TORONTO / LONDON (IT BOLTWISE) – Pasinex hat die verbleibenden 50 % an Horzum übernommen und damit die Kontrolle über die Zinkmine Pinargozu in der Türkei vollständig übernommen. Zusätzlich wurde die Akquisition von Aydin Teknik abgeschlossen, dem Inhaber der Betriebslizenz für das Blei-Zink-Projekt Sarikaya Group IV. Der Bericht für den 31. März 2026 zeigt einen konsolidierten Nettoverlust von rund 5,8 Mio. C$ – gleichzeitig steigt die Liquidität deutlich. Das Unternehmen verlegt außerdem das Geschäftsjahresende vom 31. Dezember auf den 31. März.

Mit der Vollübernahme von Horzum stellt Pasinex die Weichen für einen Wechsel weg von der Joint-Venture-Struktur hin zu vollständig konsolidierten Ergebnisströmen. Im Übergangszeitraum bis zum 31. März 2026 hat das Unternehmen damit die verbleibenden 50 % an Horzum eingesammelt und aus der bisherigen Equity-Bilanzierung eine durchgehende Konsolidierung gemacht. Konkret bedeutet das: Pasinex erzielt nach dem Erwerbszeitpunkt Umsätze und Kosten der produzierenden hochgradigen Zinkmine Pinargozu direkt in der Konzernrechnung, statt wie zuvor lediglich den Anteil am Joint Venture abzubilden.
Technisch und bilanzpraktisch ist der Effekt im Zahlenwerk sichtbar. Für die fünfzehn Monate bis zum 31. März 2026 weist das Unternehmen einen Umsatz von rund 1,0 Mio. C$ aus einer Zinklieferung aus, die nach der Übernahme als hundertprozentige Tochtergesellschaft konsolidiert wurde. Dem stehen Umsatzkosten von rund 1,8 Mio. C$ gegenüber, wodurch ein Betriebsverlust des Bergwerks von rund 0,8 Mio. C$ entsteht. Die Begründung im Bericht liegt in der frühen Phase der Wiederaufnahme und des Hochfahrens: Produktions- und Absatzmengen reichten noch nicht aus, um Fix- und Betriebskosten vollständig zu decken. Das erklärt auch, warum der konsolidierte Nettoverlust im selben Zeitraum bei rund 5,8 Mio. C$ liegt, verglichen mit rund 2,7 Mio. C$ für die zwölf Monate bis zum 31. Dezember 2024.
Parallel zur operativen Konsolidierung hat Pasinex eine zweite Akquisition geschlossen: Aydin Teknik, das die Betriebslizenz für die Blei-Zink-Lagerstätte Sarikaya Group IV in der Türkei hält. Hier ist die wirtschaftliche Logik klar nachvollziehbar: Pasinex verpflichtete sich zur Zahlung eines Gesamtkaufpreises von 2,6 Mio. US$, von denen bis zum 31. März 2026 kumuliert 1,35 Mio. US$ geleistet waren; die verbleibenden 1,25 Mio. US$ sollen in vierteljährlichen Raten bis zum 30. Juni 2027 fließen. In der Folge erfasste das Unternehmen einen Goodwill von ca. 3,4 Mio. C$, der mit erwarteten zukünftigen wirtschaftlichen Vorteilen, dem Produktionspotenzial und operativen Synergien des Sarikaya-Projekts verknüpft wird. Wichtig ist dabei die Bilanzierungsbotschaft: Zum 31. März 2026 wurde keine Wertminderung auf den Goodwill verbucht.
Auch die Finanzlage präsentiert sich in einem verbesserten Profil, allerdings nicht als Entwarnung, sondern als Ergebnis konkreter Kapitalmaßnahmen. Die liquiden Mittel stiegen im Zeitraum von rund 0,2 Mio. C$ auf rund 1,8 Mio. C$, die Bilanzsumme wuchs von rund 3,6 Mio. C$ auf rund 8,8 Mio. C$. Zudem drehte sich die Eigenkapitallage von einem Fehlbetrag von ca. 1,3 Mio. C$ hin zu einem positiven Eigenkapital von ca. 3,6 Mio. C$, während Gesellschafterdarlehen von ca. 4,2 Mio. C$ auf ca. 1,9 Mio. C$ sanken. Ergänzend berichtet Pasinex von der Ausgabe von ca. 62,2 Mio. Stammaktien, um Verbindlichkeiten in Höhe von ca. 5,5 Mio. C$ zu begleichen; solche Schulden-zu-Eigenkapital-Mechanismen senken kurzfristig den Liquiditätsdruck, verwässern aber die Aktionärsbasis. Nach dem Stichtag schloss das Unternehmen außerdem die zweite und letzte Tranche einer zuvor überzeichneten, nicht vermittelten Privatplatzierung ab und nennt einen Gesamtbruttoerlös aus der Emission von 2.014.880 C$.
Für Investoren und Geschäftspartner ist darüber hinaus die Angleichung des Reporting-Takts relevant. Pasinex hat das Geschäftsjahresende von 31. Dezember auf 31. März verlegt, um den Berichtszyklus besser an den der Branchenkollegen anzupassen und den Druck auf die Fristen zum Kalenderjahresende zu reduzieren. Der aktuelle geprüfte Jahresabschluss deckt deshalb einen fünfzehnmonatigen Übergangszeitraum vom 1. Januar 2025 bis zum 31. März 2026 ab; die Vergleichszahlen beziehen sich auf das am 31. Dezember 2024 endende zwölfmonatige Geschäftsjahr und sind laut Bericht nicht direkt vergleichbar. Gerade bei Kennzahlen wie Umsatz oder Nettoverlust ist diese methodische Information für die Interpretation entscheidend, weil sie den Blick auf das „wann“ der Konsolidierung lenkt: Beim Ergebnis des Konzerns tauchen die voll konsolidierten drei Monate nach der Horzum-Übernahme neben dem Joint-Venture-Anteil aus der Zeit davor auf.
Dr. Larry Seeley, Executive Chairman von Pasinex, ordnet die Entwicklung als strukturelle Neuausrichtung ein: Der Zeitraum sei von bedeutenden strukturellen und finanziellen Veränderungen geprägt gewesen, inklusive gesichertem vollständigem Besitz und Kontrolle über Pinargozu, Abschluss der Übernahme von Sarikaya sowie reduziertem Druck durch Umwandlungen in Eigenkapital. Gleichzeitig betont der Bericht, dass der ausgewiesene Verlust unter anderem akquisitionsbezogene Kosten in Höhe von ca. 3,0 Mio. C$ enthält und dass der Jahresabschluss im Wesentlichen nur etwa drei Monate der vollständig konsolidierten Ergebnisse von Horzum nach dem Erwerb umfasst. Das laufende Managementziel bleibt damit nach dem operativen „Deal“-Teil auf Disziplin und Umsetzung fokussiert: Kostenkontrolle, konsistente Ausführung und die erfolgreiche Transformation der erweiterten Vermögensbasis in messbare operative Performance.
Parallel zu den Verbesserungen enthält die Meldung auch deutliche technische und regulatorische Hinweise. Pasinex führt aus, dass kein aktueller technischer Bericht vorliegt, der eine Mineralressourcenschätzung nach NI 43-101 umfasst, und beschreibt zudem, dass bei dem Bohrprogramm keine anerkannten Qualitätssicherungs- und Qualitätskontrollverfahren sowie kein unabhängiges Drittlabor für Untersuchungsanalysen beauftragt wurden. Für die Kontrolle des Zinkgehalts nutzt das Unternehmen tragbare Röntgenfluoreszenzanalysatoren des Modells Niton XLT3, wobei die Kalibrierung jährlich an den registrierten Niton-Standorten erfolgt und für Verkäufe unabhängige Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Für die Bewertung des weiteren Investitionspfads heißt das: Die aktuelle Bilanzgeschichte zeigt Momentum durch Konsolidierung und Finanzierungsmaßnahmen, aber die Qualität der Mess- und Berichtsbasis bleibt ein zentraler Prüfpunkt, bevor zusätzliche Ergebnishebel wie weitergehende Ressourcenabschätzungen greifen.
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