NECKARSULM / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Unternehmen der Schwarz Gruppe veröffentlichen ihren siebten Nachhaltigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2025 und koppeln Klimaschutz mit einem risikobasierten ESG-Ansatz. Ein externes ESG-Rating soll die Verknüpfung von Nachhaltigkeit und strategischem Risikomanagement belegen. Besonders deutlich wird der Ausbau der Energie- und Ressourcensouveränität: Solarstrom wächst 2025 um 28 Prozent, Scope 1 & 2 sinken um 44,1 Prozent gegenüber 2019. Neu ist zudem ein erstmals veröffentlichter Klimatransitionsplan, der die Umsetzung Richtung Netto-Null bis 2050 strukturiert.

Die Unternehmen der Schwarz Gruppe nutzen ihren siebten gemeinsam erarbeiteten Nachhaltigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2025, um Nachhaltigkeit nicht als begleitende PR-Thematik zu rahmen, sondern als Baustein des unternehmerischen Risikomanagements. Im Zentrum steht die Frage, wie sich Klimarisiken und Rohstoffknappheit in einem Geschäftsumfeld mit starken Schwankungen beherrschen lassen. Der Bericht setzt dabei auf eine datenbasierte Bilanz und beschreibt gezielte Investitionen, die die Resilienz von Lieferketten verbessern und zugleich als mittel- bis langfristiger Wettbewerbsvorteil wirken sollen.
Technisch und organisatorisch entscheidend ist die Verbindung von ESG-Zielen mit dem jeweiligen ganzheitlichen Risikomanagement. Die Schwarz-Gruppe verweist dafür auf ein jährliches, externes ESG-Rating, das die Wirksamkeit des Ansatzes messbar machen soll. Diese Messlogik zielt darauf ab, Markt- und Umweltrisiken früher zu identifizieren und dadurch die Eintrittswahrscheinlichkeit bzw. die Schadenshöhe zu reduzieren. Gleichzeitig wird das integrierte Ökosystem aus Handel, Eigenproduktion, Digitalisierung und Recycling als Hebel genannt, das mit rund 604.000 Mitarbeitenden als Stabilitätsanker dienen soll.
Beim Klimaschutz werden im Bericht mehrere konkrete Kennzahlen nebeneinander gestellt. Die eigengenierte Solarstrom-Menge stieg 2025 um 28 Prozent auf mehr als 473.000 Megawattstunden. In der Darstellung wird das zusätzlich mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von über 136.000 Haushalten verknüpft, wodurch der Energiebeitrag leichter vergleichbar wird. Ebenso deutlich fällt der Fortschritt bei den konsolidierten betriebsgebundenen Emissionen aus: Scope 1 & 2 wurden bereits um 44,1 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2019 gesenkt. Für das kurzfristige Klimaziel bis 2030 wird eine Emissionsminderung um 48 Prozent genannt, was die Klammer für Investitionsentscheidungen in den kommenden Jahren bildet.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die als strategisches Instrument beschriebene Neuheit: Erstmals veröffentlichen die Unternehmen einen Klimatransitionsplan. Solche Transition-Pläne sind in der Praxis mehr als eine Zielbeschreibung; sie sollen die Transformation so operationalisieren, dass Geschäftsprozesse mit Blick auf zunehmende Klimarisiken „zukunftssicher“ aufgestellt werden können. Damit verschiebt sich der Fokus von isolierten Maßnahmen hin zu einer übergreifenden Planungslogik, etwa für Energieversorgung, Betriebsprozesse und die Steuerung von Umstellungen entlang relevanter Wertschöpfungsstufen. Unterstrichen wird die Ausrichtung zudem durch das gemeinsame Netto-Null-Ziel bis 2050, wobei unvermeidbare Restemissionen laut Bericht durch CO2-Entnahmelösungen gemäß SBTi-Standard neutralisiert werden sollen.
Auf der Ressourcenseite baut der Bericht die Kreislaufwirtschaft als zweiten großen Investitions- und Steuerungsstrang aus. Ein Meilenstein ist der erfolgreiche Abschluss der bisherigen Plastikstrategie bis Ende 2025: Dabei wurde eine Plastikreduktion von 35,9 Prozent gegenüber 2017 erzielt. Parallel nennt der Bericht einen Rezyklateinsatz von 26,1 Prozent und eine Recyclingfähigkeit von 67,3 Prozent bei Eigenmarken-Primärverpackungen aus Plastik. Die Nachfolgestrategie „REset Resources“ soll die Ziele bis 2030 spartenübergreifend auf alle Verpackungsmaterialien erweitern. Auch bei innerbetrieblichen Abfällen wird eine hohe Wiederverwendungsquote adressiert: 90,1 Prozent wurden wiederverwendet, recycelt, kompostiert oder vergoren, während bis 2030 95 Prozent angestrebt werden. Wichtig ist dabei die bewusste Abgrenzung: Reine Müllverbrennung wird gemäß DINSPEC 91436 ausgeschlossen; ausgenommen bleiben zudem Abfälle aus eigenen Verwertungs- und Beseitigungsanlagen sowie Bauabfälle.
Für Unternehmen, die in ähnlichen Transformationspfaden denken, liefert der Bericht damit ein praktikables Muster: Nachhaltigkeitsziele werden mit Messpunkten, externem Rating und einem Planungsinstrument kombiniert, statt lediglich als Roadmap ohne Steuerungsmechanik zu existieren. Dass im Geschäftsjahr 2025 zudem weltweit 9.000 neue Arbeitsplätze entstanden sind (davon 5.000 in Deutschland), ordnet die Gruppe die Transformation explizit auch als Beitrag zur Arbeitgeber- und Ausbildungsrolle ein. In einem Markt, in dem Energie- und Rohstoffpreise durch geopolitische Unsicherheiten unter Druck geraten können, wird damit ein Argument sichtbar, das über CO2-Kennzahlen hinausgeht: Resilienz entsteht, wenn operative Entscheidungen entlang Energie-, Ressourcen- und Prozessketten zusammenlaufen.
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