SUFFOLK COUNTY / LONDON (IT BOLTWISE) – In Suffolk County sind 2025 erneut Fälle von Tularemie bestätigt worden, insgesamt sechs innerhalb des Jahres. Die bakterielle Infektion, oft als „Rabbit Fever“ bekannt, kann über Zeckenbisse auf Menschen und andere Säugetiere übertragen werden. Gleichzeitig bleibt die Krankheit in New York City extrem selten. Gesundheitsbehörden beobachten sowohl Menschen als auch Tiere und empfehlen konkrete Schutzmaßnahmen bei Outdoor-Aktivitäten.

Tularemie (Rabbit Fever) in New York: selten, aber wieder Fälle in Suffolk
Tularemie (Rabbit Fever) in New York: selten, aber wieder Fälle in Suffolk (Foto: IT BOLTWISE)
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In Suffolk County taucht die seltene bakterielle Krankheit Tularemie wieder auf – und zwar nicht als Einzelfall, sondern in einem klaren Muster über mehrere Jahre. Für 2025 meldeten Gesundheitsbehörden sechs bestätigte Fälle, zuvor waren es vier im Jahr 2024 und drei im Jahr 2023. Damit rückt das Thema „Rabbit Fever“ in den Fokus, obwohl Tularemie insgesamt selten ist und häufig erst dann öffentlich wahrnehmbar wird, wenn konkrete Bestätigungen aus einer Region vorliegen. Gerade in einer Umgebung mit vielen Wildtieren und Zecken ist die technische Kernaussage einfach: Das Risiko entsteht nicht durch „hygienische“ Verfehlungen, sondern durch den Kontaktweg mit dem Erreger – häufig über Arthropoden wie Zecken oder durch den Umgang mit infizierten Tieren.

Technisch betrachtet wird Tularemie durch Francisella tularensis ausgelöst. Der Erreger befällt vor allem Wildtiere, etwa Kaninchen, Hasen oder Nagetiere, kann aber auch Menschen infizieren. Laut Gesundheitsangaben kommt es besonders dann zu Ansteckungen, wenn Zecken- oder Hirschfliegenstiche den Weg in den menschlichen Körper öffnen oder wenn Hautkontakt mit infizierten Tieren erfolgt. Seltener kann die Übertragung auch über kontaminiertes Trinkwasser oder über das Einatmen von kontaminierendem Landschaftsbau-Staub geschehen – ein Hinweis darauf, dass nicht jede Exposition „direkt“ als Biss wahrgenommen wird. Für die Praxis ist außerdem wichtig, dass die Erkrankung nicht immer gleich verläuft: Symptome hängen davon ab, wo der Erreger in den Körper gelangt.

Der Verlauf wird häufig anhand der Eintrittspforte beschrieben. Wenn die Bakterien über die Haut eindringen, können Läsionen und geschwollene Lymphknoten auftreten. Gelangen sie über die Aufnahme in den Körper, sind wiederum typischerweise eine Racheninfektion, Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen möglich. Bei einer Inhalation kann sich dagegen ein fiebriger Krankheitsbeginn mit einem pneumonia-ähnlichen Bild zeigen. Unbehandelt kann Tularemie sich außerdem in Richtung der Lunge ausbreiten und eine Pneumonie verursachen. Zeitlich orientieren sich Betroffene oft an der typischen Latenz: Die Symptome treten meist drei bis fünf Tage nach der Exposition auf, können aber bereits nach einem Tag beginnen oder bis zu 21 Tage dauern – das macht eine spätere medizinische Einordnung nach Outdoor-Aktivitäten besonders relevant, weil die Exposition zeitlich auseinanderliegen kann.

Während Suffolk County konkrete Fallzahlen liefert, bleibt New York City deutlich stärker betroffen. Laut Angaben des städtischen Gesundheitswesens gab es seit dem Jahr 2000 nur zehn menschliche Fälle der Krankheit; mehrere davon wurden bei Personen entdeckt, die zuvor in Regionen gereist waren, in denen Tularemie endemisch vorkommt. Die jüngsten zwei bestätigten Fälle in der Stadt wurden für 2024 genannt. Für die Risikobewertung ist dabei auch der Untersuchungshorizont entscheidend: Die Stadt überwacht Tularemie über Systeme der Human- und Tierkrankheitssurveillance. Gleichzeitig heißt es, dass die Bakterien bislang nicht in Zecken in New York City gefunden worden seien. Für Entscheidungsträger in Gesundheitssystemen ist das ein wichtiger Unterschied: „Selten“ bedeutet nicht „unmöglich“, aber es verändert, wie intensiv man bestimmte Präventionsmaßnahmen kommuniziert und welche Surveillance-Schwerpunkte man setzt.

Für die Prävention nennen Behörden konkrete, umsetzbare Schritte – vor allem dort, wo Menschen regelmäßig draußen sind. Laut staatlichen Stellen steigt das Risiko für Personen, die viel Zeit in der Natur verbringen, etwa Camper, Gartenarbeitende, Landwirte und Jäger. Auch Kinder, die draußen spielen, werden ausdrücklich als Risikogruppe genannt. Praktisch bedeutet das zunächst mechanischen Schutz: bei Outdoor-Zeiten lange Ärmel und lange Hosen tragen. Dazu kommt ein chemischer Schutz mit einem Insektenrepellent, das über das EPA-Register gelistet ist. Ebenso relevant ist die Nachsorge nach dem Aufenthalt im Freien: Körper, Kinder und Haustiere auf Zecken prüfen und Zecken möglichst schnell entfernen – mit fein zulaufenden Pinzetten, um die Entfernung möglichst vollständig zu halten. Diese Mischung aus Expositionsreduktion und schneller Erkennung ist in der RisikologiK oft wirksamer als reine Reaktionsmaßnahmen.

Medizinisch wird Tularemie nach Behördenangaben effektiv mit Antibiotika behandelt, unter anderem mit Doxycyclin. Damit verschiebt sich die entscheidende Frage im Alltag von „Kann man etwas tun?“ zu „Wie erkennt man rechtzeitig, dass es sich um Tularemie handeln könnte?“. Wer mit Wildtieren zu tun hat oder „Game meat“ verarbeitet, sollte zusätzlich Handschuhe tragen und Wildfleisch vor dem Verzehr gründlich garen. Genau hier zeigt sich der rote Faden der aktuellen Meldung: Die Behörden verbinden Fallzahlen mit der Übertragungslogik und leiten daraus Schutzpraktiken ab, die nicht nur auf Zeckenbisse zielen, sondern auch auf den Umgang mit potenziell infizierten Tieren. Dass gleichzeitig die KI-gestützte Datenanalyse (etwa in der Surveillance-Software) zunehmend genutzt wird, ändert nichts am Kernrisiko, kann aber helfen, Muster früher zu erkennen – solange die klinische Rückfrage nach Outdoor-Kontakten die Lücke zwischen Laborbefund und realer Exposition schließt.

Für Betroffene und Verantwortliche in Organisationen mit Outdoor-Bezug ergibt sich daraus eine klare Botschaft: Seltene Infektionen brauchen nicht weniger Aufmerksamkeit, sondern besseres Timing. Die Spannweite der Inkubationszeit von 1 bis 21 Tagen macht es notwendig, medizinische Anamnese systematisch zu gestalten, insbesondere wenn Fieber, Lymphknotenschwellungen oder pneumonie-ähnliche Beschwerden auftreten. Gleichzeitig zeigt der Vergleich zwischen Suffolk County und New York City, wie stark regionale Faktoren und die Präsenz in Zeckenpopulationen das tatsächliche Risiko prägen. Wer also im nächsten Frühjahr wieder auf Long Island oder in ähnlichen Regionen unterwegs ist, sollte Prävention nicht als „Allergie-ähnliches Sommerproblem“ abtun, sondern als konkrete Infektionsschutzmaßnahme begreifen – passend zu den Wegen, über die Francisella tularensis in den Körper gelangt.


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