Zukunftsskills“ sind nicht nur Schlagworte, sondern werden im Wettbewerb sichtbar durch Kommunikation, Strukturierung und die Fähigkeit, eine Idee unter Zeitdruck zu erläutern. Gleichzeitig wirkt der Bezug auf ein medizinisches Assistenzsystem wie ein Hinweis darauf, dass Jugendliche früh in Richtung gesellschaftlich relevanter Domänen denken. Ob dabei langfristig KI-gestützte Komponenten im Spiel sein könnten, lässt sich aus dem Text nicht ableiten; was aber erkennbar ist, ist die Bereitschaft, ein anspruchsvolles Thema in ein Startup-nahes Narrativ zu übersetzen. Genau diese Brücke zwischen Relevanz und Verständlichkeit ist ein wiederkehrender Erfolgsfaktor, wenn aus einer Schulidee später ein anwendungsorientiertes Projekt werden soll.
Auch für den Standort Westfalen ist die Veranstaltung mehr als ein lokales Ereignis, weil sie Talente aus „Schulbezirken“ sichtbar macht und die Region gleichzeitig als Experimentierfeld für Nachwuchsgründungen positioniert. Für weitere Durchläufe bleibt die Frage spannend, ob sich die Kriterien und Themenfelder über den ersten Gipfel hinaus weiter schärfen: Werden sich mehr Teams an daten- oder technologieintensiven Konzepten orientieren? Werden praktische Komponenten wie Prototypen, Nutzerfeedback oder Tests stärker in die Pitches einfließen? Klar ist jedenfalls, dass das Format Elevator-Pitch plus Jury-Feedback für die Jugendlichen einen unmittelbaren Lernwert erzeugt, und dass „moduCare“ als Siegerentwurf in Herford zumindest ein erstes, öffentliches Qualitätsurteil erhalten hat.
Damit steht am Ende nicht nur ein 1. Platz, sondern ein Prozess, der Jugendliche in Richtung unternehmerisches Denken führt. Die Kombination aus ausgefülltem Zeitfenster, offener Fragestellung nach Zukunftskompetenzen und einer Jury aus der Praxis macht den Gipfel zu einer Art Anschubmoment: Wer hier lernt, wie man eine Idee strukturiert und vorentscheidungsfähig präsentiert, kann dieses Muster später in Praktika, Ausbildungsbetrieben oder beim Aufbau eigener Projekte erneut nutzen. Dass der Gewinner aus Löhne kommt und im Museum Marta in Herford präsentiert wurde, fügt sich dabei wie ein Statement in die Region ein: Nachwuchs wird nicht versteckt, sondern auf eine Bühne geholt, auf der Kriterien zählen.
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