SOUTH TEXAS / LONDON (IT BOLTWISE) – SpaceX hat mit dem Testflug Starship Flight 13 erneut Daten und Videomaterial rund um das Raumschiff geliefert. Diesmal stammen die Aufnahmen von einer nächsten Starlink-Generation: einer Starlink-V3-Satellitencharge, die funktionale Satelliten inklusive Kameras ausgesetzt hat. SpaceX zeigt in einem 65-sekündigen Zusammenschnitt, wie Ship in größerer Distanz an den Satelliten vorbeizieht. Gleichzeitig gibt es Hinweise auf den Zustand nach der Landung im Indischen Ozean sowie auf Probleme beim Booster.

SpaceX lässt Starlink V3 mit Kameras Ship aus dem All filmen: Flight 13 im Blick
SpaceX lässt Starlink V3 mit Kameras Ship aus dem All filmen: Flight 13 im Blick (Foto: IT BOLTWISE)
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Mit dem Blick aus dem All ist es bei Starship längst wie mit dem Blick zurück in die Startvorbereitung: Es geht nicht nur um den Moment des Aufstiegs, sondern um die Daten, die während einer Mission entstehen. Beim Starship-Testflug Flight 13 hat SpaceX zusätzlich zu den üblichen Flug- und Rückkehrparametern eine zweite Informationsquelle genutzt. Eine Charge der nächsten Starlink-Generation wurde nach dem Start suborbital in den Einsatz gebracht, sodass deren Bordkameras das Fahrzeug aus der Perspektive der Satelliten filmen konnten – inklusive Nahaufnahme des glänzenden Oberstufensegments.

Konkret wurden sechs der eingesetzten „Starlink V3“-Raumflugkörper mit Kameratechnik ausgerüstet. Laut den beschriebenen Aufnahmen sticht dabei die Steuerungs- und Thermik-Frage hervor: Die Kameras sollen vor allem eine klare Sicht auf den Hitzeschild der oberen Stufe liefern. Für die Funktion ist das mehr als nur ein „Schaubild“, denn der Hitzeschild ist beim Wiedereintritt das maßgebliche Element gegen die extremen thermischen Lasten. In dem veröffentlichten, 65-sekündigen Video entsteht der Eindruck, dass sich die Distanz zwischen Ship und den Satelliten stetig vergrößert, während mehrere Kamerawinkel zu einem nahtlosen Gesamteindruck zusammengesetzt werden.

Die Bildfolge vermittelt außerdem, dass Flight 13 im Detail in mehreren Phasen kontrolliert ablief. Der Zusammenschnitt beginnt mit einer sehr nahen Sicht auf die rund 52 Meter hohe Ship-Konfiguration und zeigt dann, wie sich die beiden Raumfahrzeuge voneinander entfernen. Gegen Ende werden mehrere Raptor-Triebwerke sichtbar, wobei drei von sechs Raptor-Antrieben in Betrieb gewesen sein sollen. Dazu passen kleine Dampfwolken, die als Anzeichen dafür beschrieben werden, dass feine Reaktionskontroll-Triebwerke für das Feintuning der Fluglage aktiv waren. Dass es sich um einen suborbitalen Flug handelt, erklärt auch, warum die Starlink-V3-Einheiten nicht lange im Zielorbit verbleiben: Nach der Aussetzung folgten sie einem schnellen Rückweg und kamen nach rund 20 Minuten wieder zur Erde zurück.

Damit verschiebt sich der Schwerpunkt der Mission zugleich in Richtung Netzwerkinfrastruktur. SpaceX positioniert Starship als zentralen Baustein für den Aufbau und den Betrieb einer sehr großen Starlink-Satellitenkonstellation. In dem Zusammenhang wird eine geplante Zielgröße von 100.000 Starlink-V3-Satelliten erwähnt, die auf Basis einer Einreichung bei der US Federal Communications Commission angestrebt wird. Der technische Knackpunkt liegt dabei weniger in „dem einen Start“, sondern in der Wiederholbarkeit: Ein Megakonstellationsbetrieb erfordert viele Starts, und zwar mit einer Rakete, die möglichst vollständig wiederverwendbar arbeitet. Für die Einordnung: SpaceX betreibt bereits eine Konstellation mit knapp 11.000 Satelliten, die jedoch als kleinere V2-Generation beschrieben wird, während V3 deutlich größer und schwerer ausfällt.

Die Landesequenz zeigt, was bei Starship noch in der Entwicklung steckt – und wo die Mission trotzdem Fortschritte signalisiert. Ship soll nach der Aussetzung und nach dem erfolgreichen Wiederzünden eines Raptors in den Landeabschnitt eingetaucht sein und etwa 65 Minuten nach dem Liftoff im Indischen Ozean vor der Küste Westaustraliens auf Zielkurs „splashed down“ sein. Außerdem wird erwähnt, dass das Fahrzeug nach dem Splashdown noch intakt gewesen sein soll, was sich an einem Foto zeigt, das fünf Tage später aufgenommen worden sein soll. Im Gegenzug werden beim ersten Booster, Super Heavy, konkrete Auffälligkeiten genannt: Der Landing Burn habe nur fünf von geplanten 13 Raptor-Triebwerken eingesetzt, und beim Wasserkontakt sei eine höhere Geschwindigkeit als vorgesehen erreicht worden. Super Heavy verfügt insgesamt über 33 Raptors, von denen bei Startphase alle feuern.

Für den Markt- und Programmkontext ist Flight 13 damit zweigeteilt: Auf der einen Seite steht der konkrete Engineering-Nachweis, dass Ship nach einer suborbitalen Kaskade wieder sicher zurückkommt und dabei durch Satellitenkameras auch aus der Nutzlastperspektive bewertet werden kann. Auf der anderen Seite bleibt die Systemlogik offen, wie schnell Starship in den operativen Modus überführt wird, weil gleichzeitig der Weg in Richtung NASA-Artemis vorbereitet wird. Der Plan nennt für Mitte 2027 einen Einsatz im Rahmen von Artemis III in eine niedrige Erdumlaufbahn und für Ende 2028 eine Crew-Landung nahe dem Südpol des Mondes im Rahmen von Artemis IV. Genau an dieser Schnittstelle entscheidet sich, ob die Lernkurve aus Testflügen wie Flight 13 die geplante Skalierung hin zu einer großen Satellitenkonstellation auch zeitlich stützen kann – denn Netzkapazität und Startfrequenz müssen zu einem belastbaren Betriebsmodell zusammenpassen.


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