NEW YORK / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Gesundheitsbehörde von Suffolk County meldet drei wahrscheinliche Tularämie-Fälle, eine seltene, aber ernste Infektion, auch bekannt als „Kaninchenfieber“. Die Ansteckung kann nach einem Stich durch bestimmte Zecken oder Fliegen sowie über direkten Kontakt mit infizierten Tieren erfolgen. Tularämie wird typischerweise nicht von Mensch zu Mensch übertragen, die Symptome können schon nach drei bis fünf Tagen auftreten. Welche Risikofaktoren in dieser Saison besonders relevant sind, hängt laut Angaben auch von den aktuellen Wetterbedingungen ab.

In Suffolk County auf Long Island sind nach Angaben der dortigen Gesundheitsbehörde drei wahrscheinliche Fälle von Tularämie aufgetaucht. Die Infektion wird umgangssprachlich „Kaninchenfieber“ genannt und gilt als selten, aber potenziell schwerwiegend. Entscheidend ist dabei weniger die Frage, ob sich die Krankheit „ausbreitet“ – denn Tularämie wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen – sondern wie die Erreger ins System kommen: Ein Stich durch eine zuvor infizierte Zecke oder Fliege, der direkte Kontakt mit einem erkrankten Tier oder kontaminierte Wege wie Wasser, Staub oder nicht ausreichend gegartes Fleisch können als Eintrittsstellen dienen.
Technisch betrachtet steckt hinter dem Krankheitsbild eine Infektion mit dem Bakterium Francisella tularensis. Besonders eng mit Tularämie verknüpft sind in den lokalen Hinweisen Stiche von Zeckenarten wie der Lone-Star-Zecke sowie der American dog tick. Neben Vektoren über Insekten wird auch der direkte Kontakt beschrieben: Wer ein krankes Wildtier berührt, es beispielsweise im Rahmen von Jagdaktivitäten verarbeitet oder beim Umgang mit potenziell kontaminierten Materialien Staub einatmet, kann sich ebenfalls infizieren. Dass die Übertragung nicht über Atemwege von Patient zu Patient läuft, verändert zwar das Hygienemanagement, macht aber eine schnelle medizinische Abklärung bei passenden Symptomen nicht weniger wichtig.
Für die Einordnung in die Jahreszeit nennt die US-Gesundheitsbehörde als Zeitraum eine erhöhte Häufigkeit von Mai bis September. Nach Daten, die sich auf den Zeitraum 2019 bis 2023 beziehen, werden landesweit weniger als 200 Fälle pro Jahr gemeldet; gleichzeitig nimmt die Zahl der gemeldeten Fälle in dieser Zeitspanne zu. In Suffolk County selbst sind die Zahlen traditionell deutlich niedriger ausgefallen: Es seien über die Jahre nur wenige Fälle berichtet worden, darunter vier Fälle im Jahr 2024, drei in 2023 und ein Fall in 2022. Für 2025 liegen noch keine Daten vor. Für Betroffene und medizinische Stellen heißt das: Das Risiko ist nicht „gleichmäßig verteilt“, sondern folgt einer saisonalen Verteilung – und lokalen Hotspots können dabei kurzfristig stärker auffallen.
Im Menschen zeigen sich typische Symptome laut den Angaben drei bis fünf Tage nach der Exposition, sie können sich aber auch erst bis zu 21 Tage nach dem Kontakt entwickeln. Zu den genannten Warnzeichen zählen hohes Fieber, geschwollene Lymphknoten, allgemeine Körperschmerzen und Müdigkeit. Kommt es über einen Stich zu einer lokalen Infektion, kann zudem ein großflächiges Geschwür entstehen, das – wenn sich der Prozess weiter ausbreitet – zu einer Infektion im Blutkreislauf führen und bis hin zu einer Sepsis eskalieren kann. Genau hier wird die Praxisrelevanz klar: Selbst wenn die Krankheit selten ist, kann sie bei verzögerter Behandlung lebensbedrohlich werden, weshalb Hausärzte und Notaufnahmen bei Fieber plus passenden Kontakt- oder Expositionsmustern genauer hinsehen sollten.
Therapeutisch gilt Tularämie als behandelbar. Als Wirkstoffe werden Antibiotika wie Streptomycin, Gentamicin und Amikacin genannt. Auch wenn eine Impfung historisch für Laborbeschäftigte verfügbar gewesen sei, steht eine breitere Verfügbarkeit in den USA derzeit nicht im Fokus; die Erwähnung eines laufenden Prüfprozesses durch die US-amerikanische Arzneimittelbehörde zeigt, dass der Impfzugang nicht pauschal gegeben ist. Für die klinische Versorgung bedeutet das: Der Schwerpunkt liegt auf Diagnostik und rechtzeitiger Antibiotikagabe. In der Praxis sind dabei nicht nur Laborwerte wichtig, sondern auch die Erzählung der Patientinnen und Patienten zu Jagd, Aufenthalt im Freien, Kontakt mit Wildtieren oder auffälligen Stichen.
Da die Übertragung an Vektoren gekoppelt ist, rücken Präventionsmaßnahmen in den Vordergrund. Die staatliche Gesundheitsbehörde stellt dabei „Zeckenstiche vermeiden“ als beste Strategie heraus. Für Menschen, die jagen oder Tiere häuten, werden Handschuhe empfohlen; außerdem sollen Wildfleisch und vergleichbare Lebensmittel gründlich durchgegart werden. Beim Aufenthalt im Freien empfiehlt man lange Hosen und Ärmel sowie geschlossene Schuhe. Zusätzlich wird helle Kleidung mit eng anliegendem, dichtem Gewebe genannt, weil sie Zecken besser sichtbar macht, sodass man sie schneller entfernen kann.
Daneben gehören Verhaltensregeln zu den konkreten Maßnahmen: Nicht direkt auf dem Boden sitzen, etwa auf umherliegenden Baumstämmen oder an Steinmauern, und stattdessen Wege nutzen, die klar geräumt und stark begangen sind. In Gebieten mit Zecken kann die Nutzung eines Repellents helfen, allerdings soll es beim Zurückkommen abgewaschen werden. Am Ende des Tages wird ein vollständiger Körpercheck als wesentlich beschrieben. Wird eine Zecke gefunden, sollen Betroffene sie mit einer Pinzette an der Kopf- beziehungsweise Mundstelle greifen und gleichmäßig nach oben herausziehen; anschließend gehört die Zecke in ein kleines Behältnis mit Reinigungsalkohol, um sie abzutöten. Die Einstichstelle soll mit Reinigungsalkohol oder Wasserstoffperoxid gereinigt werden, und für die nächsten 30 Tage wird empfohlen, auf mögliche Hautausschläge zu achten. Wenn Fieber oder ein Ausschlag auftreten, soll umgehend medizinischer Rat eingeholt werden.
Für Unternehmen und Organisationen mit vielen Außeneinsätzen – etwa Landwirtschaft, Forst oder kommunale Dienstleistungen – ist die Meldung vor allem ein Signal für bessere Prozesse rund um Aufklärung und Nachsorge. Eine einmalige Info reicht oft nicht: Sinnvoll sind kurze Schulungen, klare Bereitstellung von geeigneter Kleidung und Handschuhen sowie leicht zugängliche Hinweise, wie man Zecken entfernt und welche Symptome danach beobachtet werden sollten. Auch wenn Tularämie in absoluten Zahlen selten bleibt, zeigt der saisonale Verlauf, dass sich Aufmerksamkeit gerade in den Sommermonaten auszahlt. Wer diese Lücke schließt, senkt nicht nur das individuelle Risiko, sondern reduziert auch den Druck auf medizinische Strukturen, wenn sich mehrere Fälle zeitlich häufen.
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