ATHEN / SPOKANE – Die griechische Feuerwehr kämpft seit vier Tagen gegen mehrere große Wald- und Buschbrände westlich von Athen. Betroffen sind vor allem zwei Fronten im Kithairon-Gebirge sowie im Umfeld von Megara, wo Wind wiederholt Glutnester anheizt. In den USA wüten drei Brände rund um Spokane und führen nach Behördenangaben zu der schlimmsten Naturkatastrophe in der Region. Während in Frankreich bereits viele Evakuierte zurückkehren, bleibt die Brandgefahr in Spanien dank Wetterberuhigung insgesamt deutlich niedriger.

Mehrere Großbrände ziehen sich in diesen Tagen wie ein Flickenteppich über verschiedene Regionen Europas und Nordamerikas. In Griechenland dauert der Einsatz westlich von Athen den vierten Tag an, während zugleich auch im Nordwesten der USA mehrere Feuerherde eskalieren. Die Dynamik erinnert dabei an die typischen Muster intensiver Waldbrandphasen: nicht nur die Fläche zählt, sondern vor allem die Frage, ob Wind und Gelände kurzfristig neue Glutnester entzünden und damit ganze Brandfronten sprunghaft ausweiten.
In der Nähe der Hauptstadt konzentriert sich die Feuerwehr auf zwei Brennpunkte: Ein Einsatzschwerpunkt liegt im Gebiet um Agios Nektario im Kithairon-Gebirge, der zweite nordwestlich von Megara. Die Stadt hat etwa 36.000 Einwohner, und genau dort wird die Lage zusätzlich durch wieder aufkommenden Wind beeinflusst, der Glutnester erneut in Brand setzt. Zwar sei der Wind am Wochenende weniger stark gewesen, dennoch bleibt die Waldbrandgefahr laut Zivilschutz sehr hoch. Parallel laufen Untersuchungen zur Kollision zweier Löschhubschrauber, bei der am Sonntag ein Pilot und ein Copilot ums Leben kamen; damit steigt die Zahl der Toten im laufenden Ausbruch auf fünf, nachdem vergangene Woche bereits drei Feuerwehrleute gestorben waren. Dort, wo Feuer gelöscht werden konnten, beginnen Teams zudem mit Schadenserhebungen und dem Begutachten verbrannter Häuser, damit finanzielle Unterstützung fließen kann; Medienberichte sprechen dabei von zerstörten Häusern in den Hundertern.
Auch die Größenordnung der verbrannten Fläche verdeutlicht, wie schwer die Bekämpfung in solchen Lagen ist: Insgesamt sollen in der Region rund 10.000 Hektar verbrannt sein, und neben Gebäudeschäden werden auch große Verluste bei Nutz- und Wildtieren genannt. Solche Zahlen sind mehr als Statistiken für Einsatzberichte, weil sie die Grundlage für spätere Entscheidungen liefern – etwa, welche Gebiete priorisiert wiederaufgebaut werden, wie lange Sperrungen gelten und wie der Schutz von Ökosystemen nach einem Brand technisch und organisatorisch organisiert wird. Hinzu kommt der Umstand, dass Waldbrände nicht nur „unter Kontrolle“ sein müssen, sondern auch das Risiko des Wiederaufflammens über Tage hinweg managen verlangen, sobald Flächen zunächst zurückgehen und dann wieder Temperatur- und Feuchtebedingungen kippen.
Im Bundesstaat Washington, rund um Spokane, berichten Behörden von drei großen Bränden, die mehr als 600 Häuser und andere Gebäude zerstört haben. Die Stadt Spokane verzeichnete nach US-Zensus-Angaben im Jahr 2025 fast 231.000 Einwohner; für tausende Menschen rund um die Stadt galten Evakuierungsanordnungen, während Verletzte oder Tote zunächst nicht gemeldet worden waren. Da Umfang und Intensität jedoch weiter schwanken können, betonten Verantwortliche, dass sich das in den nächsten Stunden und Tagen verändern kann. Nach Daten der gemeinnützigen Warn- und Karten-App Watch Duty sind die betroffenen Bereiche auf eine Fläche von mehr als 32 Quadratkilometern geschätzt, während mehr als 900 Einsatzkräfte am Sonntag im Einsatz waren. Auf Bundesstaatsebene nennt man zudem eine außerordentliche Waldbrandsaison: Demnach sind in Washington derzeit mindestens 15 größere Waldbrände auf einer Fläche von mehr als 1.000 Quadratkilometern aktiv.
Während Griechenland und die USA besonders im Fokus stehen, zeigt sich Europa regional uneinheitlich. In Frankreich gilt die Lage zwar weiterhin als angespannt, aber die meisten zuvor tobenden Brände seien inzwischen unter Kontrolle; zugleich arbeitet die Feuerwehr mit umfangreichen Kräften daran, letzte Brandherde abzulöschen und ein Wiederaufflammen zu verhindern. Im Umfeld von Bordeaux kehren Bewohner weiterer evakuierter Orte nach Hause zurück, nur in Le Porge dauern Ausnahmen an: Dort ist während des Brandes im Boden vergrabene Munition aus dem Zweiten Weltkrieg explodiert, weshalb ein Kampfmittelräumdienst das Gelände absucht, bevor die Rückkehr endgültig freigegeben werden kann. In Spanien wiederum habe sich die Lage im Vergleich zu den vergangenen Wochen weiter entspannt; landesweit seien laut Waldbrandportal noch 33 überwiegend kleinere Brände aktiv gewesen, zehn weniger als am Vortag. Besonders wichtig für die Risikoeinschätzung ist dabei der Hinweis, dass mit dem Ende der vierten Hitzewelle die Waldbrandgefahr insgesamt zurückgegangen sei.
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