LONDON (IT BOLTWISE) – Mit dem Framework Laptop 13 Pro treibt der Hersteller die Idee reparierbarer Module weiter, unter anderem mit einem CNC-gefrästen Aluminiumgehäuse, einem neuen Trackpad und einem 120-Hertz-IPS-Touchscreen. Im Alltag wirkt das Gerät dadurch deutlich wertiger und bleibt auch unter Belastung vergleichsweise leise. Doch sobald es um Arbeitsspeicher geht, kippt der Eindruck: Ein 32-GB-LPCAMM2-Modul soll rund 800 Euro kosten. Tester berichten zudem von Hitzespitzen beim Einzellüfter-Kühlsystem, was die Leistung unter Volllast drosseln kann.

Framework 13 Pro im Test: Reparierbar, schneller – aber RAM kostet 800 Euro
Framework 13 Pro im Test: Reparierbar, schneller – aber RAM kostet 800 Euro (Foto: IT BOLTWISE)
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Das Framework Laptop 13 Pro verkauft sich vor allem über ein Versprechen, das in der PC-Welt nicht mehr selbstverständlich ist: Teile sollen austauschbar und Reparaturen damit planbarer werden als bei klassischen, fest verklebten Notebooks. Beim Pro-Modell setzt der Hersteller dafür auch beim Innenleben auf das etablierte modulare Konzept – nur dass die äußeren Änderungen diesmal stärker spürbar sind. Ein neues, CNC-gefrästes Gehäuse aus 6063er-Aluminium in Graphit-Optik sorgt laut Tests für spürbar mehr Steifigkeit. Zusätzlich überarbeitet Framework die Bedienelemente: Ein neues haptisches Trackpad ersetzt das bisherige mechanische Modell, während die Tastatur ihren bekannten Hub von 1,5 Millimetern beibehält.

Beim Display legt Framework ebenfalls nach, und zwar mit klaren technischen Daten, die sich in der Praxis messen lassen: Das 13,5-Zoll-IPS-Touchscreen-Modell löst mit 2880×1920 Pixeln auf und erreicht 120 Hertz Bildwiederholrate. In Tests wird eine Spitzenhelligkeit von 700 Nits genannt sowie ein Kontrastverhältnis von 1800:1. Damit zielt das Pro nicht nur auf scharfen Text und flüssige Animationen, sondern auch auf Nutzbarkeit außerhalb klimatisierter Büroumgebungen. Gleichzeitig bleibt die Kritik nicht aus: Einige Tester melden leichtes Ghosting bei schnellen Bewegungen. Außerdem vermissen manche Nutzer eine Ausstattungsoption für OLED- oder HDR-fähige Panels – ein Punkt, der gerade für Multimedia-Fans in dieser Preisklasse relevant werden kann.

Unter der Haube arbeitet Intels Panther-Lake-Architektur in der Core-Ultra-Reihe; in den Testgeräten wird häufig ein Core Ultra X7 358H genannt, während eine DIY-Variante bereits mit einem Core Ultra 5 325 startet. Auf dem Papier passt das zu einem klaren Ziel: mehr Effizienz bei gleichzeitig ausreichender Rechenleistung. Der Haken zeigt sich aber bei einem klassischen Zielkonflikt bei kompakten 13-Zoll-Systemen. Framework bleibt bei einem einzigen Lüfter, und unter Volllast kommt das Kühlsystem laut den gemessenen Kerntemperaturen schnell an Grenzen: Es werden Werte von über 90 Grad Celsius berichtet. Das hat direkte Auswirkungen auf die Leistung, weil der Turbo-Boost dann drosseln muss. Positiv berichten Tester dennoch von der Geräuschentwicklung im normalen Betrieb, der dem System offenbar eine alltagstaugliche Grundlage gibt.

Der größte Diskussionspunkt dreht sich allerdings nicht um CPU oder Display, sondern um den Arbeitsspeicher – und damit um die Kostenstruktur, die beim modularen Konzept besonders sichtbar wird. Framework setzt auf das LPCAMM2-Format, also RAM-Module, die modular, aufrüstbar und schneller als herkömmlicher verlöteter Speicher sein sollen. Genau diese Module treiben aber den Preis stark nach oben. In der Branche ist von einem „RAMageddon“ die Rede: Die Preise für diese speziellen Speicherriegel sollen sich im Juli 2026 nahezu verdoppelt haben. Als konkrete Größenordnung wird genannt, dass ein 32-GB-Modul rund 800 Euro kostet, während die 64-GB-Variante etwa 1.600 Euro kostet. In der Folge musste Framework den Kundenfluss anpassen und bei einigen Bestellungen 32-GB-Module durch 16-GB-Riegel ersetzen.

Die Preiswirkung lässt sich auch an den Modellvarianten ablesen. Die DIY-Edition startet dem Bericht zufolge bei 1.199 Euro, das vorkonfigurierte Basismodell bei 1.599 Euro. Voll ausgestattete Testgeräte werden dagegen mit 2.900 bis 3.272 Euro beziffert – für ein 13-Zoll-Notebook ist das eine Hausnummer, die Käufer schnell in einen Rechenmodus zwingt: Lohnt die maximale Reparierbarkeit, wenn gerade die skalierenden Speicheroptionen so stark zu Buche schlagen? Genau an dieser Stelle trennt sich der Anspruch an ein modulares System von der Realität der Lieferkette. Für Nutzer, die ohnehin langfristig planen und später aufrüsten möchten, kann das Konzept trotzdem attraktiv bleiben – aber die Budgetrechnung sollte den RAM-Preis heute als festen Bestandteil einpreisen, nicht als „später günstiger“-Option.

Auch an der Ausdauer arbeitet Framework gegen typische Schwächen kleiner Maschinen: Ein neuer 74,5-Wh-Akku wird im Vergleich zu den Vorgängermodellen mit 61 Wh als deutlicher Sprung eingeordnet. Entsprechend fällt die Laufzeit laut den Tests hoch aus, mit über zehn Stunden bei hoher Helligkeit und mehr als 18 Stunden bei leichter Büroarbeit. Gerade für Vielfahrer und Nutzer, die viel außerhalb des Ladekabels arbeiten, verschiebt das die praktische Bewertung. Wer zudem modernen Hardwarebetrieb mit möglichst wenig Kompromissen verbinden will, findet im Software-Setup einen weiteren Schwerpunkt: Framework positioniert das Pro-Modell als „Linux-first“-Gerät, nennt Ubuntu 24.04 LTS als vorinstallierte Option und beschreibt, dass BIOS-Updates über den Linux Vendor Firmware Service (LVFS) eingespielt werden können. Darüber hinaus sollen auch Fedora und Arch Linux problemlos laufen.

Beim Rollout bleibt allerdings ein organisatorischer Punkt offen: Die Verfügbarkeit hängt von Chargen-Lieferungen ab, und aktuelle Bestellungen fallen in Batch 18, der voraussichtlich erst im November 2026 ausgeliefert wird. Dafür spricht die Abwärtskompatibilität zu den meisten Komponenten früherer Framework-13-Modelle, wodurch bestehende Erweiterungskarten und Teile weitergenutzt werden können. Am Ende entscheidet damit weniger das einzelne Datenblatt als der persönliche Nutzungsplan: Wer regelmäßig repariert oder später aufrüstet, bekommt ein System, das langfristig gegen Elektroschrott-typische Muster arbeitet. Wer dagegen vor allem kurzfristig Performance und Kosten unter Kontrolle halten will, muss beim Framework 13 Pro besonders genau hinschauen, weil die RAM-Preise derzeit den größten Hebel darstellen.


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