LONDON (IT BOLTWISE) – KI-bedingte Entlassungen nehmen zwar sichtbar zu, doch die Debatte um einen kompletten „Bürojob-Wipeout“ gilt laut Adam Schickling als überzeichnet. Der Senior Economist von Vanguard stellt KI in eine Reihe mit früheren General-Purpose-Technologien wie den ATMs der 1980er Jahre. Er argumentiert, dass Automatisierung zunächst einzelne Routineaufgaben ersetzt, danach aber neue Rollen und höhere Qualifikationsstufen nachziehen. Entscheidend sei nicht die Automatisierung einzelner Tätigkeiten, sondern die Kombination mit neuen Workflows, Geschäftsmodellen und Organisationsformen.

Die Diskussion um KI und den Arbeitsplatz im Büro bekommt gerade eine auffällige zusätzliche Schärfe: Nicht nur über Entlassungen wird gestritten, sondern darüber, ob der „Allgemeinarbeitsmarkt“ für Fach- und Bürokräfte langfristig unter die Räder kommt. In dieser Stimmungslage reichen einzelne, zugespitzte Aussagen aus der KI-Branche als Katalysator, um junge Berufseinsteiger in ein alternatives Karriere-Szenario zu drängen – zwischen akademischem Studium und handwerklich geprägten Laufbahnen. Der Kontrapunkt kommt diesmal aus einem Bereich, der sonst eher selten in den KI-Kulturkampf direkt eingreift: Aus der Perspektive eines großen Asset Managers wird der pauschale Job-Abbau als zu grob und vor allem als historisch schlecht begründet eingeordnet.
Adam Schickling, Senior Economist bei Vanguard, setzt dafür auf einen Vergleich, der in den arbeitsmarktbezogenen KI-Debatten weniger oft vorkommt, aber methodisch plausibel ist: den Aufstieg der Geldautomaten in den 1980er Jahren. Die Kernidee lautet, dass KI wie andere „General-Purpose-Technologien“ nicht nur bestehende Prozesse abkürzt, sondern neue Produkte, Services und damit auch neue Beschäftigungsfelder ermöglicht. Wenn Technologien erst eine breitere Anwendung finden, dann verschiebt sich die Nachfrage innerhalb von Organisationen: Automatisierung reduziert zwar bestimmte Routineanteile, schafft aber zugleich Bedarf an Personal, das die veränderten Systeme, Regeln und Schnittstellen betreibt. Schickling macht dabei keinen Hehl daraus, dass Routineaufgaben tatsächlich automatisiert werden – er verortet die Veränderung aber eher in der Tätigkeitsschicht als im Verschwinden ganzer Berufsgruppen.
Im ATM-Beispiel liegt die wirtschaftliche Logik in zwei Effekten, die oft unterschätzt werden. Erstens: Banken senkten durch Automatisierung operative Kosten, was ihnen wiederum Spielraum gab, mehr Filialen zu betreiben – und damit auch mehr Bedarf für Rollen erzeugte, die nicht direkt am Schalter oder im Hintergrund „wegrationalisiert“ wurden, sondern sich an andere Aufgaben anhängten. Zweitens: Die Arbeit innerhalb einer Bankfiliale verschob sich in eine andere Wertschöpfungskette. Schickling betont, dass nach der Einführung von ATMs neue Rollen stärker nachgefragt wurden, etwa im Bereich Kreditvergabe, Kreditrisiko, persönliche Beratung sowie Fraud- und Risk-Funktionen. Übersetzt in die KI-Debatte heißt das: Wenn KI bestimmte Standard-Schritte ausführt, werden Fachkräfte häufig nicht überflüssig, sondern sie landen stärker bei Aufgaben, die weniger „Knopf drücken“ sind und mehr „Prozess steuern, entscheiden, prüfen“.
Der zweite wichtige Strang in der Argumentation stammt von Torsten Sløk von Apollo Global Management. Er stützt die These mit dem Jevons-Paradox: Neue Effizienztechnologien können die Gesamtnachfrage nach einer Dienstleistung erhöhen, weil der Preis sinkt oder die Nutzung steigt, sodass am Ende nicht weniger Beschäftigung entsteht, sondern sich die Auslastung und damit die Arbeit verlagert. Ergänzend wird das Beispiel „mobile banking“ aufgegriffen: Auch dort gab es in den 2000er Jahren Jobverschiebungen, allerdings entstanden gleichzeitig neue Bedarfe – unter anderem in der Cybersicherheit und bei Ingenieurrollen rund um Zahlungsplattformen. Entscheidend ist dabei die Unterscheidung zwischen isolierter Task-Automatisierung und umfassender Prozess- und Geschäftsmodelländerung: Wenn Unternehmen KI nur als Ersatz für eine einzelne Tätigkeit einsetzen, bleibt die strukturelle Wirkung begrenzt. Wird dagegen die gesamte Arbeitsorganisation mit neuen Workflows, Zuständigkeiten und institutionellen Regeln umgebaut, dann entstehen zwar Risiken für manche Rollen, aber auch neue Beschäftigungssegmente.
Für Unternehmen ist an dieser Stelle weniger die moralische Frage „Untergang oder Fortschritt“ relevant, sondern die praktische Frage, wie sich Automatisierung in Produktivität und Personalplanung übersetzt. Wenn KI-gestützte Systeme administrative Schritte übernehmen, dann müssen Organisationen sehr konkret definieren, welche Teile der Verantwortung – etwa Qualitätssicherung, Freigabeprozesse, Compliance-nahe Prüfungen oder Kundenkommunikation – künftig bei Menschen liegen. Genau dort entscheidet sich, ob Arbeitsinhalte aufsteigen oder ob Tätigkeiten in der Wertschöpfungskette abrutschen. Das bedeutet auch, dass KI-Programme weniger als rein technische Projekte betrachtet werden sollten, sondern als Transformationsvorhaben: Datenflüsse, Schnittstellen, Rollenmodelle und Trainingspläne müssen zusammen gedacht werden, sonst verpufft Effizienz oder sie produziert strukturelle Reibung, die sich dann in einer schlechteren Personalsituation zeigt.
Gleichzeitig bleibt die Debatte offen, weil sie zwei Ebenen vermischt: kurzfristige Anpassungen und langfristige Marktanpassungen. Es ist nachvollziehbar, dass in einzelnen Bereichen kurzfristige Stellen gestrichen werden, wenn Unternehmen KI-Werkzeuge schnell integrieren und Aufgaben neu verteilen. Langfristig – so die Argumentation aus der genannten Ecke – könnte aber die Nachfrage nach neuen Kompetenzen steigen, sobald KI in breitere Services integriert wird und zusätzliche Kundennutzen entstehen. Für die strategische Personalplanung heißt das: Nicht auf eine pauschale „KI vernichtet Bürojobs“-Erzählung setzen, sondern die Automatisierungsquote einzelner Tätigkeiten, die entstehenden Prozessketten sowie die neuen Skill-Bedarfe messen und daraus Qualifizierungs- und Recruiting-Entscheidungen ableiten.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Warum KI keine Massenarbeitsplätze im Büro vernichtet: der ATMs-Vergleich" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Warum KI keine Massenarbeitsplätze im Büro vernichtet: der ATMs-Vergleich" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Warum KI keine Massenarbeitsplätze im Büro vernichtet: der ATMs-Vergleich« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!