HOHHOT, China / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Yili Group hat in Hohhot ein Nachhaltigkeitsforum im Rahmen der World Dairy Industry Conference 2026 ausgerichtet. Mehr als 200 Gäste aus dem In- und Ausland diskutierten, wie die Milchwirtschaft nach 2030 nachhaltig wachsen kann. Yili stellt dabei einen ganzheitlichen Ansatz in den Fokus, der sowohl den CO?- als auch den Wasserfußabdruck über die gesamte Wertschöpfungskette adressiert. Ergänzend kündigt das Unternehmen den Ausbau globaler Allianzen zur Dekarbonisierung und zur Reduktion des Wasserverbrauchs an.

In Hohhot hat die Yili Group ein Nachhaltigkeitsforum im Umfeld der World Dairy Industry Conference 2026 organisiert. Laut Veranstaltungsbericht kamen dabei mehr als 200 Gäste aus dem In- und Ausland zusammen, um die nachhaltige Entwicklung der globalen Milchwirtschaft zu diskutieren. Der inhaltliche Rahmen war programmatisch gesetzt: Mit dem Motto „Industriellen Wert vernetzen, eine grüne Zukunft gestalten“ stellte sich das Forum explizit der Frage, wie die Branche nach 2030 die nächsten Schritte plant. Damit rückt ein bisher oft getrennt betrachtetes Themenfeld stärker in den Mittelpunkt: Nachhaltigkeit nicht als nachgelagertes PR-Thema, sondern als Planungs- und Steuerungsaufgabe entlang der Liefer- und Produktionskette.
Technisch und operativ wird das bei Yili über Kennzahlen begründet, die sich über mehrere Stufen hinweg nachverfolgen lassen. Der Text beschreibt einen ganzheitlichen Ansatz, der sowohl den CO?-Fußabdruck als auch den Wasserfußabdruck berücksichtigt. Ziel sei es, Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu reduzieren und Dekarbonisierung von einem abstrakten Leitbild in messbare, umsetzbare Maßnahmen zu übertragen, die sich auf jede einzelne Stufe der Kette beziehen. Genau hier liegt der praktische Kern: Nachhaltigkeit wird damit zur Art „durchgängiger Transportstrecke“ für Daten und Entscheidungen – etwa zwischen Beschaffung, Verarbeitung, Logistik und den jeweiligen Prozessschritten im Betrieb.
Um diese Umsetzungskette nicht allein unternehmensintern zu lösen, verweist Yili auf den Aufbau globaler Allianzen. Im Bericht ist die Rede von zwei Initiativen: der Zero Carbon Alliance sowie der Low Water Footprint Initiative Alliance. Zusätzlich nennt Yili weitere Kooperationen, unter anderem mit Tencent und Lenovo, sowie die „Sustainable Social Value Collaborative“. Ergänzt wird das Ganze durch eine Einordnung: Dekarbonisierungsmaßnahmen des Unternehmens seien Ende 2025 als innovatives Praxisbeispiel in einem „China’s Progress Report on Implementation of the 2030 Agenda for Sustainable Development (2025)“ aufgegriffen worden. Für Unternehmen ist das vor allem deshalb relevant, weil solche Allianzen oft nicht nur Kommunikationskanäle sind, sondern Arbeitsstrukturen für gemeinsame Standards, Datenaustausch und umsetzungsnahe Pilotierung schaffen.
Das Forum bekam zudem eine politische und internationale Perspektive über Referenten aus dem Umfeld der Vereinten Nationen. Dominik Wisser, Senior Livestock Policy Officer bei der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), ordnete die Milchwirtschaft in den Kontext der Ernährungssicherheit ein. Gleichzeitig benannte der Beitrag die typischen Spannungsfelder: steigende Nachfrage, Klimawandel und die unterschiedlichen Entwicklungsbedingungen in den Regionen. Seine Kernaussage lautet sinngemäß, dass es für den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Milchwirtschaft eine starke Führungsrolle erfolgreicher Molkereiunternehmen und eine enge Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette brauche. Interessant ist dabei die Logik: Wenn Nachfrage und Klimarisiken gleichzeitig steigen, wird Nachhaltigkeit zur Fähigkeit, Liefer- und Produktionssysteme resilient zu gestalten – nicht nur zu „optimieren“.
Auch die lokalen Bezüge sind im Bericht bewusst gesetzt. Bei der Eröffnungszeremonie der World Dairy Industry Conference 2026 am 1. August habe die International Union of Food Science and Technology (IUFoST) Hohhot eine Plakette und eine Gedenkauszeichnung im Zusammenhang mit der Ernennung zur „Welthauptstadt der Milchwirtschaft“ verliehen. Der Text knüpft die Entwicklung von „Chinas Milchhauptstadt“ (Titel seit 2005) hin zur „Welthauptstadt der Milchwirtschaft“ im Jahr 2026 eng an Yili. Zudem heißt es, Yili spiele in Hohhots Profil als grüne Stadt eine wichtige Rolle, weil das Unternehmen übertragbare, anpassungsfähige Nachhaltigkeitslösungen entwickelt und etabliert. Für die Branche ist das ein Hinweis darauf, wie stark Standortpolitik und Unternehmensstrategie sich bei Nachhaltigkeit überlagern: Entscheidungen über Technologien und Prozesse werden in solche Programme eingebettet, sobald regionale Sichtbarkeit und internationale Rahmenbedingungen entstehen.
Unter dem Strich ging es dem Forum damit weniger um einzelne Maßnahmen, sondern um die Verbindung von Zielen, Messbarkeit und Zusammenarbeit. Die Diskussionen hätten gemeinsame Positionen zusammengeführt und Perspektiven für die nachhaltige Entwicklung der Milchwirtschaft „in der Zeit nach 2030“ aufgezeigt. Dabei wird zugleich betont, dass das Forum das Engagement und die Fortschritte der chinesischen Milchwirtschaft – allen voran Yili – sichtbar gemacht habe. Für Entscheider in Unternehmen bedeutet das: Wer Emissionen und Wasserverbrauch entlang der gesamten Kette adressiert, braucht nicht nur Technik, sondern auch Koordination mit Partnern, klare Datendefinitionen und die Bereitschaft, Standards in Netzwerken mitzutragen. Die nächste Frage wird folglich sein, wie schnell sich solche Ansätze in reale, messbare Betriebskennzahlen übersetzen lassen – und wie konsistent sie über Lieferanten, Regionen und Betriebsgrößen hinweg ausgerollt werden.
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